Digitale Revolution hin oder her – Ärzte lesen Fachzeitschriften

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Trotz eines breit gefächerten Medienangebots bleiben Fachzeitschriften die wichtigste Informationsquelle für Ärzte.

Ärzte bevorzugen ihre Informationen auf Papier gedruckt. Das Internet mag Zeitungen und Zeitschriften in vielen anderen Bereichen den Rang ablaufen, doch die medizinische Zunft liest am liebsten die traditionelle Fachzeitschrift (94,2 % Reichweite). Das zeigt die API-Studie 2015 der Arbeitsgemeinschaft LA-MED Kommunikationsforschung im Gesundheitswesen e.V.

Bundesweit wurden 1000 repräsentativ ausgewählte Allgemeinärzte, Praktiker und Internisten befragt. Als besonders unverzichtbar gilt unter den teilnehmenden Ärzten das Deutsche Ärzteblatt. Mit einer Reichweite von fast 60 % erreicht der Titel den Spitzenplatz unter den 12 untersuchten Fachzeitschriften.

Kongresse und Fachbücher unter den Top 3

Weitere beliebte Informationsquellen für Ärzte sind Tagungen, Kongresse und Vorträge (80,1 %) sowie Fachbücher (69,4 %). Das Internet (64,2 %) musste sich bei der API-Befragung 2015 noch mit einem 5. Platz begnügen, selbst Pharmareferenten (67,8 %) nutzen Ärzte momentan noch eher als Informationsquelle. Die 12 untersuchten Fach-Websites erreichen weitaus weniger Leser als die Print-Titel. Doch wenn die Ärzte im Internet nach Informationen suchen – und immerhin 64,2 % tun das regelmäßig – dann steuern sie besonders häufig Arzneimittelverzeichnisse an. Unter den Websites der Fachzeitschriften spiegeln sich die Präferenzen bei den Print-Titeln wieder: Hier belegt www.aerzteblatt.de mit einer Reichweite von 19,8 % den ersten Platz.

Das Alter hat auf die Mediennutzung übrigens weniger Einfluss, als man annehmen würde: Jüngere Ärzte unter 45 Jahren surfen zwar etwas mehr im Internet, lesen aber genau so viel in Zeitschriften wie ihre älteren Kollegen.
Die API-Befragung der LA-MED findet alle zwei Jahre statt, die nächsten Ergebnisse werden im August 2017 erwartet.

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