Bei Ärzten digital punkten: Online-Fortbildungen & Co.

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Das Internet wird bei Fortbildungen künftig eine führende Rolle einnehmen, was auch damit zu tun hat, dass jüngere Ärzte es vom Studium her längst gewohnt sind, online zu lernen.

Keine Sorge: Kongresse bleiben uns erhalten. Allerdings sind die Kosten- und Zeitvorteile von Online-Fortbildungen gegenüber Präsenzveranstaltungen derart groß, dass es eine weitere Verschiebung zu online geben wird. Viele Services buhlen mit Webinaren und Online-Fortbildungen um die Aufmerksamkeit der Ärzteschaft. Hängt die Zukunft von Fachgesellschaften und Kongressen dadurch also in der Schwebe? Vermutlich nicht, aber auch sie müssen nun digital punkten, um auch wirklich dauerhaft im Rennen zu bleiben.

Meine drei Tipps für Fachgesellschaften und Veranstalter, um Ärzte auch im Netz abzuholen:

1) Holen Sie sich Inspiration aus anderen Märkten

In den USA sind soziale Ärztenetzwerke und Fachgesellschaften schon viel enger verknüpft. Die amerikanischen Fachgesellschaften wie die American Society of Clinical Oncology (ASCO) haben verstanden, dass sie auch online punkten müssen, um sich nicht irgendwann selbst abzuschaffen. Online-Fortbildungen und Präsenzveranstaltungen sind bei der Akzeptanz der amerikanischen Ärzte bereits gleichauf.

Dabei haben letztere zwar den Vorteil, dass Ärzte sich persönlich kennenlernen und austauschen können. Nur: Die Ärzte wollen auch zwischen den Kongressen informiert bleiben, die meist nur einmal im Jahr stattfinden. Ärzte-Netzwerke bieten Ärzten sowie Kongressveranstaltern die Möglichkeit, sich auch über die Präsenzveranstaltungen hinaus zu informieren und miteinander in Kontakt zu bleiben.

In dem ständigen Kampf zwischen Budgets und Kosten, muss auch die Nachhaltigkeit einer Veranstaltung für alle Seiten gewährleistet sein. Darüber hinaus können Online-Kommunikationsmaßnahmen eine viel größere Aufmerksamkeit für den Kongress generieren. Das weltgrößte Online-Ärztenetzwerk Doximity“ rief zum Beispiel während einer Online-Veranstaltung die Ärzteschaft zur Interaktion auf. Durch das Kommentieren von Beiträgen und Live-Vorträgen in Echtzeit wurde der Kongress auch über den Veranstaltungsort hinaus diskutiert und als Großereignis des Fachbereichs wahrgenommen.

2) Arbeiten Sie mit Ärzte-Netzwerken zusammen

Ärzte-Netzwerke wissen, wie Inhalte effektiv digital präsentiert werden. Sie haben Tools entwickelt, um den Arzt trotz eines hektischen Arbeitsalltags zu informieren. Gerade bei Ärzten spielt der Faktor Zeit eine große Rolle. Sie haben die Verpflichtung, sich weiterzubilden – aber gerade im Klinikalltag sind weit entfernte Kongresse eine echte Herausforderung. Wichtige Vorträge online und nach eigenem Zeitplan ansehen zu können und dabei CME-Punkte zu sammeln – daran wird aus unserer Sicht bei den Digital Natives in der Zukunft kein Weg mehr vorbeiführen.

Das Makula Update von Novartis in Zusammenarbeit mit der Deutschen Ärztekammer ist hierfür ein gutes Beispiel. Aus den Videoaufnahmen verschiedener Vorträge der Veranstaltung wurden Webinare für die Ärzteschaft generiert. Im Ärztenetzwerk esanum können Ärzte aus dem Fachbereich Ophthalmologie über das Online-Seminar ihr Wissen on demand testen und bei erfolgreichem Bestehen CME-Punkte sammeln. Veranstaltungen wie der Kongress der Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) oder das eigentliche Makula Update vom 13. bis 14. April 2018 in Leipzig werden dafür genutzt, um dort mit „Offline-Flyern“ bei der Zielgruppe auf das Online-Angebot aufmerksam zu machen. So werden On- und Offline-Maßnahmen effektiv miteinander verknüpft.

3) Entwickeln Sie neue Formate

Die aktuelle LA-MED API-Studie 2017 zeigt: 66,9 Prozent der hausärztlichen Mediziner informieren sich regelmäßig online. Ein Anstieg von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr! Printmedien sind zwar immer noch die am häufigsten genutzte Informationsquelle, aber die Nutzung von Onlinemedien ist steigend.

In Form einer Medienpartnerschaft mit einem Onlinemedium wie „esanum“ lässt sich heutzutage das komplette Kongressprogramm digital wiedergeben. Das hat nicht nur den Vorteil, dass sich eine größere Anzahl an Medizinern weiterbilden kann. Auch die eigentlichen Kongressbesucher, die nicht in fünf Sälen gleichzeitig sein können, haben so die Möglichkeit, parallel laufende Symposien zu einem späteren Zeitpunkt zu verfolgen.

Ein Beispiel für Online-Fortbildungen: Medizinkorrespondent Dr. Christoph Specht fasst den ersten Kongresstag auf dem Deutschen Schmerzkongress 2017 zusammen.
esanum Kongress-TV: Medizinkorrespondent Dr. Christoph Specht fasst den ersten Kongresstag auf dem Deutschen Schmerzkongress 2017 zusammen.

Darüber hinaus lassen sich aus dem gesammelten wissenschaftlichen Content Online-Fortbildungsreihen generieren. Wir haben dieses Format gerade selbst umgesetzt, und es hat sich als voller Erfolg herausgestellt. In Kooperation mit der deutschen Schmerzgesellschaft wurde der Deutsche Schmerzkongresses zum ersten Mal via Livestream übertragen. Das gesamte wissenschaftliche Programm steht nun per Video-on-Demand gemeinsam mit einer umfassenden journalistischen Kongressberichterstattung ein ganzes Jahr online zur Verfügung.

Screenshot: © esanum
Beitragsbild: © istock.com/michaeljung

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