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Beschäftigte im Gesundheitswesen sind unzufrieden: Laut DGB-Index können sie Arbeit und Privatleben nicht unter einen Hut bringen und landen auf dem letzten Platz aller abhängig Beschäftigten.

Für die jüngere Generation ist die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit von immer größer werdender Bedeutung. Das zeigte bereits eine Befragung von jungen Medizinern, durchgeführt durch die Apo-Bank Mitte dieses Jahres. Der neue DGB-Index zeigt nun, dass Arbeitnehmer im Gesundheitswesen am unzufriedensten sind.

Der DGB-Index „Gute Arbeit“ 2017 beleuchtet die Verbreitung von Vereinbarkeitsproblemen von Arbeit und Privatleben sowie die Faktoren, die Vereinbarkeit befördern oder beeinträchtigen können. Die Studienmacher der bundesweiten, repräsentativen Erhebung werteten die Angaben von knapp 5.000 Beschäftigten aus allen Alters-, Branchen- und Beschäftigungsgruppen aus.

Healthcare Professionals: Spitzenreitergruppe der „Arbeitserschöpften“

Als Grund für die Unzufriedenheit gaben die Befragten Arbeitsverdichtung, Unvereinbarkeit des Berufs mit der Familie oder zu wenig Zeit und Nerv fürs Private an. Allein 21 Prozent der im Gesundheitswesen Beschäftigten fühlen sich sehr oft nach der Arbeit zu erschöpft, um sich noch um private oder familiäre Angelegenheiten zu kümmern. Damit sind sie die Spitzenreitergruppe der „Arbeitserschöpften“. Als zweite und dritte Gruppe folgen ihnen Arbeitnehmer aus dem Sozialwesen und dem Dienstleistungssektor. Am zufriedensten zeigten sich Arbeitnehmer in der Ver- und Entsorgung, also in der Energie-, Wasser-, oder Abfallwirtschaft.

Die Auswertung des DGB-Index nach Branchen zeigt deutlich: Der Anteil an Beschäftigten mit zeitlich bedingten Vereinbarkeitsproblemen ist mit 35 Prozent im Gesundheitswesen am höchsten (gleichauf mit dem Bereich Verkehr und Lagerei). Finanzdienstleistungen, Versicherungen und öffentliche Verwaltung bieten laut der Umfrage die besten Bedingungen für Vereinbarkeiten.

Lange Arbeitszeiten machen allen zu schaffen

Ein paar Probleme eint jedoch die Branchen. So leiden viele Beschäftigte unter langen Arbeitszeiten. 52 Prozent geben an, 45 und mehr Stunden arbeiten zu müssen. Auch die Pflicht, ständig erreichbar sein müssen (56 Prozent mit Vereinbarkeitsschwierigkeiten), macht einem Großteil aller Arbeitnehmer zu schaffen. Hinzu kommt, dass eine Vielzahl (46 Prozent) der Arbeitnehmer ihr Gehalt für ihre Leistung für nicht angemessen halten.

Laut DGB-Index 2017 sind Beschäftigte im Gesundheitswesen am unzufriedensten.

Das Gesundheitswesen erreicht den niedrigsten Wert im DGB-Index 2017

Die Auswertung nach Branchen unter Berücksichtigung aller zuvor genannten sowie weiterer Faktoren wie Wertschätzung, Arbeitsqualität oder Flexibilität zeigt eine Spanne von 59 bis 70 Punkten. Dabei liegt das Gesundheitswesen mit 59 Punkten am unteren und Ver- und Entsorgung mit 70 Punkten am oberen Ende der Skala. Das Gesundheitswesen kann dieser Beurteilung nach nur eine Arbeitsqualität „im unteren Mittelfeld“ erzielen, wobei festzuhalten ist, dass keine der Branchen das Prädikat „Gute Arbeit“ erreichen konnte.

Um zu einer partnerschaftlichen und geschlechtergerechten Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zu kommen, brauchen wir einen „Kulturwandel in Politik, Betrieben und Verwaltungen„, wünschen sich Reiner Hoffmann und Annelie Buntenbach vom DGB im Vorwort des Reports: „Mehr Zeitsouveränität für die Beschäftigten gehört ebenso dazu wie neue, innovative Arbeitszeitmodelle sowie bessere Betreuungs- und Unterstützungsangebote insbesondere für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen.“

Bild im Beitrag: © sudok1/fotolia.com
Titelbild: © iStock.com/FangXiaNuo

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Veröffentlicht von Miriam Mirza

Freie Journalistin im Gesundheit- und Medizinbereich. Für Health Relations berichtet sie über die Themen Pharma, Dental, Klinik und Recruiting.

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