Reicher Zahnarzt? So viel verdient der Praxisinhaber wirklich

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Zahnärzte in Deutschland: Wie viel verdienen sie tatsächlich? Sind ihnen Investitionen in neue Techniken zu teuer? Welche Rolle spielen Zahnärztinnen als Käuferinnen? Aktuelle Statistiken liefern einen Überblick.

Zahnärzte verdienen gut, keine Frage. Doch haben gerade junge Zahnärzte, die den Weg in die Selbständigkeit wagen, auch hohe Anfangsinvestitionen. Erst recht, wenn sie eine moderne digitale Zahnarztpraxis mit Geräten wie Intraoralscanner und 3D-Drucker planen – Produkte, die die Dentalindustrie in immer höherer Qualität anbietet. Teuer kann es auch schnell werden, wenn die Praxis des Vorgängers übernommen und dann modernisiert werden soll.

Wie viel verdient man als Zahnarzt?

Im Schnitt lag das Durchschnittseinkommen im Jahr 2015 – den aktuellsten Zahlen der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung – bei 157.300 Euro. Das Durchschnittseinkommen steigt seit Jahren: 2014 beispielsweise lag es noch bei 151.700 Euro, ein Jahr zuvor bei 148.900 Euro. Wer in Westdeutschland als Zahnarzt arbeitet, hat gute Chancen, deutlich mehr zu verdienen: Hier lag das Durchschittseinkommen im Jahr 2015 bei 163.200 Euro. In Ostdeutschland dagegen nur bei 128.700 Euro.

Das Bruttoeinkommen spiegelt natürlich noch nicht das Budget wider, das zum Beispiel für neue Anschaffungen zur Verfügung steht. Nach Abzug aller Steuern und Sozialversicherungsbeiträge hatte ein verheirateter Zahnarzt mit zwei Kindern, der genau das mittlere Einkommen erzielte, im Jahre 2015 ein verfügbares Einkommen von 85.500 Euro. In einer durchschnittlichen Zahnarztpraxis machen die Ausgaben für Material knapp 10 Prozent aller Betriebsausgaben aus (BZÄK). Der Hauptanteil der Kosten entfällt auf Personal- und Laborarbeiten.

Investitionen in moderne Technik zu teuer?

Im Vergleich zu anderen Facharztgruppen sinkt das Zahnarzt-Einkommen seit Jahren. Zählte der Zahnarzt 1980 noch zu den Spitzenverdienern, bewegt er sich heute im unteren Mittelfeld. Die KZVB sieht die Gefahr, dass es sich viele Zahnärzte nicht mehr leisten können, in innovative Behandlungsmethoden zu investieren, weil „die Anschaffung dieser Investitionsgüter mit erheblichen Kosten verbunden (ist).“

Als Käufer von Dentalprodukten und -geräten spielen Zahnärztinnen eine entscheidende Rolle, denn die Zahnmedizin ist längst keine Männerdomäne mehr. Heute gibt es rund 71.900 Zahnärzte in Deutschland, davon ca. 39.900 Männer und 32.000 Frauen (Quelle: BZÄK). Diese Entwicklung wird sich nach Expertenmeinungen fortsetzen. Und noch ein weiterer Trend prägt künftig die Zahnmedizin: Immer mehr Zahnärzte/Zahnärztinnen entscheiden sich gegen eine Niederlassung und für eine Tätigkeit als Angestellte(r).

 

Berichtet über Trends in der Medizin und Zahnmedizin sowie über Clinical Recruiting und leitet die Health Relations-Redaktion.

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