PRophy 2026: Warum braucht Healthcare-PR einen eigenen Award?

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Healthcare-PR steht häufig im Schatten klassischer RX- oder OTC-Werbung. Dabei erfüllt sie eine eigene Funktion innerhalb der Gesundheitskommunikation. Mit dem PRophy wurde ein Award geschaffen, der die Disziplin sichtbar machen soll und ihre Arbeiten eigenständig bewertet. Ein Gespräch mit Nicole Tappée von Health Natters, einer der Award-Initatorinnen.
Sichtbarkeit von PR stärken
Der PRophy richtet sich an PR-Agenturen, Unternehmen, Institutionen und Einzelpersonen, die Kommunikationsarbeit im Healthcare-Bereich leisten. Doch wieso braucht die Branche überhaupt einen eigenen Preis für Healthcare-PR? Für Nicole Tappée liegt die Antwort auf der Hand: „Es gibt wahnsinnig viele Awards. Trotzdem haben wir PR-ler uns immer außen vor gefühlt. PR funktioniert anders als klassische Healthcare-Werbung. Sie funktioniert mehr über Storys und Beziehungspflege, nicht mit visueller Dominanz oder prägnanten Headlines.“
Der PRophy soll auch zeigen, warum PR-Budgets in der Healthcare-Kommunikation unverzichtbar sind. „Was ganz oft passiert ist, dass Menschen im Marketing PR auf zwei Sachen reduzieren: Entweder ist PR für sie Corporate Communications oder reine Pressearbeit. Dabei umfasst PR sämtliche Kommunikation, die weniger werblich ist.“ Während Marketingmaßnahmen häufig auf Sales, visuelle Präsenz und kurzfristige Aufmerksamkeit ausgerichtet sind, verfolgt PR andere Ziele. Sie setzt auf medizinische Einordnung, strategische Planung und langfristige Kommunikation. Typische Einsatzfelder von Healthcare-PR sind Medical Communication, Pre-Launch-Kommunikation sowie Disease-Awareness-Kampagnen. Im Mittelpunkt stehen also weniger werbliche Botschaften als Kontext, Glaubwürdigkeit und fachliche Vermittlung.
So bewertet die Jury
Die rund 30 Juroren bewerten die eingereichten Arbeiten nach zwei Kriterien:
- Inhaltlich / strategisch: Trifft die Idee die Zielgruppe? Ist sie strategisch sinnvoll? Passt sie zum Produkt und zum Unternehmen?
- Umsetzung & Wirkung: Wie wurde die Idee umgesetzt? Welche Effekte wurden erzielt? War die Maßnahme erfolgreich
Zur besseren Vergleichbarkeit sollen Einreichungen klar strukturiert aufbereitet werden, entweder in Form eines Slide Decks von maximal 10 Folien oder als Video von maximal 2 Minuten Länge. Für die Shortlist-Nominierung darf jedes Jurymitglied maximal 4 Projekte pro Kategorie auswählen. Ein Projekt kommt nur auf die Shortlist, wenn es in der Abstimmung mindestens 50 % Zustimmung aus der Jury erhält.
In einem weiteren Schritt werden aus der Shortlist die Gewinner aus ermittelt. Jedes Jurymitglied wählt dabei geheim seine Favoriten. Der erste Platz erhält 5 Punkte, der zweite 3 Punkte und der dritte 1 Punkt. Die Bewertungen aller Jurymitglieder werden anschließend zusammengeführt. Das Projekt mit der höchsten Gesamtpunktzahl gewinnt. Selbstverständlich dürfen Jurymitglieder nicht für ihre eigenen Projekte abstimmen.
Die Einreichungsfrist läuft noch bis zum 16.02.2026.
Health Relations ist Medienpartner des PRophy 2026.
Idee zum PR-Award begann auf einem Bierdeckel
Vor zwei Jahren saßen die Mit-Initatorinnen Alja Michalczyk (MCG Medical Consulting Group) und Angela Steere (Yupik PR) zusammen und das Thema poppte im Gespräch wieder auf. Kurzerhand nahmen sie einen Bierdeckel und skizzierten ihre Idee. Am Ende stand fest: „Wir müssen das selbst machen. Wir brauchen einen Award, der Healthcare-PR stärkt.“ Sie gingen auf Werbetour bei Agenturen und Unternehmen, fanden Partner, die das Event finanziell unterstützen und erhielten viel Rückenwind für ihre Idee. Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 47 Einreichungen.
Die Kategorien umfassen klassische Pressearbeit, Medical Education, Events, Social-Media-Kommunikation, PR-Kampagnen, PR-Nachwuchs und Charity-Projekte. Eine Trennung nach RX- und OTC-Themen erfolgt bewusst nicht. Eingereicht werden können sowohl einzelne Maßnahmen als auch umfassende Kommunikationskonzepte. Pro Kategorie wird jeweils ein Projekt ausgezeichnet. In der Kategorie „PR-Nachwuchs“ werden junge Talente bis zum Alter von 27 Jahren ausgezeichnet, die – anders als im Vorjahr – ihr Können bei der Lösung einer Video-Aufgabe unter Beweis stellen müssen, wenn sie es auf die Shortlist geschafft haben. Sorgen um fehlenden PR-Nachwuchs macht sich Tappée aber aktuell keine: „Es gibt immer noch viele jungen Menschen, die in der PR arbeiten wollen.“
Workshops als integraler Bestandteil des Awards
Ein zentrales Element des PRophy-Konzepts sind begleitende Workshops. Sie sind integraler Bestandteil des Awards und sollen Themen fachlich vertiefen und den Austausch innerhalb der Branche fördern. Die Workshops richten sich nicht nur an Nachwuchskräfte, sondern auch an Quereinsteigende und erfahrene Marketer. Neben dem Workshop am Veranstaltungstag in Köln finden zusätzliche Workshop-Termine in München und Frankfurt statt.
Die Preisverleihung selbst ist bewusst sehr kompakt gehalten, es gibt kein umfangreiches Showprogramm, denn es soll genügend Raum für Begegnung und Austausch bleiben. Tappée:„Die PR-Agenturen sind theoretisch Konkurrenten und trotzdem können wir uns gegenseitig inspirieren und gemeinsam für das Thema Gesundheitskommunikation arbeiten.“
FAQ: Was ist der PRophy-Award?
Was ist der PRophy-Award?
Der PRophy ist ein Award für exzellente PR- und Kommunikationsleistungen im Healthcare-Bereich. Er zeichnet Projekte aus, die mit strategischer Tiefe, medizinischer Einordnung und nicht werblicher Kommunikation überzeugen, von klassischer Pressearbeit über Medical Communication bis hin zu Medical-Education-Formaten.
Wie läuft die Bewertung der Einreichungen beim PRophy ab?
Die Einreichungen werden strukturiert bewertet, um eine faire Vergleichbarkeit sicherzustellen. Voraussetzung ist eine kompakte Aufbereitung als Slide Deck mit maximal 10 Folien oder als Video mit bis zu 2 Minuten Länge.
Wie werden die Gewinner ermittelt?
Jedes Jurymitglied kann maximal 4 Projekte pro Kategorie für die Shortlist nominieren. Ein Projekt wird aufgenommen, wenn es mindestens 50 % Zustimmung aus der Jury erhält. Aus der Shortlist wählen die Jurymitglieder ihre Favoriten in geheimer Abstimmung. Die Platzierungen werden punktbasiert bewertet, das Projekt mit der höchsten Gesamtpunktzahl gewinnt. Die Bewertung erfolgt anhand inhaltlich-strategischer Aspekte sowie Umsetzung und Wirkung. Maßgeblich sind Zielgruppenbezug, strategische Passung, Umsetzung der Idee und erzielte Effekte.
Welche Projekte können beim PRophy eingereicht werden?
Zugelassen sind Arbeiten aus allen Bereichen der Gesundheitskommunikation, darunter Pressearbeit, Medical Education, Events, Social Media, PR-Kampagnen, Nachwuchsformate und Charity-Projekte. Eine Trennung nach RX und OTC erfolgt nicht.




