Remote Care bei Novartis: Über die eigene Rolle hinausdenken

© Novartis Deutschland
Remote Care gilt als Hoffnung für überlastete Versorgungsstrukturen – doch funktioniert das in der Praxis? Zwei Pilot-Projekte von Novartis und Partnern aus Forschung und Medizin sollen zeigen, wie digitale Monitoringmodelle Versorgung verändern können.
Kurzfassung: Remote Care bei Novartis – Die wichtigsten Punkte
Remote Care gewinnt angesichts knapper Ressourcen an Bedeutung. Zwei Pilotprojekte von Novartis sollen zeigen, wie digitale Monitoringmodelle Versorgung entlasten und Behandelnde synchronisieren können. In der Kardiologie sollen Rehospitalisierungen vermieden und alle Akteure – Zentrum, Peripherie und Patientinnen sowie Patienten – auf einen gemeinsamen Informationsstand gebracht werden. In der Onkologie reduziert digitales Monitoring unnötige Kontrolltermine, erhöht die Sicherheit und hilft, künftige Fachkräfteengpässe abzufedern. Novartis versteht sich dabei nicht als Implementierer, sondern als medizinischer Partner, der Expertise einbringt, Akteurinnen und Akteure vernetzt und Versorgungsmodelle strukturell mitgestaltet. Entscheidend für den Erfolg sind klinische Integration, klare Workflows, Standardisierung und die frühzeitige Einbindung der Peripherie. Erste Erfahrungen zeigen eine hohe Patientinnen- und Patientenakzeptanz. Remote Care entwickelt sich damit von einer Vision zu einem Versorgungsprinzip, das konkrete Entlastungspotenziale bieten könnte.
Remote Care verändert Patientinnen- und Patientenpfade, die Arbeitsprozesse von Ärztinnen und Ärzten sowie ein Stück weit die Rolle der pharmazeutischen Industrie. Maximilian Wambach, Head Health Tech Solutions & AI bei Novartis Deutschland, arbeitet seit zehn Jahren an technologischen Gesundheitslösungen. Sein Fokus: Kooperationen, die nicht um Produkte kreisen, sondern um Versorgung. „Wir sind überzeugt, dass wir in den kommenden Jahren neue Antworten brauchen – und die finden wir nur gemeinsam“, sagt er.
Verbund statt Insellösung
Die Initiative KONSENS zeigt, wie das genau aussehen könnte. Gemeinsam mit der Universitätsklinik Freiburg und dem Technologieanbieter myoncare, unter der Schirmherrschaft des Bundesverband Niedergelassener Kardiologen arbeitet Novartis an einer Lösung für Patientinnen und Patienten mit kardialen Erkrankungen. Die zentrale Frage: Wie gelingt die Versorgung nach der Entlassung aus dem Zentrum – und wie bleiben alle Behandelnden synchron? „Es geht darum, dass Hausärztinnen und Hausärzte, Kardiologinnen und Kardiologen und die Patientinnen und Patienten denselben Informationsstand haben“, erklärt Wambach. Ein Ziel: Rehospitalisierungen zu reduzieren, weil relevante Werte wie Lipide, Blutdruck, Belastungsparameter rechtzeitig erkannt werden. Ein anderes: Sicherheit schaffen, indem Patientinnen und Patienten ihren Gesundheitsstatus nachvollziehen können.
Effizienz und Versorgungsqualität
Ein weiteres Remote-Care-Konzept geht gerade in Frankfurt Höchst an den Start: Novartis Deutschland, das varisano Klinikum Frankfurt Höchst und der Telemonitoring-Partner Luscii möchten damit Brustkrebspatientinnen gezielt entlasten. Zielgruppe sind Patientinnen, die eine zielgerichtete Tumorbehandlung – eine sogenannte CDK4/6-Inhibitor-Therapie – erhalten. Dank digitaler Vernetzung und Monitoring-Lösungen will das Projekt die Zahl persönlicher Klinikbesuche deutlich reduzieren. Denn Therapien mit CDK4/6-Inhibitoren erfordern eine enge medizinische Überwachung, um Nebenwirkungen schnell zu erkennen und zu behandeln. Viele Kontrolltermine verlaufen zwar ohne Auffälligkeiten, belasten jedoch die Betroffenen und ihre Angehörigen durch häufige Klinikbesuche und binden zugleich wertvolle Ressourcen im Klinikalltag. Das alles führt immer wieder zu Therapieabbrüchen. Remote-Care-Lösungen können dazu beitragen, die Sicherheit der Patientinnen zu erhöhen und sie im Behandlungsalltag zu unterstützen. „Viele Begleitbesuche in den ersten Monaten sind wichtig, um Vertrauen in die Therapie aufzubauen und sollten zu Beginn persönlich stattfinden. Aber wenn es gut geht, muss nicht jeder Termin physisch stattfinden.“
„Remote Care lebt davon, dass Lösungen in mehreren Abteilungen und Zentren funktionieren. Der Balanceakt besteht darin, genug Flexibilität für die Indikation zu behalten und gleichzeitig eine gemeinsame Basis zu schaffen.“
Gleichzeitig geht es darum, Versorgung langfristig sicherzustellen. „Bis 2030 werden rund 30 Prozent der Onkologinnen und Onkologen in den Ruhestand gehen“, erläutert Wambach. Remote Care könne einen Teil der Engpässe auffangen, Prozesse verschlanken und die verfügbare Zeit besser nutzen – vorausgesetzt, die Lösungen sind klinisch integriert und technologisch anschlussfähig.
Kooperation als Schlüssel
Remote-Care-Projekte sind komplex. Es braucht klinische Motivation, technologische Passung, Datenschutz, IT-Kapazitäten und klare Verantwortlichkeiten. Novartis versteht sich dabei nicht als Implementierer. „Wir sind nicht für die technische Integration zuständig“, betont Wambach. „Unsere Rolle ist medizinische Expertise und das Zusammenbringen der richtigen Partner.“ Deshalb beginnt jedes Projekt mit denselben Fragen: Ist das medizinische Need klar definiert? Passt die Lösung zur vorhandenen klinischen Infrastruktur? Ist das Zentrum bereit, Prozesse zu verändern? Und: Gibt es Peripheriepraxen, die mitziehen? Denn „es braucht bei vielen Pilotprojekten das Commitment der angeschlossenen Praxen und HCPs“, sagt Wambach. „Wenn sie sich nicht beteiligen, bleibt die Versorgung lückenhaft.“
Wie Ärztinnen und Ärzte, Praxen und Tech-Partner zusammenfinden
In der praktischen Umsetzung zeigt sich schnell, dass Remote Care vor allem eine kommunikative Aufgabe ist. Ärztinnen und Ärzte müssen frühzeitig eingebunden werden – und zwar bevor entschieden wird, wie Workflows aussehen oder welche Parameter erhoben werden sollen. Die Herausforderungen unterscheiden sich dabei deutlich zwischen spezialisierten Zentren und der Fläche. „Nicht jedes Zentrum hat die gleichen Herausforderungen“, sagt Wambach. Wichtig sei, präzise zu klären, wo die Opportunitäten liegen und ob diese digital genutzt werden können.” Parallel dazu müssen Klinikleitungen, IT-Abteilungen und Datenschutzstellen einbezogen werden, weil technische Anbindungen voneinander abhängen. Gleichzeitig braucht es das Commitment der Peripherie, damit Datenflüsse nicht an der Klinikgrenze enden. Remote Care funktioniert nur, wenn alle denselben Informationsstand haben, Zentrum, niedergelassene Praxen und Patientinnen und Patienten. Der Workflow entsteht selten linear. Während klinische Teams definieren, welche Parameter wichtig sind, prüfen Technologiepartner, wie sich diese strukturiert erfassen lassen. Die Industrie bringt medizinische Expertise ein und vernetzt die beteiligten Akteurinnen und Akteure. Am Ende entsteht ein Ablauf, der klinische Realität abbildet und digitale Möglichkeiten sinnvoll integriert. „Remote Care ist immer auch Prozessinnovation“, sagt Wambach. Die eigentliche Transformation betreffe Arbeitsabläufe, Rollenverständnisse und Kommunikation.
Standardisierung statt Sonderweg
Wie individuell können solche Lösungen gestaltet werden? „Bis zu einem gewissen Punkt“, so Wambach. Zu starke Individualisierung mache Systeme teuer und schwer skalierbar. Gleichzeitig müssten Standards geschaffen werden, die Investitionssicherheit für Technologieanbieter bieten. „Remote Care lebt davon, dass Lösungen in mehreren Abteilungen und Zentren funktionieren. Der Balanceakt besteht darin, genug Flexibilität für die Indikation zu behalten und gleichzeitig eine gemeinsame Basis zu schaffen.“ Ein Wunschziel ist die Integration in die elektronische Patientenakte. „Eigentlich müsste die ePA die Basis sein, für das, was wir heute über individuelle Lösungen abbilden“, erklärt er. Bis es so weit ist, übernehmen Pilotprojekte eine Brückenfunktion. Und wie steht es um die Akzeptanz von Remote Care bei Patientinnen und Patienten? Erste Erfahrungen deuten an, dass diese hoch ist. „Die Offenheit ist groß, wenn Nutzen und Handhabung klar werden“, sagt Wambach. Anwendungen bieten einen niedrigschwelligen Zugang: Symptome dokumentieren, Werte abgleichen, Rückmeldungen erhalten. Für Behandlerinnen und Behandler entsteht mehr Transparenz – aber auch Veränderungsbedarf. Technologie ist Werkzeug; entscheidend ist die Anpassung der Abläufe.
Und in Zukunft?
Der Druck im System wächst, Ressourcen werden knapper, Patientinnen- und Patientenerwartungen steigen. Gleichzeitig sei Deutschland weiter, als oft wahrgenommen werde, sagt Wambach und verweist auf die Entwicklung digitaler Versorgungsangebote in Krankenkassen, Kliniken und Start-ups. „Wir haben viele Bausteine bereits im System. Jetzt geht es darum, sie sinnvoll zu verbinden.“ Dafür brauche es Mut, Pragmatismus und verlässliche Rahmenbedingungen. Und Beispiele, die zeigen, was möglich ist. „Wir müssen viel stärker über erfolgreiche Pilotprojekte sprechen“, sagt er. Remote Care könne Versorgung verbessern und die Belastung reduzieren. „Wenn wir das konsequent weiterdenken, können wir die Versorgung in vielen Bereichen stabilisieren.“
Fazit
Remote Care ist kein Zukunftsszenario. Es ist ein Versorgungsprinzip, das sich bereits formt. Die Projekte von Freiburg bis hin zu neuen onkologischen Kooperationen zeigen, wie Versorgung neu gedacht werden kann: vernetzt, datenbasiert, näher an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten und getragen von Akteurinnen und Akteuren, die bereit sind, über ihre Rollen hinaus zusammenzuarbeiten.
FAQ: Remote Care und Novartis
Was ist Remote Care?
Digitale Versorgung, bei der medizinische Daten außerhalb des Zentrums erfasst und zwischen Behandelnden sowie Patientinnen und Patienten geteilt werden.
Warum ist Remote Care relevant?
Es kann Rehospitalisierungen reduzieren, Abläufe effizienter machen und Ressourcen in Kliniken entlasten.
Welche Remote-Care-Projekte begleitet Novartis?
Ein kardiales Versorgungsmodell mit Freiburg, BNK und myoncare sowie ein Monitoringprojekt in der Onkologie in Frankfurt Höchst.
Welche Rolle übernimmt Novartis?
Novartis bringt medizinische Expertise ein, und vernetzt Partner – ohne technische Implementierung.
Warum ist Kommunikation entscheidend?
Remote Care funktioniert nur, wenn Zentrum, Praxen, Patientinnen und Patienten und Tech-Partner denselben Informationsstand haben.
Wo liegen die größten Hürden?
IT-Integration, Datenschutz, Standardisierung und die Einbindung der Peripherie.
Wohin entwickelt sich Remote Care?
Daten stehen noch aus. Im besten Falle wird Remote Care zu einem festen Bestandteil der Versorgung, unterstützt durch Pilotprojekte und gemeinsame Standards.
Disclaimer: Dieser Kasten wurde KI-erstellt.

