„Retter in Grün“: Ärzte-Recruiting bei der Bundeswehr

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Die Arbeitgeberkampagne der Bundeswehr rückt medizinische Fachkräfte in den Mittelpunkt. Mit starken Motiven schafft sie Aufmerksamkeit.

© Bundeswehr
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Die Bundeswehr wirbt um Nachwuchs für den Sanitätsdienst. Gesucht werden keine „Götter in Weiß“, sondern „Retter in Grün“ – so die Botschaft eines der Kampagnenmotive. Unter Medizinern wird das Motiv kontrovers diskutiert. Die Kampagnen-Awareness in der Bevölkerung steigt dadurch. „Wir spielen bewusst mit dem Klischee des ‚Halbgottes in Weiß‘ und sprechen approbierte Ärzte an; speziell Personen, die die Kombination aus Mediziner und Soldat reizt. Beides sind Tätigkeiten, die gesellschaftlich von besonderer Relevanz sind und die einen sinnstiftenden Charakter haben“, sagt ein Sprecher des Bundesamtes für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw).

Bereits heute arbeiten viele „Quereinsteiger“, also bereits approbierte Ärzte ohne militärische Ausbildung, bei der Bundeswehr. Auch im kommenden Jahr gibt es Bedarf. Insgesamt fünf Motive sprechen die Zielgruppe an: Zu sehen sind sie auf bundeswehrkarriere.de, Aufklebern, Postkarten, Postern und in Anzeigen in den relevanten sozialen, Fach- und Publikumsmedien, darunter auch im „Deutschen Ärzteblatt“. Auf der Karriereseite finden sich Videos zu den unterschiedlichen Berufsbereichen und detaillierte Berufsporträts. 2017 wird die Kampagne fortgesetzt und bei bestimmten Anlässen wie Fachmessen und Bewerbungsschluss-Terminen verstärkt.

Ausbildung auch für Frauen immer attraktiver

Gesucht werden neben Ärzten unter anderem auch Notfallsanitäter, Rettungsassistenten, Krankenpfleger und Medizinstudenten. Für Abiturienten bietet die Bundeswehr jährlich rund 250 Studienplätze an öffentlichen Universitäten wie in München, Berlin, Göttingen und Jena. Die Sanitätsoffiziersanwärter studieren dort unter den Bedingungen eines Vollstipendiums. „Während des anspruchsvollen Medizinstudiums können sich die Studierenden so ganz auf die Inhalte konzentrieren und müssen keiner Nebentätigkeit nachgehen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren“, beschreibt der Sprecher des BAPersBw die Vorzüge der Ausbildung bei der Bundeswehr. Parallel zum Medizinstudium werden die Studenten zur militärischen Führungskraft ausgebildet. Sie verpflichten sich zu einem 17-jährigen Dienst (inklusive Studium) im Sanitätsdienst der Bundeswehr und durchlaufen in dieser Zeit in der Regel auch die Facharztausbildung.

Für eine Ausbildung als Offizier im Sanitätsdienst bei der Bundeswehr bewerben sich in etwa gleich viele Frauen und Männer. In den vergangenen Jahren stieg der Frauenanteil, so dass 2017 erstmals mehr Frauen (53,5 Prozent) als Männer in diesem Bereich ausgebildet werden. Gleichzeitig sind die Gesamtbewerberzahlen bei einem Bedarf von rund 280 Offiziersanwärtern für diesen Beruf leicht rückläufig (2015: 2.770 Bewerber, 2016: 2.272 Bewerber). Umso wichtiger ist es für die Bundeswehr, kräftig die Werbetrommel zu rühren und die Vorteile einer Arbeit bei der Bundeswehr für (angehende) Ärzte kommunikativ herauszustellen.

Markenbotschafter im Image-Video

„Anders als in zivilen Heilberufen stehen die Ärztinnen und Ärzte der Bundeswehr unter einem geringeren Zeit- und Kostendruck, da die Heilfürsorge für Soldatinnen und Soldaten nicht über das gesetzliche DRG-System abgerechnet wird. Darüber hinaus ist der Personalschlüssel in den Gesundheitseinrichtungen der Bundeswehr besser, so dass das Personal weniger Wochenend- und Nachtdienste leisten muss als zivile Kollegen“, so der Sprecher des BAPersBw.

Oberstabsarzt Prince Joy © Bundeswehr /Screenshot
Oberstabsarzt Prince Joy © Bundeswehr /Screenshot im Video auf der Karriereseite

Angehörige der Bundeswehr und ihre Geschichten stehen im Mittelpunkt der Kampagne – vom Arzt im Einsatz bis zum Gesundheits- und Krankenpfleger.

Einer der Markenbotschafter ist Oberstabsarzt Prince Joy. Der Arzt kam nach einem zivilen Studium als Direkteinsteiger zur Bundeswehr. Er ist einer der Kampagnen-Testimonials und erklärt im Image-Video, was für ihn das Besondere an der Arbeit als Rettungsmediziner und Truppenarzt ist.

Arbeitgeberkampagne zeigt Erfolge

Aktuell sind 300 Stellen für approbierte Ärzte als Offiziere und weitere 200 zivile Stellen mit ärztlicher Tätigkeit in nahezu allen Fachgebieten (Chirurgie, Anästhesie, Orthopädie und Innere Medizin) ausgeschrieben. Das gilt für Ober-, Fach- und Assistenzärzte.

Die aktuelle Kampagne ist Teil der Arbeitgeberkampagne „Mach, was wirklich zählt“, die seit 2015 läuft. Allein 105.000 militärische Bewerbungen sind daraufhin eingegangen, und 25.000 neue Bundeswehrangehörige konnten gewonnen werden – militärisch und zivil.

Alle Bilder: © Bundeswehr

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