Ärzterecruiting auf Augenhöhe: Mit diesen 5 Tipps gewinnen Sie Mitarbeiter

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Heute suchen sich Ärzte ihre Arbeitgeber mit einem ganz neuen Selbstbewusstsein aus. Zwingt der Ärztemangel die Krankenhäuser in die Knie? Gastautorin Petra Schubert meint: Nein. Beide Seiten treffen sich heute auf Augenhöhe.

Wie oft schon kam es vor, dass Sie sich auf einen guten Bewerber geeinigt haben – der Kandidat seinerseits aber seine Bewerbung zurückgezogen hat? Was früher eine Seltenheit war, passiert heute immer häufiger. Der ärztliche Stellenmarkt ist ein Arbeitnehmermarkt. Es gibt mehr freie Ärztestellen als Bewerber. Auch der Bewerbercharakter hat sich verändert. Gerade junge Ärzte warten mit sehr konkreten Vorstellungen von ihrer Karriere, der Unternehmenskultur im Krankenhaus und der Ausgestaltung ihrer Work-Life-Balance auf. Müssen Arbeitgeber sich dem anpassen? Bis zu einem gewissen Grad ja – sie sollten sich auf Augenhöhe begeben. Um auch aus Arbeitgebersicht das Gespräch zu bestehen, sind Krankenhäuser angehalten, Kandidaten im Gespräch mit Authentizität zu begegnen. Mit diesen 5 Tipps für das Bewerbunggespräch machen Sie sich noch beliebter:

1. Recruiting als Service

Der erste persönliche Eindruck ist der wichtigste, und dies gilt heute mehr denn je für beide Seiten. Was selbstverständlich sein sollte – ein höflicher und auch hilfsbereiter Umgang – wird leider immer noch zu oft unterschätzt. Aber umso besser kommt es an, wenn ein Arbeitgeber tatsächlich von Anfang an respektvoll auftritt. Der Kontakt zu Ihren Kandidaten sollte von einem Servicegedanken getragen werden. Teilen Sie ihnen zum Beispiel bereits in der Einladung mit, wer die Gesprächspartner sein werden oder ob Sie die Kosten für die Anfahrt übernehmen werden.

2. Transparenz in Pflicht und Kür

Zu einer vertrauensvollen Annäherung gehört auch die offene Thematisierung aller Aspekte, die für das Arbeitsverhältnis wichtig sind. Denn Transparenz bleibt immer Trumpf. Schildern Sie die typischen Aufgaben und wichtigsten Erwartungen, mit welchen Sie Ihren Kandidaten verpflichten wollen. Ehrlichkeit kann bestechend sein. Nach der Pflicht kommt auch schon die Kür. Stellen Sie jetzt die Vorteile Ihres Unternehmens heraus. In Sachen Arbeitszeitmodelle, Unternehmenskultur und Karriereplanung.

3. Aktives Zuhören

Wertschätzung kommunizieren Sie auch durch aktives Zuhören: Ein Gesprächsverhältnis von 80 zu 20 Prozent zugunsten des Kandidaten signalisiert dem Bewerber, dass Sie ihn nicht in starre Strukturen pressen wollen. Sie interessieren sich für ihn als einen individuellen Leistungsträger.

4. Absagen: Vielen Dank und bis zum nächsten Mal!

Die Auswahl ist getroffen und der Vertrag geschlossen? Bei aller Freude und Arbeit versäumen Sie nicht, den anderen Kandidaten abzusagen. Gerade Bewerber, die es bis ins Bewerbungsgespräch geschafft haben, haben viel Energie in ihre Bewerbung gesteckt. Sie sollten nicht enttäuscht werden, indem Sie nichts mehr von sich hören lassen. Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal. Ein freundlicher Abschluss des Bewerbungsprozesses kann gute Bewerber zu einer erneuten Bewerbung zu einem späteren Zeitpunkt ermuntern. Oder auch zu einer Empfehlung an ihre Freunde, es doch mal bei Ihrem Krankenhaus zu probieren.

5. Recruiting Beratung

Beratung und Unterstützung im gesamten Recruitingprozess – von der Ausschreibung über die Vorauswahl bis zum Gespräch und der Auswahl – können Sie auch erhalten, indem Sie externe Beratung in Anspruch nehmen. Entweder in Form von Workshops, oder gleich ‚live und direkt‘ in ihren Ausschreibungs- und Bewerbungsprozessen.

In der aktuellen Ausgabe des Deutsche Ärzteblatts gibt Klaus Wawrzyniak, InPaK-Mitglied und Personalleiter der Heidekreis-Klinikum GmbH, ausführliche Vorschläge für eine valide Auswahl (Ausgabe 37, Der Weg zum richtigen Mitarbeiter). Die Tipps können Sie dabei unterstützen, den richtigen Kandidaten auszuwählen und dabei die eigene Arbeitgeberattraktivität zu stärken.

 

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