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Der Marburger Bund hat seine Mitglieder nach dem Grad der Digitalisierung an ihren Arbeitsplätzen befragt und eher durchwachsene Antworten bekommen. Es hakt bei veralteter Software, mangelnden Schulungen und fehlendem Support.

Glaubt man so manchen Hersteller von Krankenhaussoftware, sind deutsche Krankenhäuser längst in der digitalen Welt angekommen, und das Papier hat in den Kliniken in großen Teilen ausgedient. Dass Theorie und Praxis mitunter weit auseinanderliegen, ist aber keine Seltenheit. Und so stimmt die Arbeitsrealität von Medizin- und Pflegepersonal in Bezug auf die Softwarenutzung eher nicht mit den Hochglanz- und PR-Prospekten der IT-Hersteller überein. Da wundert es nicht, dass Krankenhausärzte unzufrieden mit dem Grad der Digitalisierung in deutschen Kliniken sind – das zeigt eine Umfrage des Marburger Bunds unter seinen Mitgliedern, in der 1800 angestellte Ärztinnen und Ärzten befragt wurden.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur 19 Prozent der Befragten sind mit der IT-Ausstattung ihres Arbeitsplatzes zufrieden. Die Mehrheit (mit 47 Prozent) ist es nicht – von den 47 Prozent äußerten sich 9 Prozent sogar als „sehr unzufrieden“. Der Rest entscheidet sich für keine Seite. Ein Grund für die Unzufriedenheit könnte sein, dass die digitalen Arbeitsmittel (Hard- und Software) in den Augen der meisten Ärzte (50 Prozent) auf keinem aktuellen Stand sind.

Ärztliche Anforderungen an die Hard- und Software werden nicht umfassend berücksichtigt

Mit aktuellen Arbeitsmitteln arbeiten lediglich 12 Prozent der Befragten. Dabei ist das Problem weniger eine zu geringe Anzahl an Computern, sondern die Tatsache, dass (neue) ärztliche Anforderungen an die IT (Hard- und Software) nicht umfassend berücksichtigt und schnell genug eingeführt werden. Das beklagten 58 Prozent der Ärztinnen und Ärzte. Hinzu kommt, dass die bereits installierte IT von den meisten Befragten (52 Prozent) als wenig benutzerfreundlich empfunden wird.

Jedoch nutzten die modernsten Systeme nichts, wenn der Nutzer nicht damit umgehen kann. Mangelnde regelmäßige Schulungen für IT-gestützte Arbeitsprozesse können zu einem echten Hindernis für die Nutzung der IT-Systeme werden. Zu diesem Punkt gaben nur 9 Prozent der Befragten an, dass in ihrem Krankenhaus solche Schulungen stattfinden. 62 Prozent werden nicht oder nur unregelmäßig geschult. Und schließlich lässt der IT-Support nach Meinung der Ärzte zu wünschen übrig. 28 Prozent zeigen sich zufrieden damit, doch 35 Prozent sind das nicht und erwarten an dieser Stelle mehr Unterstützung.

Die zahlreichen Baustellen haben direkte Auswirkungen auf die Zufriedenheit der Ärzte: Mehr als die Hälfte wollte nicht zustimmen, dass die Digitalisierung bereits zu einer Verbesserung der medizinischen Qualität ihrer Arbeit geführt hat. Und auch die Aussage, dass die eigene Arbeit durch die Digitalisierung schneller oder einfacher wird, konnte keine Mehrheit gewinnen. Immerhin fanden sich hier höhere Zustimmungsquoten: 39 Prozent finden, die Digitalisierung mache die Arbeit schneller und 40 Prozent gaben an, dass sie die Arbeit erleichtere.

Trotzdem glaubt die Mehrheit der Ärzte an Digitalisierung

So unbefriedigend die Resultate der Befragung auch sein mögen, sollten Sie sie doch als Chance für Verbesserungen sehen, denn auch das zeigt die Umfrage: Die überwältigende Mehrheit der Ärzte glaubt an die nutzbringenden Effekte der Digitalisierung. 80 Prozent der Interviewten sind überzeugt, dass durch die Digitalisierung die ärztliche Arbeit im Krankenhaus zukünftig weiter verbessert werden kann. Die positive Grundeinstellung stimmt also. Jetzt gilt es, dafür zu sorgen, das die schöne Theorie in der Praxis ankommt.

Titelbild: © iStock.com/Maxiphoto

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Veröffentlicht von Miriam Mirza

Freie Journalistin im Gesundheit- und Medizinbereich. Für Health Relations berichtet sie über die Themen Pharma, Dental, Klinik und Recruiting.

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