Hervorragender Ruf deutscher Ärzte lockt Patienten aus dem Ausland

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In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Patienten, die extra zur Behandlung aus dem Ausland nach Deutschland reisen, verdoppelt.

„Seit Jahren kommen immer mehr Patienten nach Deutschland, um sich hier betreuen zu lassen“, erzählte Jens Juszczak von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin gegenüber dem „Deutschen Ärzteblatt“. Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule recherchiere seit vielen Jahren regelmäßig die Zahlen hierzu. Als Gründe für den florierenden Medizintourismus wird vor allem der hervorragende Ruf deutscher Ärzte und die gute medizintechnische Ausstattung von Praxen und Kliniken genannt.

2014 ließen sich mehr als 251.000 Patienten aus 176 Ländern in Deutschland behandeln, was einen Zuwachs von 4,4 Prozent zum Vorjahr entspricht. Als Datengrundlage zur Ermittlung der Anzahl von Medizintouristen und den daraus resultierenden Umsätzen dienen unter anderem Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Als Gründe für den florierenden Medizintourismus wird vor allem der hervorragende Ruf deutscher Ärzte und die gute medizintechnische Ausstattung von Praxen und Kliniken genannt.

Russische Patienten machen den größten Anteil mit etwa 9800 stationären und 15.000 ambulanten Patienten aus. Jedoch seien diese Zahlen mit einem Minus von 7,5 Prozent zum Vorjahr rückläufig. Begründet wird dies durch den Währungsverfall des Rubels und den EU-Sanktionen gegen Russland. Dieser Rückgang würde aber durch die steigende Anzahl von Patienten aus den arabischen Ländern ausgeglichen.

Vor allem Berlin profitiert vom Medizintourismus

Nicht alle Bundesländer können gleichermaßen einen Vorteil aus dem Zuwachs an ausländischen Patienten ziehen. Die beliebtesten Ziele für den Medizintourismus sind Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden Württemberg. Berlin profitiert immer mehr: Der Stadtstaat konnte seit 2004 seine Nachfrage verfünffachen und erreichte auch 2014 ein Plus von 20 Prozent.

Die Volontärin des Deutschen Ärzteverlags schreibt für Health Relations zu den Themen Kliniken und Dental.

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