So klappt’s auch mit dem Nachbarn: CSR im Healthcare-Bereich

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Corporate Social Responsibility: Es gibt so viele Fachbegriffe wie Wege, als Unternehmen soziale Verantwortung übernehmen. Ein Überblick.

Dass Unternehmen Gutes tun, ist keine Neuheit, aber seit 2001 gibt es eine Definition dafür – da erschien das „Grünbuch Europäische Rahmenbedingungen für die soziale Verantwortung der Unternehmen“ der Europäischen Union. Die darin verankerte Definition für Corporate Social Responsibility (CSR) hat sich durchgesetzt als „Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren.“

CSR gilt als ein Teil der Unternehmensreputation und bedeutet, als Unternehmen Verantwortung für seine Auswirkungen auf die Gesellschaft zu übernehmen. Diese Verantwortung wird auch schon mal Corporate Citizenship (CC) genannt, meint aber dasselbe. CSR kann im kleinen Rahmen passieren – also etwa durch Veranstaltungen in der Nachbarschaft des Unternehmens – oder durch die Teilnahme an weltweiten Entwicklungsprogrammen. Die Branche des Unternehmens spielt dabei eigentlich keine Rolle. Schaden tut ein passender fachlicher Hintergrund aber auch nicht.

Expertise für die Gesellschaft

So bietet etwa der kommunale Klinikkonzern Vivantes in Berlin eine psychiatrische Ambulanz für Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund an. „Unser Team aus Ärzten, Sozialarbeitern, Pflegekräften, Therapeuten und Psychologen kann durch die eigenen multikulturellen Hintergründe sehr gut auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten eingehen“, erläutert Prof. Dr. Peter Bräunig, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Humboldt-Klinikum. Erst im Herbst 2015 eröffnet, arbeitet das Zentrum für transkulturelle Psychiatrie (ZtP) nun schon an drei Berliner Standorten.

Entwicklungshilfe während der Arbeitszeit

Auch der Pharmariese Pfizer betätigt sich uneigennützig. Das Global Health Fellows Program von Pfizer etwa stellt Angestellte für ein paar Monate frei, um weltweit bei Organisationen mitzuwirken, die Entwicklungshilfe leisten. „Mit ihrem Fachwissen helfen sie beispielsweise mit, die medizinische Versorgung vor Ort zu verbessern“, erklärt Christiane Fleiter, Teamleiterin in der Unternehmenskommunikation von Pfizer.

Corporate Volunteering, also das Freistellen von Mitarbeitern für soziale Aktivitäten, ist eine der häufigsten Anwendungen bei der Umsetzung von CSR-Konzepten. Aber auch das klassische Geld-tut-Gutes-Prinzip kann der Community helfen. Über acht Millionen Euro ließ sich etwa die Linde Group die Einrichtung der Carl von Linde-Akademie an der Technischen Universität München kosten und vermittelt dort „überfachliche forschungsbasierte Lehre“.

Guter Ruf, gute Mitarbeiter

Im übrigen kann sich das Reputationsmanagement nicht nur positiv auf das Unternehmensbild auswirken; auch die Mitarbeiter profitieren. „Bei unseren jährlichen Engagement-Tagen helfen Pfizer-Mitarbeiter bei sozialen Projekten in ihrer Umgebung mit“, so Fleiter – und tun so etwas für ihre eigene Nachbarschaft. Und die Möglichkeit, neben der Arbeit einer sinnstiftenden Tätigkeit nachzugehen, bei der sich fernab des Schreibtisches Kompetenzen aufbauen lassen, lockt auch engagierte Menschen an. Eine gute CSR-Strategie kann also auch ein Plus bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter sein.

Ist seit 15 Jahren in den Digitalen Medien zuhause und berichtet für Health Relations über Marketing- und Recruiting-Trends.

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