AMP Stories: Google kündigt internationales Rollout an

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Google AMP Stories bieten die Möglichkeit, Content zielgruppengenau auszuspielen – jenseits der geschlossenen Ökosysteme von Social-Media-Anbietern. Der Konzern plant das internationale Rollout dieses Tools. Healthcare kann sich darauf freuen. Und schon mal vorarbeiten.

Das mobile Storytelling-Format ist aus der Kommunikation nicht mehr wegzudenken. Das weiß auch Google. Und erweiterte 2018 seine Accelerated Mobile Pages (AMP) mit den AMP Stories. Die Idee: Die für das Mobile Web entschlackten AMP-Seiten sollten auf diese Weise attraktiver werden und gleichzeitig die User Experience aufgrund der schnellen Ladezeiten auf einem hohen Level halten.


INFO: In Mobile sollte die durchschnittliche Ladezeit einer Seite maximal drei Sekunden betragen. Bei längeren Ladezeiten steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der User abspringt. Genau dafür hat Google 2015 das AMP Project ins Leben gerufen: Vereinfacht gesagt können Publisher mithilfe dieser Technik ihre Seite für Mobile tunen. Das Caching auf den Google-Servern ermöglicht eine Ausspielung der Seite ohne Wartezeit. AMPs sind mit Facebook Instant Articles vergleichbar. Allerdings erscheinen diese nur im geschlossenen Ökosystem von Facebook. AMP-Seiten werden in der Google Suche mit einem Blitz gekennzeichnet. Mehr Informationen zum Thema AMP finden Sie hier.


AMP Stories knüpfen an das erfolgreiche Story-Format von Facebook, Snapchat oder Instagram an, sie haben aber den großen Vorteil, dass sie nicht an einen bestimmten Social-Media-Kanal gebunden sind. Sie funktionieren offen und plattformübergreifend auf Mobilgeräten und Desktop. Unterstützt werden innerhalb dieses Formats Videos, Bilder, Animationen und antippbare Links für Interaktion und Engagement.

Klingt super. Für deutsche Unternehmen aber sind AMP Stories leider derzeit noch keine Option. Denn das Format wurde bis jetzt lediglich in Zusammenarbeit mit größeren US-Medienhäusern getestet, zum Beispiel mit der Washington Post.

Wie geht es weiter mit AMP Stories?

Doch auf der diesjährigen AMP Conference in Tokio verkündete das Projektteam nicht nur Neuigkeiten in Sachen Veröffentlichungsformen der Stories im Google-System, sondern auch das suksessive internationale Rollout dieses Tools. Auch wenn sich der Konzern weiterhin nicht auf ein genaues Timing festlegen möchte, ist das für deutsche Healthcare-Unternehmen eine gute Nachricht. Warum? Weil dieses Format ein erfolgversprechender Baustein im Content Marketing ist. 

Welche neuen Steps plant Google?

Bisher erschienen AMP Stories lediglich in der mobilen Websuche. Passte die Suchanfrage zum Content, wurden sie dem User unter dem Titel Visual Story angeboten. Das ändert sich: Ab sofort sind sie mitunter auch im Google Feed zu finden. Sie werden also gezielt, wenn Nutzerinteressen und Content matchen, im personalisierten Feed der User ausgespielt. Für Healthcare ist das eine neue Option, mit visuellem Content Zielgruppen im mobilen Sektor anzusprechen.

Noch eine wichtige Neuerung: In den Suchmaschinenergebnissen (SERPs) werden die Stories zudem in einem separierten Block angezeigt – und somit höchst prominent platziert.

https://twitter.com/suzukik/status/1118408964977201153

Wie kompliziert ist es, eine AMP Story anzulegen?

Das AMP Project versteht sich als Open Source Projekt. Heißt, Entwickler haben freien Zugriff auf alle für die Entwicklung einer Story notwendigen Inhalte und Daten. Zu finden sind diese auf der AMP Website. Zusätzlich wird Google eine Auswahl an vorgefertigten Templates für das Layout von Stories zur Verfügung stellen und mit verschiedenen Editoren arbeiten, um die Hürden für die Nutzung und Integration dieses Tools gering zu halten. Zum Beispiel wird einer von ihnen auf das populäre WordPress abgestimmt sein, so dass sich die Stories auf den mit diesem CMS erstellten Websites integrieren lassen.

Warum sind AMP Stories für Healthcare spannend?

Stories sind längst kein Trend mehr. Sie sind in der Kommunikation gesetzt. Bisher allerdings sind sie an die jeweiligen Plattformen gebunden – an Facebook, Instagram oder Snapchat. Nicht jeder dieser Kanäle passt zu Pharma, nicht jede der Zielgruppen von Pharma tummelt sich auf diesen Plattformen. Google AMP Stories hingegen bieten die Möglichkeit, Content zielgruppengenau auszuspielen – jenseits der geschlossenen Ökosysteme von Social-Media-Anbietern im eigenen System und das für Mobile optimiert. Das ist attraktiv, setzt aber auch eine Auseinandersetzung mit den Grundlagen voraus. Das Unternehmen betont schon jetzt, wie wichtig der Mehrwert und die User Experience für den Erfolg von Stories, kurz für das Ranking in den Suchmaschinenergebnissen, sein werden. Dieses Format hat viele Chancen und Vorteile – und einen Nachteil: Es erhöht die Abhängigkeit von Google. Denn Google allein macht die Spielregeln für den Erfolg von Content. Google regiert den Algorithmus. Und den sollten Unternehmen genauestens kennen, bevor sie Zeit und Geld in Stories investieren.

Dennoch: Auf lange Sicht haben AMP Stories das Potenzial, eine populäre Alternative in den SERPs zu sein. Zudem lassen sich mit ihnen Geschichten innovativ und auf die Konsumgewohnheiten der Nutzer abgestimmt erzählen. Das ist für Pharma beispielsweise im Bereich Brand Reputation oder Awareness für bestimmte Indikationen, aber auch für Dental in der B2B-Kommunikation spannend. Deutsche Healthcare-Unternehmen sollten dieses Format und dessen Entwicklung im Auge behalten – und sich bereits jetzt mit ihm beschäftigen.

Journalistin und Online-Redakteurin. Schreibt über Marken und Markenmacher, über Pharma- und Social-Media-Kommunikation, Digitalisierung, Influencer-Marketing & Clinic Recruiting.

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