Krankenhaus Angermünde: Ausbildung nach dem Pflegepatinnenprinzip

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Das Krankenhaus Angermünde bildet Pflegeschüler nach dem Pflegepatinnenprinzip aus

Ein weiterer Tipp fürs Klinik-Recruiting: Gleich sechs junge Leute starteten gerade ihre praktische Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege im Krankenhaus Angermünde. Dabei folgen sie dem Pflegepatinnenprinzip: Jeder Pflegeschüler bekommt eine erfahrene Pflegefachkraft als direkte Kontaktperson an die Seite gestellt.

Die Krankenhäuser kämpfen mit dem Fachkräftemangel – das ist kein Geheimnis. Doch wie kann man dem Personalmangel entgegenwirken? Das Krankenhaus Angermünde hat sich Gedanken gemacht, wie man am besten neue Mitarbeiter gewinnen und an das Haus binden kann. Heraus kam das Projekt „Pflegepatinnenprinzip“, das sich an die Pflegeschüler richtet.

Ziel ist, die Anbindung der Schüler an ihren praktischen Arbeitsplatz zu verbessern

Die Klinik will angehende Pfleger(innen) bestmöglich unterstützen und stellt ihnen erfahrene Pflegekräfte an die Seite, die sie während ihrer gesamten Ausbildungszeit unterstützen. „Ziel ist, die Anbindung der Schüler an ihren praktischen Arbeitsplatz zu verbessern“, erklärt Andreas Gericke, Abteilung Öffentlichkeitsarbeit bei GLG – Gesellschaft für Leben und Gesundheit mbH. Außerdem soll jederzeit eine direkte Kommunikation gefördert werden, um bei Problemen frühzeitig Hilfestellung geben zu können.

Das Pflegepatinnenprinzip lockt Auszubildende an

Das Konzept scheint aufzugehen. So konnte das Krankenhaus mit Beginn des Projekts vor drei Jahren stetig mehr Auszubildende für sich gewinnen: In diesem Jahr waren es sechs Pflegeschüler. Im vergangenen Jahrgang waren es noch vier und zwei Jahre zuvor nur zwei. Im Verbund der GLG Gesellschaft für Leben und Gesundheit, zu dem das Krankenhaus gehört, stieg die Zahl der Pflege-Ausbildungsplätze insgesamt von 158 im Jahr 2016 auf derzeit 182. Aktuell arbeiten mehr als 1.300 Pflegekräfte in den verschiedenen GLG-KLiniken.

„Die Pflegeschüler sind dankbar für die Pflegepatinnen und finden es gut, einen persönlichen Ansprechpartner zu haben“In Anbetracht der Tatsache, dass immer mehr Krankenhäuser enorme Probleme haben, an Pflegepersonal zur kommen, ist das durchaus als Erfolg zu bewerten. Das zeigen auch die Rückmeldungen, die die Klinik von den Pflegeschülern erhält. „Sie sind dankbar für die Pflegepatinnen und finden es gut, einen persönlichen Ansprechpartner zu haben“, berichtet Gericke. Die kontinuierliche, individuelle Begleitung gebe ihnen Sicherheit und fördere das Zugehörigkeitsgefühl. Letzteres ist auch ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, Mitarbeiter an das Haus zu binden.

Und auch die Pflegepatinnen beurteilen das Konzept positiv. „Sie finden es förderlich für die Praxis. Sie lernen die Auszubildenden mit ihren Stärken und Schwächen kennen, können sie gezielt einsetzen und ihre Fähigkeiten weiterentwickeln“, so der Pressesprecher.

Lokal & übersichtlich: Das Krankenhaus Angermünde profitiert

„Krankenhäuser müssen Mitarbeitern heute attraktive Arbeitsplätze und berufliche Perspektiven bieten“, ist sich Gerick sicher. Das Pflegepatinnenprinzip sei jedoch nur einer der Beweggründe für die Pflegeschülerinnen gewesen, die Ausbildung in Angermünde zu beginnen, so der Pressesprecher. Auch die Übersichtlichkeit des kleinen Krankenhauses sei ein Pluspunkt. Die Klinik legt nach eigenem Bekunden Wert auf eine persönliche Atmosphäre und individuelle Behandlung und Pflege.

Das Krankenhaus Angermünde bildet Pflegeschüler nach dem Pflegepatinnenprinzip aus

Ein weiterer Grund dürfte sein, dass die Auszubildenden alle aus der Umgebung stammen und sich der Region verbunden fühlen. Außerdem waren zwei der sechs Auszubildenden bereits im Angermünder Krankenhaus tätig: Eine Pflegeschülerin absolvierte ein Praktikum, und die andere leistete ein Bundesfreiwilligenjahr in der Einrichtung ab. Junge Menschen früh für den Beruf zu interessieren, ihnen gute Arbeitsbedingungen zu bieten und sich um das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu kümmern scheinen effektive Strategien bei der Bewältigung des Problems Fachkräftemangel zu sein.

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Bild im Beitrag: © Gesellschaft für Leben und Gesundheit mbH
Titelbild: © iStock.com/william87

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