Google for Jobs bald auch in Deutschland?

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In Spanien und Großbritannien gibt es Google for Jobs schon. Kommt das Feature bald auch zu uns? Wenn ja, was ändert sich für Recruiter?

In den USA, Lateinamerika, Afrika, Asien, Kanada, und, seit dem 17. Juli 2018 auch in Großbritannien, bekommen Jobsuchende bei ihrer Google-Suche jetzt einen kleinen Kasten angezeigt, in dem aktuelle Jobs gelistet werden.

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Der sogenannte „Link Tipp Container“ verdrängt die Ergebnisse der organischen Suche weiter nach unten. Die Darstellung der verschiedenen Jobs im Container ist schmucklos. Gelistet wird nur der Jobtitel, der Arbeitgeber, die Stadt, die Jobbörse, das Veröffentlichungsdatum, die Arbeitszeit und das gezahlte Gehalt, sofern hier Daten vorliegen.

Klickt man auf die Anzeige, bekommt man weitere Inhalte zu dem jeweiligen Jobangebot angezeigt:

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Über die oben angezeigten Tabs: Title, Location, Data posted, Type (Arbeitszeiten), Company Type und Employer, kann man die Suche weiter verfeinern. Unterhalb der Jobbeschreibung wird nun außerdem die Bewertung des Arbeitgebers eingeblendet. In Großbritannien ist glassdor.com eine populäre Bewertungsplattform für Arbeitgeber, im deutschsprachigen Raum ist kununu.com am bekanntesten.

Klickt man weiter auf „Apply on….“ wird man auf die Stellenbörse geleitet, auf der das Jobangebot gelistet ist. Hier finden sich weitere Informationen zur Stelle. Entweder man kann sich direkt von dem Stellenportal aus für den Job bewerben oder man wird auf die Website des Anbieters weitergeleitet.

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Kommt Google for Jobs Germany?

Großbritannien gehört (noch) zur EU und unterliegt den gleichen Datenschutzbestimmungen wie die Bundesrepublik. Demnach spricht viel dafür, dass Google for Jobs auch in Deutschland erlaubt wäre, zumal es auch in Spanien eingeführt ist. Aber ist eine Einführung geplant? Auf Anfrage bei Google Deutschland bekommt man nur eine formelle Absage. Man bedaure, über dieses Thema wolle man nicht sprechen.

Fakt ist, wenn der Suchmaschinengigant auch in Deutschland Google for Jobs anbietet, könnte dies den Jobbörsen-Markt spürbar verändern. Denkbar wäre zum Beispiel, dass Google „Sponsored Jobs“ anbietet, so wie es derzeit bereits „Anzeigen“ bei bestimmten Suchanfragen gibt. Aber auch technische und inhaltliche Anforderungen müssten neu gedacht werden.

Was müssen Recruiter beachten?

Manche SEO-Agenturen werben damit, Jobanzeigen auf Unternehmensseiten fit für Google for Jobs zu machen. Das ist Schaumschlägerei: Es gibt keinen Geheimcode für ein besseres Ranking. Wenn Google for Jobs in Deutschland so aussieht, wie in Großbritannien, dann muss nicht an der eigenen Karriereseite herumlaboriert werden. Stattdessen ist auch weiterhin eine Zusammenarbeit mit einem Jobportal sinnvoll. Denn Stellen, die auf Jobportalen veröffentlicht werden, haben bei dem Google-Algorithmus eine größere Relevanz als auf der unternehmenseigenen Karriereseite und werden dementsprechend besser platziert. Worauf Sie allerdings achten müssen: Ist Ihr Partnerportal für Google for Jobs gerüstet? Bei der technischen Implementierung gibt es einen erweiterten HTML-Standard, der berücksichtigt werden muss.

Weiterhin könnte wichtig sein, wie Ihr Unternehmen bei dem Bewertungsportal kununu.com abschneidet. Wenn die Bewertung von kununu und anderen Portalen in Zukunft bei der Jobausschreibung angezeigt wird, beeinflussen die Sternchen den Bewerber.

Zentral beim Google-Ranking ist zudem die Aktualität. Damit Stellenangebote möglichst zeitnah ausgespielt werden können, hat man sich überhaupt erst auf einen gemeinsamen HTML-Standard geeinigt. Für Sie ändert sich dabei nichts: Nach wie vor gilt, Stellenanzeigen möglichst aktuell zu halten und dafür zu sorgen, dass Sie entfernt werden, wenn Sie besetzt sind.

Last but not least, dürfen sich alle Liebhaber des geschriebenen Wortes freuen, denn der Inhalt der Jobbeschreibung gewinnt mit Google for Jobs an Relevanz. Weniger wichtig ist das Design und die Bildsprache der Stellenanzeige. Schließlich wird die Aufmerksamkeit des Suchenden nur über den Titel und einige Fakten zum Jobprofil gelenkt und nach dem ersten Klick gibt es keine Bilder, sondern Text.

3 To-Dos für Recruiter

  1. Bei der Partnerjobbörse anfragen: Ist die eigene Stellenanzeige kompatibel mit Google for Jobs?
  2. Bewertung des eigenen Unternehmens auf Bewertungsportalen prüfen
  3. Auf Aktualität der Stellenanzeige achten

 

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