Helios: Mentoren helfen beim Berufsstart

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Zwei Tage tauschten sich die Ärzte und Ärztinnen in Berlin aus. © Ines Stenzel

Manche Assistenzärzte fühlen sich in den ersten Wochen und Monaten auf Station überfordert und wünschen sich einen festen Ansprechpartner. Um hier einen Rahmen zu schaffen, hat die Zukunft AG der Helios Kliniken ein Mentorenprogramm entwickelt.

In einigen Kliniken gelingt es besser, junge Ärzte ins Team zu integrieren, in anderen  gestaltet sich der Prozess schwieriger. Denn nicht immer können sich Assistenz-, Fach- oder Oberärzte Zeit freischaufeln, um dem jungen Kollegen oder der jungen Kollegin alle Fragen zu beantworten. Das brachte Aline Tiegelkamp und andere Mitglieder der Helios AG Zukunft  auf eine Idee: Wieso nicht einen Mentor bestimmen, der als Ansprechpartner zur Verfügung steht? Die Idee für ein Mentorenprogramm war geboren.

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Auch neue Ideen für die zukünftige Zusammenarbeit werden entwickelt. © Stenzel

Seit drei Jahren kommen nun Ärzte aus verschiedenen Helios Kliniken in Berlin für zwei Tage zusammen, um sich zum Mentor für junge Kollegen ausbilden zu lassen. Weil die Initiative von Viszeralchirurgen ausging, waren ursprünglich nur Ärztinnen und Ärzte dieser Fachrichtung anwesend, wobei zum Warm-up der Veranstaltung am Vorabend auch die Unternehmensgeschäftsführung kam. Das Format stieß aber auch bei Ärzten anderer Fachrichtungen auf Interesse. „Mittlerweile haben wir KollegInnen aus der HNO, Inneren Medizin, Anästhesie, Unfallchirurgie und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie dabei“, so Aline Tiegelkamp.

Chefärzte können Mentoren werden

Nicht nur Assistenzärzte können sich als Mentor ausbilden lassen, um ihren jungen Kollegen zu helfen. Auch Chefärzten und Chefärztinnen steht es frei, auf den Kongress zu kommen. Tatsächlich geht es bei dem gemeinsamen Austausch auch nicht nur um eine kommunikative Schulung für den Mentorenjob.  Es wird auch über  das große Ganze gesprochen: „2018 Haben wir mithilfe von Lego Serious Play ‘Kill Your Company’ gespielt. Wir haben uns überlegt, wie unsere ideale Klinik aussehen würde, wenn wir heute ein Klinik-Startup gründen würden. Was würden wir anders machen, um MitarbeiterInnen und PatientInnen für uns zu gewinnen und besser als der Wettbewerb zu sein?“, so Aline Tiegelkamp.

Bei aller Theorie, wie gut funktioniert das Mentoren-Modell nun in der Praxis? Es ist im Programm vorgesehen,  dass dem Mentor zu Beginn ein ganzer Tag zur Verfügung steht, um den Mentee die Stationsarbeit in Ruhe erklären zu können. „Das zeigt sich im Klinikalltag nicht immer realistisch, obwohl es von den Chefärzten der Viszeralchirurgie abgesegnet wurde und der Vorteil für die jungen Kollegen ja klar auf der Hand liegt“, sagt Aline Tiegelkamp.

Mentorenkongress Helios
© Ines Stenzel

Mentorenkongress für weitere Fachrichtungen öffnen

Aber das Team der Helios AG Zukunft glaubt trotz solcher, kleinerer Rückschläge an die Idee des Mentorenprogramms. So ist auch der Wunsch zu erklären, den Kongress für andere Fachrichtungen zu öffnen. „Nach drei Kongressjahren möchten wir die Veranstaltung gerne auf noch größere Beine stellen und am liebsten aus allen Abteilungen jeder Klinik einen Assistenten dabei haben“, sagt Aline Tiegelkamp. In den ersten Jahren waren auf dem Mentorenkongress 35 – 40 Teilnehmer, vornehmlich aus der Viszeralchirurgie. Sie und ihr Planungsteam rechnet beim nächsten Kongress mit mehreren hundert Teilnehmern.


Aline Tiegelkamp © privat

Aline Tiegelkamp arbeitet als Ärztin in Weiterbildung im Fach Chirurgie an der Helios Mariahilf Klinik in Hamburg. Zusammen mit Mitgliedern der Helios AG Zukunft plant sie die Mentorenkongresse.

Autor und Journalist aus Köln. Schreibt für Health Relations über Trends der Pharma- und Klinikbranche.

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