Boehringer Ingelheim: Digitale Datensouveränität – geht das eigentlich?

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Digitale Datensouveränität ist kein Zukunftsszenario, sondern operative Realität. Während Politik und Industrie in souveräne KI-Infrastruktur und sichere Datenräume investieren, rückt für Pharmaunternehmen die resiliente Absicherung kritischer Daten, Systeme und Marketingprozesse in global vernetzten Plattformökosystemen in den Fokus. Zwei Experten erklären, was das bedeutet.
Die Zusammenfassung
Digitale Datensouveränität ist in Politik und Wirtschaft Thema. Mit neuen KI-Rechenzentren wie der Infrastruktur der Deutsche Telekom in München und staatlich geförderten Programmen für souveräne Datenräume baut die Bundesregierung eigene digitale Infrastruktur aus. Für die Pharmaindustrie stellt sich weniger die Frage nach vollständiger Unabhängigkeit als nach der Absicherung kritischer Daten und Prozesse. Daten steuern heute Forschung, Produktion und zunehmend auch Marketing und Außendienst. Bei Boehringer Ingelheim setzt man auf Resilienz statt Systemwechsel.
Zentrale Daten werden in kontrollierte Umgebungen gespiegelt, hybride Infrastrukturen sichern die Betriebsfähigkeit, eigene Rechenzentren und Co-Locations erhöhen die Kontrolle. Für das RX-Marketing bedeutet das vor allem stabile Datenflüsse. Kampagnen, Inhalte und CRM-Systeme bleiben Teil globaler Plattformlandschaften, werden aber durch zentrale Datenspeicher, klare Governance und Redundanzen abgesichert. Gleichzeitig bleiben Abhängigkeiten von internationalen Technologie-Ökosystemen bestehen. Weder Datenquellen noch Plattformen lassen sich vollständig europäisieren, ohne Innovation und Versorgung zu gefährden.
Digitale Datensouveränität zeigt sich in der Praxis daher als pragmatisches Risikomanagement: gezielte Absicherung kritischer Bereiche, realistische Akzeptanz globaler Abhängigkeiten und ein klarer Fokus auf Verfügbarkeit, Stabilität und Patientensicherheit.
Daten sind Macht. Darum wächst der Druck, Abhängigkeiten von internationalen Datenplattformen und digitalen Ökosystemen zu verringern. Das Stichwort lautet digitale Datensouveränität. Mit neuen KI-Rechenzentren wie der Infrastruktur der Deutsche Telekom in München sowie mit staatlich geförderten Programmen für souveräne Datenräume baut die Bundesregierung eigene digitale Infrastruktur aus. Im Zentrum stehen Rechenleistung für Künstliche Intelligenz, sichere Cloud-Umgebungen und der Umgang mit sensiblen Daten. Die Pharmaindustrie ist durch strenge Vorgaben im Umgang mit Daten geschult. Transparenz und Compliance gehören zum Alltag. Trotzdem wirft digitale Datensouveränität neue Fragen auf. Denn Daten steuern heute fast alle Bereiche: Forschung, Produktion, Marketing, Außendienst und Fachgruppenkommunikation.
- Entsteht daraus Handlungsdruck für Pharmaunternehmen?
- Strategisch, operativ oder regulatorisch?
- Und wie relevant ist digitale Datensouveränität für die Branche?

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Absicherung statt Panik
Mit diesen Fragen beschäftigte sich auch Andreas Henrich in seiner Keynote auf der Digital Health Conference 2025 in Berlin. Henrich, Corporate Vice President IT Infrastructure bei Boehringer Ingelheim, sagt klar: „Stand heute sind wir stark abhängig von U.S.-Lieferanten.“ Panik löst das nicht aus. Entscheidend ist für ihn die Priorisierung. „Wo braucht das Unternehmen jederzeit Zugriff auf Daten und Systeme – und wo wären temporäre Einschränkungen zwar unangenehm, aber verkraftbar?“
Für kritische Bereiche setzt Boehringer Ingelheim auf Ausfallsicherheit. Daten werden in kontrollierte Umgebungen gespiegelt. Ziel ist klar: Auch im Ernstfall soll das Unternehmen arbeitsfähig bleiben. Der Zugriff auf zentrale Informationen darf nicht an einer Plattform hängen. Weder an einem Standort noch an einem Anbieter. Dazu nutzt das Unternehmen eigene Rechenzentren und Co-Locations mit deutschen Betreibern. Ergänzt wird das durch hybride Modelle. Einige Anwendungen laufen weiter auf internationalen Plattformen. Besonders sensible Daten liegen in stärker kontrollierten Umgebungen. Es geht nicht um einen kompletten Systemwechsel. Es geht um Absicherung.

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Was das für das RX-Marketing bedeutet
Für das RX-Marketing übersetzt Lukas Tasch diese Infrastruktur in den Alltag. Er ist Head of IT Marketing & Sales bei Boehringer Ingelheim. CRM-Systeme, Content-Plattformen und Kampagnensteuerung greifen auf viele Datenbanken zu. Außendienst und Brand Teams arbeiten täglich damit. Bricht der Zugriff weg, stocken Prozesse sofort. Kampagnen lassen sich nicht sauber steuern. Inhalte fehlen. Informationen gehen verloren.
Kurzfristig lässt sich vieles auffangen, sagt Tasch. Die eigentliche Priorität liegt jedoch woanders: „Der Patient steht im Mittelpunkt, nicht die Marketingkampagne.“ Kritisch wird es dort, wo digitale Prozesse direkt mit Versorgung und Produktion verbunden sind. Fallen Bestellwege oder zentrale Plattformen aus, betrifft das nicht nur interne Abläufe. Es kann die Verfügbarkeit von Medikamenten treffen.
Die Grenzen digitaler Datensouveränität
So klar die Absicherung kritischer Daten organisiert wird, so deutlich benennen beide Gesprächspartner auch ihre Grenzen. Abhängigkeiten lassen sich nicht einfach auflösen. Datenquellen, Plattformen und Technologien sind international verflochten. Henrich betont, dass es nicht reiche, Daten nur in europäische Umgebungen zu verlagern. Dafür brauche es auch die passenden Technologieplattformen. Für viele Bereiche gebe es derzeit kaum gleichwertige Alternativen. Auch Lukas Tasch warnt vor einfachen Lösungen. Digitalisierung lebe von globalen Ökosystemen. Innovation entstehe oft dort, wo internationale Anbieter Daten, Technologien und Plattformen zusammenführen. Ein bewusster Rückzug könne Prozesse bremsen und im Zweifel die Versorgung der Patientinnen und Patienten beeinträchtigen.
Digitale Datensouveränität bedeutet für Boehringer Ingelheim daher keine Abschottung, sondern bewusste Risikosteuerung.
Cyberangriffe als zusätzlicher Treiber
Ein weiterer Faktor ist die wachsende Bedrohung durch Cyberangriffe. Henrich beschreibt sie als festen Bestandteil des IT-Alltags. Die Zahl der Attacken steige kontinuierlich. Viele würden abgewehrt, zeigten aber, wie verwundbar digitale Infrastrukturen geworden sind. Vor diesem Hintergrund gewinnen Resilienzarchitekturen an Gewicht. Datenspiegelung, Redundanzen und kontrollierte Umgebungen sichern nicht nur Forschungs- und Produktionsdaten, sondern auch kommerzielle Systeme.
Auch im RX-Marketing wirkt sich das direkt aus. Stabile Datenflüsse sind Voraussetzung für Kampagnen, Außendienststeuerung und konsistente Fachgruppenkommunikation. Gleichzeitig bleibt das Marketing Teil globaler Plattformlandschaften. Vollständige Unabhängigkeit ist weder realistisch noch sinnvoll. Entscheidend ist die Balance: zentrale Daten unter eigener Kontrolle halten, Risiken absichern und zugleich internationale Ökosysteme nutzen. Marketingrelevante Daten werden deshalb zentral gehalten. Datenspiegelung sorgt für Verfügbarkeit. Klare Governance regelt Verantwortung. Redundante Infrastrukturen federn Ausfälle ab.
So bleibt das Tagesgeschäft stabil, auch wenn einzelne Systeme eingeschränkt sind. Digitale Datensouveränität verändert damit nicht die Marketingstrategie. Sie stärkt ihre Grundlage.
Fazit
Digitale Datensouveränität ist für Pharma vor allem ein Instrument zur Sicherung kritischer Prozesse. Daten sollen verfügbar bleiben, auch in Ausnahmesituationen. Abhängigkeiten von internationalen Plattformen bestehen weiter. Sie lassen sich nicht vollständig auflösen. Unternehmen reagieren mit hybriden Infrastrukturen, Datenspiegelung und klaren Zuständigkeiten. Für das Pharmamarketing zählt dabei vor allem eines: stabile Datenflüsse statt radikaler Systemwechsel.
FAQ: Digitale Datensouveränität und Pharma
Was bedeutet digitale Datensouveränität konkret?
Digitale Datensouveränität beschreibt das Ziel, Daten und digitale Infrastrukturen stärker unter eigener Kontrolle zu halten. Dazu gehören sichere Rechenzentren, kontrollierte Cloud-Umgebungen und klare Regeln für Zugriff, Speicherung und Nutzung sensibler Informationen. Mit neuen KI-Rechenzentren wie der Infrastruktur der Deutsche Telekom in München sowie mit Förderprogrammen für souveräne Datenräume investiert die Bundesregierung in eigene digitale Infrastruktur. Ziel ist es, kritische digitale Prozesse resilienter aufzustellen und Risiken durch Abhängigkeiten zu reduzieren.
Ist digitale Datensouveränität auch für die Pharmaindustrie ein Thema?
Ja, vor allem dort, wo Daten unmittelbar mit Patientensicherheit, Produktion und regulatorischen Anforderungen verknüpft sind. Forschung, klinische Studien, Lieferketten und zunehmend auch Marketingprozesse sind heute stark datengetrieben.
Wie geht ein Pharmaunternehmen wie Boehringer Ingelheim damit um?
Das Unternehmen setzt auf Resilienz statt auf radikale Systemwechsel. Kritische Daten werden in kontrollierte Umgebungen gespiegelt, hybride Infrastrukturen sichern den Betrieb ab. Eigene Rechenzentren und Co-Locations erhöhen die Kontrolle über zentrale Systeme. CRM-Systeme, Kampagnenplattformen und Content-Datenbanken bleiben Teil globaler Plattformlandschaften. Gleichzeitig werden marketingrelevante Daten zentral gesichert, um auch bei Ausfällen einzelner Systeme arbeitsfähig zu bleiben. Ziel ist stabile Datenverfügbarkeit, nicht vollständige Unabhängigkeit.
Was ist das Fazit für Pharma und Pharmamarketing?
Digitale Datensouveränität ist kein Unabhängigkeitsprojekt, sondern ein Instrument des Risikomanagements. Kritische Daten werden gezielt abgesichert, während globale Plattformen weiter genutzt werden. Für das Marketing bedeutet das vor allem verlässliche Datenflüsse und stabile Prozesse.
(Disclaimer: Dieser Kasten wurde mit KI generiert.)

