KI als Sparringspartner im Agenturbusiness: mehr Ideen, mehr Effizienz

278
AI künstliche Intelligenz
Healthcare- und Pharmamarketing können von den neuen, generativen KI-Tools profitieren – auch und gerade, was mögliche Zeit- und Effizienzgewinne angeht. © ipopba / Adobe Stock
Künstliche Intelligenz kann nicht nur als kreativer Sparringspartner oder zur Content-Erstellung dienen: Sie verspricht auch handfeste Produktivitätsgewinne. Wie mögliche Anwendungsszenarien von generativer KI im Healthcare- und Pharmamarketing aussehen, zeigt die Kölner Healthcare-Agentur antwerpes.

100 Millionen Nutzer:innen in nur zwei Monaten: Diesen Rekord stellte ChatGPT nach seinem Launch im November 2022 auf. Damit stieß der textbasierte ChatBot von OpenAI sogar TikTok vom Thron. Die Social-Media-Plattform hatte laut chip.de immerhin neun Monate gebraucht, um auf die gleiche Anzahl an User:innen zu kommen. Die unglaublichen Nutzerzahlen von ChatGPT zeigen beispielhaft und eindrücklich, mit welcher Kraft sich generative KI-Tools (kurz: GenAI) zur Kreation von Text-, Bild-, Musik-, Audio- und anderen Inhalten in den vergangenen Monaten einen Platz am Markt erobert haben.

Wie aber erklärt sich der durchschlagende Erfolg von generativer KI? Ein wichtiger Punkt ist sicher, dass ihr Einsatz handfeste Produktivitätsgewinne verspricht. Einer aktuellen Studie von McKinsey (2023) zufolge hat GenAI das Potenzial, einen jährlichen Produktivitätszuwachs von 2,6 bis 4,4 Billionen US-Dollar zu generieren. Bis zu 75 Prozent davon sollen auf besonders wissens- und personalbasierte Bereiche wie Marketing und Vertrieb, Kundenservice, Softwareentwicklung sowie Forschung & Entwicklung entfallen.

antwerpes: Zeit- und Effizienzgewinne mit GenAI

Christiane Schrix, antwerpes
Christiane Schrix, Vorstand Digital der Healthcare-Agentur antwerpes. Foto © antwerpes ag

Auch im Healthcare- und Pharmamarketing bietet der Einsatz generativer Anwendungen wie ChatGPT oder der Bild-KI Midjourney spannende Potenziale. Die in Köln ansässige Healthcare-Agentur antwerpes arbeitet bereits mit Künstlicher Intelligenz und kann bestätigen, dass der Einsatz der neuen Tools zu Zeit- und Effizienzgewinnen führt: „Wir sind Dienstleister und es ist unsere Aufgabe, Kundenprojekte so effizient wie nur eben möglich abzuwickeln. Hier hilft KI uns ungemein. Wir versuchen, wo es nur geht, von der KI zu profitieren und Projekte mithilfe geeigneter Tools zielgerichteter umzusetzen“, berichtet Christiane Schrix, antwerpes Vorstand Digital. „Wenn wir das Storyboard für eine Patienten-Website schreiben, kann ChatGPT uns dabei eine tolle Vorlage liefern. Gepaart mit dem Know-how unserer Medical Writer machen wir die Erfahrung, dass wir mit diesem Mix aus Mensch und Maschine viel effizienter werden können.“

Insgesamt hat antwerpes für sich drei primäre Felder definiert, in denen ihr Künstliche Intelligenz weiterhelfen kann: Analyse, Ideation & Kreation sowie die Content-Erstellung. Bei der Vorrecherche, in datenbasierten Abläufen oder im Kreativprozess dient GenAI antwerpes als beschleunigendes Werkzeug. Auch wenn es darum geht, Derivate von Werbemitteln zu erstellen und sie zielgerichtet an Zielgruppen auszuspielen, setzt die Agentur bereits auf KI.

„ChatGPT hat schon dazugelernt“

Thilo Kölzer, antwerpes
Thilo Kölzer, CEO der Healthcare-Agentur antwerpes. © antwerpes ag

antwerpes-CEO Thilo Kölzer hat die Erfahrung gemacht, dass die KI-Tools im Marketing von Pharma- und Healthcare-Unternehmen noch nicht sehr weit verbreitet sind. Das liegt seiner Ansicht nach daran, dass die Qualität und Richtigkeit medizinisch-wissenschaftlicher Inhalte in der streng regulierten Branche besonders wichtig sind und in diversen Freigabeumläufen sichergestellt werden müssen. „Eine KI ist nur so gut wie die Daten, mit denen sie gefüttert und trainiert wurde. Das bedeutet, dass die Ergebnisse – vor allem im Content-Bereich – nicht immer hundertprozentig korrekt sind. Da bedarf es einer sorgfältigen Überprüfung und Kuratierung durch Spezialisten.“ Momentan würden die KI-Tools dadurch noch Zusatzaufwände verursachen. Im Kreationsbereich aber sehe das schon anders aus: Hier können sie heute bereits helfen, schneller und effizienter zu arbeiten und neue Ideen zu generieren.

„Wir stellen aber auch fest, dass beispielsweise ChatGPT schon dazugelernt hat: Manche Antworten werden deutlich vorsichtiger formuliert als etwa noch vor vier Monaten. Und bei sehr speziellen Sachverhalten, zum Beispiel den medizinischen, wird ausweichender geantwortet à la ‚Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker‘, ergänzt Christiane Schrix.

Lernen, mit der KI zusammenzuarbeiten

Der wichtigste Hebel für einen erfolgreichen Einsatz der KI ist laut CEO Thilo Kölzer der richtige Umgang damit: „Wir müssen lernen, mit der KI zusammenzuarbeiten und sie als neuen ‚Art Assistant‘ zu begreifen. Für uns bedeutet das, dass wir alte Gewohnheiten hinterfragen müssen und gefordert sind, Dinge neu zu denken – und das halte ich für gut und richtig. Wir müssen lernen, zusammen mit den KI-Tools besser zu werden als ‚nur wir‘ oder ‚nur die KI-Tools‘. Wenn wir das hinbekommen, blicke ich sehr optimistisch und voller Aufbruchstimmung auf die ganze Entwicklung.“

Lernen, mit der KI zusammenzuarbeiten – das ist Thilo Kölzer und Christiane Schrix zufolge auch der Schlüssel im Umgang mit einer weiteren Herausforderung, die die neuen GenAI-Anwendungen mit sich bringen: Sie können Vorurteile, die in der Gesellschaft bestehen, reproduzieren und in ihre Ergebnisse einfließen lassen. Deshalb überprüft die Agentur nicht nur gründlich alles, was von den KI-Tools erzeugt wurde. Sie schult und sensibilisiert auch die Nutzer:innen darin, ein „Bias-Bewusstsein“ in der Arbeit mit den KI-Tools zu entwickeln.

Mehr Ideen, breiteres Spektrum

Bei antwerpes geht man nicht nur davon aus, dass die neuen KI-Tools fester Bestandteil des Agenturalltags bleiben werden, sondern auch, dass sich die Anwendungen weiter ausdifferenzieren: „Wir werden als Agentur in die Lage versetzt, mehr Ideen zu erzeugen, sodass unsere Kunden aus einem breiteren Spektrum auswählen können. Ich sehe die KI also ganz klar als Bereicherung“, so CEO Thilo Kölzer.

Den möglichen Produktivitätsgewinn durch GenAI für Deutschland prognostiziert McKinsey auf 0,2 bis 0,6 Prozent pro Jahr. Die Macher:innen der Studie bescheinigen der Technologie das Potenzial, das insgesamt verlangsamte Produktivitätswachstum der vergangenen Jahre auszugleichen.

Fazit

Es ist wie damals mit dem Internet: Die KI wird nicht mehr weggehen. Eine Auseinandersetzung damit lohnt: Healthcare- und Pharmamarketing können von den neuen, generativen KI-Tools profitieren – auch und gerade, was mögliche Zeit- und Effizienzgewinne angeht. Wichtig ist, die Künstliche Intelligenz niemals isoliert zu betrachen: Die besten Ergebnisse erschaffen Mensch und Maschine immer im Team.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein