Universitätsmedizin Essen: „Die Patientenbetreuung ist sehr wichtig für den Therapieerfolg“

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Prof. Dr. Taube im Gespräch mit einer Patientin; ©Universitätsmedizin Essen/Ruhrlandklinik

In der Klinik für Pneumologie der Universitätsmedizin Essen verfügen die Ärzte über eine große Erfahrung bei der Behandlung von COPD. Dank des Instituts für Patientenerleben rückt der Patient weiter in den Fokus.

Bereits als junger Mediziner hat sich Prof. Dr. Christian Taube in seiner Promotion mit der Behandlung von COPD auseinandergesetzt. Nach Stationen am National Jewish Center in Denver/USA und am Leiden University Medical Center/Niederlanden, arbeitet er heute als Direktor an der Klinik für Pneumologie der Ruhrlandklinik, die zur Universitätsmedizin Essen gehört. Laut dem Qualitätsbericht der Krankenhäuser werden hier deutschlandweit die meisten Patienten mit COPD behandelt, 1.659 Behandlungsfälle waren es im Jahr 2016.

Was die Qualität der Behandlung angeht, sei man in Deutschland auf dem neusten, wissenschaftlichen Stand. Und auch in naher Zukunft werden sich derzeit angewandte Therapiemodelle voraussichtlich nicht grundsätzlich ändern. „Wenn man berücksichtigt, wie lange die Entwicklung von neuen Medikamenten inklusive einer notwendigen Zulassung neuer Substanzen dauert, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass wir in zehn Jahren neue pharmakologische Möglichkeiten haben werden“, so Prof. Taube.

Prof. Taube: „Würden morgen alle Menschen mit dem Rauchen aufhören, hätten wir in den nächsten 30 Jahren dennoch eine hohe Anzahl an COPD-Patienten, weil der Schaden nach jahrzehntelangem Rauchen schon vollzogen ist.

Es sind also keine alternativen Behandlungsmethoden, die ihm im Ausland aufgefallen sind. Dafür hat er interessante Eindrücke gewonnen, was den Umgang mit den Patienten und das Arbeitsklima in der Klinik angeht. „Die gelebte Führungsstruktur ist in den Niederlanden deutlich flacher als in Deutschland, aber man sieht in Deutschland auch eine erhebliche Veränderung in der Führungskultur, speziell im medizinischen Bereich. Gerade in Zeiten des Fachpersonalmangels ist es wichtig, dass man als Klinik attraktiv bleibt und mit einem guten Arbeitsklima und Entwicklungs- und Fortbildungsmöglichkeiten den Mitarbeitern die Perspektive gibt, sich weiterzuentwickeln.

Deutschlandpremiere: Das Institut für PatientenErleben der Universitätsmedizin Essen

Zentren für seltene Erkrankungen sind in Deutschland noch nicht zertifiziert, das bedeutet in der Praxis: In jedem Zentrum kann im Prinzip jede Erkrankung behandelt werden. Anders ist dies in den Niederlanden. „Dort gibt es klare Regelungen, wer Patienten mit Lungenfibrose behandeln darf, wer Transplantationen machen darf und wer neue Verfahren aus der Onkologie einsetzen kann. Erkrankungen bzw. komplexe chirurgische Eingriffe werden in bestimmten Zentren konzentriert, um die Qualität der Versorgung zu verbessern“, so Prof. Taubes Beobachtungen aus seiner Zeit in Holland.

In den Niederlanden achtet man sehr viel stärker darauf, wie Patienten bestimmte Situationen erleben und wie das aus Patientenperspektive zu betrachten ist.

Aber nicht nur die niederländische, klinische Infrastruktur ist aufgefallen. Am meisten überrascht hat Prof. Taube, dass niederländische Patienten daran gewöhnt sind, bei Therapieansätzen mitzuentscheiden. „In den Niederlanden achtet man sehr viel stärker darauf, wie Patienten bestimmte Situationen erleben und wie das aus Patientenperspektive zu betrachten ist. Das ist etwas, das zunehmend in Deutschland erkannt wird.“

Dabei schlägt die Universitätsmedizin Essen mit der Gründung des deutschlandweit ersten Instituts für PatientenErleben einen ganz eigenen Weg bei der Patientenbetreuung ein. Die beiden Institut-Angestellten Monja Gerigk und Annette Rosowki helfen aber nicht nur den Patienten bei allen Fragen rund um den Klinikaufenthalt, sie unterstützen auch die Mitarbeiter der verschiedenen Fachkliniken der Uniklinik, um die patientenorientierte Versorgung weiter zu steigern. Das Institut für PatientenErleben gibt es erst seit diesem Jahr, deshalb wäre es zu früh eine Wirksamkeit zu beurteilen. Man darf aber gespannt sein, ob die Macher des Instituts für PatientenErleben ihre hochgesteckten Ziele erreichen. Neben der bereits angebotenen Spitzenmedizin, soll die Uniklinik Essen in den nächsten Jahren „DIE Universitätsmedizin in Deutschland mit dem besten PatientenErleben werden.“

Alle Patienten sollen sich in den Kliniken der Universitätsmedizin Essen so wohlfühlen wie Frau Micke. 

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