LinkedIn für Pharma: unerschlossenes Terrain für strategische Kommunikation

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PINK CAROTTS, LinkedIn
HCPs dient LinkedIn als Informationsplattform.© prima91/Adobe Stock
Vor allem mittlere und kleine Pharma-, Biotech- und Lifescience-Unternehmen nutzen LinkedIn oft noch zurückhaltend – und das trotz der enormen Reichweite, die das Portal auch bei HCPs inzwischen aufgebaut hat. Das Social Network bietet die Chance, strategische Präsenz aufzubauen und effektiv zu nutzen. Wie das gelingt, erklären Romina Maccioni und Roland Fraese von PINK CARROTS.

Netzwerken, Selbstdarstellung, Jobbörse – LinkedIn überzeugt durch eine Vielzahl von Möglichkeiten. Am 03. Mai 2003 erstmalig online gegangen, gehört LinkedIn mittlerweile nicht nur zu Microsoft, sondern auch zu den wichtigsten Plattformen für Unternehmen – und das weltweit. Allein in der DACH-Region nutzten laut Statista im Oktober 2023, 22 Millionen Menschen das Netzwerk. Für Pharmaunternehmen bietet LinkedIn die optimale Möglichkeit zur Selbstdarstellung.

Mittlerweile ist LinkedIn für Unternehmen ein wichtiges Tool, um mehr Sichtbarkeit und Markenbekanntheit zu erlangen, vor allem im B2B-Bereich. Darüber hinaus fungiert LinkedIn auch als Netzwerk und Austauschplattform für gesammeltes Fachwissen aus nahezu allen Tätigkeitsfeldern. Ob Arbeitnehmer:innen, Freelancer, Arbeitgeber:innen oder ganze Unternehmen, sie alle profitieren von der Möglichkeit, sich bestmöglich zu präsentieren und wichtige Kontakte zu knüpfen.

Wie nutzen HCPs LinkedIn?

Bei den Healthcare Professionals gewinnt LinkedIn immer mehr an Bedeutung und das bereits seit einiger Zeit. Einen besonderen Aufschwung ließ sich in der Corona-Pandemie beobachten. Allein in den Vereinigten Staaten konnte ein Anstieg von 21 % zwischen 2021 und 2022 verzeichnet werden. HCPs nutzen die Plattform, um ihre virtuelle Präsenz zu stärken, Kontakte zu knüpfen und sich mit Kolleg:innen auszutauschen. Zusätzlich dient Gesundheitsexpert:innen die Plattform als Informationsplattform. Rund 25 % holen über soziale Medien Informationen zu verschiedenen Themenfeldern und Marken ein.

Zusätzlich können hier Informationen über Forschungsgebiete, Studien und Forschungszentren geteilt und mit Kolleg:innen diskutiert werden. HCPs promoten sich und ihre eigene Arbeit, aber gelangen eben auch an Informationen zu spannenden Themen, u.a. aus dem Bereich Healthcare und Forschung. Zum anderen bietet LinkedIn eine einfache Möglichkeit miteinander in Kontakt zu treten. Primär findet der Kontakt über Direct Messaging statt, aber auch über das Kommentieren von Beiträgen. Die im Profil hinterlegten Kontaktdaten sorgen für eine schnelle Kontaktmöglichkeit.

Welche Möglichkeiten bietet LinkedIn für Pharmaunternehmen?

Auch für die Pharmaindustrie bietet die Plattform neue Chancen. Gerade auch mittlere und kleine Lifescience-Unternehmen können hier ohne großes Budget ihr Fachgebiet und ihre Unternehmensphilosophie präsentieren und sich nahbarer zeigen. Aktuelle Erkenntnisse werden mit Kolleg:innen, HCPs und Interessierten geteilt. Spannende Insights halten die Zielgruppe immer auf dem Laufenden und schaffen Sympathie. Durch die Möglichkeit, ohne große Hürden direkt mit HCPs und Betroffenen in Kontakt treten zu können, werden lästige Umwege vermieden und ein engerer Kontakt und einfacher Austausch wird gewährleistet. Die Folge: Neue Kontakte werden unkompliziert geknüpft und gepflegt.

Wie können Pharmaunternehmen LinkedIn nutzen?
  • Wissenschaftliche Forschung und Innovationen teilen
  • Selbstdarstellung: Aufbau von Markenbewusstsein und teilen der Unternehmensphilosophie
  • Knüpfen neuer Kontakte und Austausch mit den Zielgruppen
  • Förderung von Weiterbildung und Veranstaltungen (CME)
  • Für Recruitment-Zwecke

Eine weitere spannende Option stellt die Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen für HCPs dar. Unternehmen können via LinkedIn ihre Veranstaltungen bewerben, Teilnehmende generieren und im Anschluss über das Event berichten. Besonders attraktiv sind auch CME-zertifizierte Seminare. Hier zeigt sich ein weiterer großer Vorteil für die Ärzteschaft, einfach von aktuellen Weiterbildungsangeboten zu erfahren, daran teilnehmen zu können und CME-Punkte zu generieren. Natürlich sollten vorab auch juristische Aspekte des „öffentlichen Auftritts“, vom Pharmakovigilanztraining bis zum 24/7-Monitoring, im Blick behalten werden.

Kommunikationsanlässe festlegen

Trotz der vielen Vorteile fällt Unternehmen häufig der LinkedIn-Start schwer. Die Frage nach passenden Posting-Themen, der Regelmäßigkeit und des Connectens bilden immer noch Hemmschwellen. Dabei kann es so einfach sein: Authentizität ist gefragt! Für Pharmaunternehmen, die auf LinkedIn ihre Präsenz stärken möchten, bieten sich zahlreiche Anlässe zur Kommunikation. Hier sind ein paar effektive Tipps, um relevante Inhalte zu gestalten und zu teilen:

Fazit

LinkedIn gehört zu den wertvollsten Plattformen für Unternehmen und Professionals weltweit. Es bietet sowohl HCPs als auch Unternehmen die Möglichkeit sich (und ihr Unternehmen) zu präsentieren, schnell und unkompliziert neue Kontakte zu knüpfen und bereits bestehende zu pflegen. Eine Vielzahl von KMU in Pharma nutzen die Plattform noch zögerlich oder schöpfen ihr Potenzial nicht aus. Hier gilt es mutig sein, und aus der Komfortzone zu gelangen. Die Chancen und Vorteile, die LinkedIn seinen Usern verschafft, sollten nicht unterschätzt werden. Und spätestens nach dem Knüpfen von neuen Kontakten sowie dem interaktiven, schnellen Austausch, ist man froh darüber, diese Hemmschwelle überwunden zu haben und nun auch auf LinkedIn aktiv zu sein.

Über die Autoren
Romina Maccioni ist Account Director PR bei PINK CARROTS, Roland Fraese ist Senior Manager Digital Solutions bei PINK CARROTS, einer agilen Kommunikationsagentur für kreative und strategische Herausforderungen im Health-Bereich. Das Team aus 50 Mitarbeitenden versteht Gesundheit als breites Dach. Das Mindset THINKING HEALTH DIFFERENTLY steht für die Empathie und Intelligenz, im Gewohnten das Ungewohnte zu sehen.

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