Ob Fachmedium oder KI-Tool: Für Ärztinnen und Ärzte zählt vor allem, ob medizinischen Informationen nachvollziehbar und fachlich geprüft sind. Eine nicht repräsentative Umfrage des Deutschen Ärzteverlags unter rund 3.000 Ärztinnen und Ärzten zeigt, dass etablierte Fachmedien einen Vertrauensbonus haben.

Vertrauen beginnt mit Nachprüfbarkeit

Ärztinnen und Ärzte medizinische Aussagen überprüfen können. 93 Prozent der Befragten achten darauf, dass Quellen, Studien und eine klare fachliche Verantwortung erkennbar sind. Ebenso wichtig ist ihnen, dass Inhalte redaktionell oder fachlich geprüft und qualitätsgesichert werden. Damit zeigt sich: Vertrauen entsteht vor allem durch Nachprüfbarkeit.

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Das vollständige Factsheet zeigt weitere Ergebnisse zu Vertrauen in Fachmedien, zur Nutzung von KI im ärztlichen Alltag und zu den Anforderungen an glaubwürdige medizinische Informationen. Außerdem enthält es konkrete Erkenntnisse für Newsletter- und HCP-Kommunikation sowie für den Umgang mit Pharmainformationen.

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Umfeld beeinflusst, wie Inhalte eingeordnet werden

Trotzdem spielt es eine Rolle, wo eine medizinische Information erscheint. Für 89 Prozent der Befragten beeinflusst das Medium ihr Vertrauen stark oder eher stark. Nur rund 11 Prozent messen dem publizierenden Medium eine geringe oder gar keine Bedeutung bei. Das heißt: Ein etabliertes Fachmedium schafft einen Vertrauensrahmen. Es signalisiert, dass Inhalte ausgewählt, geprüft und fachlich aufbereitet werden. Am Ende muss aber der einzelne Beitrag überzeugen.

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Für KI gelten ähnliche Maßstäbe

Interessant ist hier der Vergleich zur Künstlichen Intelligenz. Auch KI-generierte medizinische Antworten bewerten Ärztinnen und Ärzte nach vergleichbaren Kriterien. Die Befragten konnten auch hier bis zu drei Kriterien auswählen. Ergebnis: Quellen, wissenschaftliche Belege und erkennbare Qualitätssicherung spielen auch hier eine wichtige Rolle.

Der Vergleich zeigt aber auch, was die KI nicht leisten kann. Ein KI-System kann Quellen nennen und Antworten nachvollziehbarer machen. Faktoren wie redaktionelle Unabhängigkeit oder die fachliche Einbindung einer Ärztekammer, Fachgesellschaft oder wissenschaftlichen Institution kann es jedoch nicht in gleicher Weise bieten wie ein redaktionelles Fachmedium. Rund ein Viertel der Befragten würde KI-Antworten grundsätzlich nicht vertrauen.

Wie häufig Ärztinnen und Ärzte KI inzwischen beruflich nutzen, wofür sie die Tools einsetzen und welche Vertrauenssignale dabei besonders wichtig sind, zeigt die Detailauswertung im Factsheet.

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Was daraus für die Pharmakommunikation folgt

Ärztinnen und Ärzte betrachten die Informationen von Pharmaunternehmen tendenziell kritisch. Die Befragung zeigt: Ärztinnen und Ärzte sind eher bereit, medizinisch-fachliche Informationen von Pharmaunternehmen zu beachten, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind.

Informationen von Pharma sollten diese Voraussetzungen erfüllen:

  • transparente Quellen und Studien
  • klar gekennzeichneter werblicher Charakter sowie transparente Interessenkonflikte und Sponsoring
  • produktneutrale oder themenbezogene Information
  • Veröffentlichung in einem vertrauenswürdigen Fachmedium
  • Praxisbezug

Dabei ist die Unterscheidung zwischen Beachtung und Vertrauen wichtig. Gute Kennzeichnung, nachvollziehbare Quellen oder ein etabliertes Umfeld können dafür sorgen, dass Ärztinnen und Ärzte einen Inhalt überhaupt näher betrachten. Ob sie ihm anschließend vertrauen, entscheidet sich weiterhin an seiner fachlichen Qualität.

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Fazit: Wie Vertrauen entsteht

Die Befragung zeigt vor allem eines: Eine bekannte Fachmarke spielt für viele der befragten Ärztinnen und Ärzte eine wichtige Rolle, ist aber nicht das alleinige Vertrauenskriterium. Quellen, Nachprüfbarkeit, Transparenz, redaktionelle Qualität und Unabhängigkeit – das sind die Faktoren, nach denen Ärztinnen und Ärzte Inhalte als vertrauenswürdig oder nicht vertrauenswürdig einstufen. Glaubwürdigkeit muss mit jedem einzelnen Artikel aufs Neue verdient werden. Für Pharmaunternehmen folgt daraus: Wer Ärztinnen und Ärzte mit fachlichen Informationen erreichen will, sollte auf Sichtbarkeit in einem Umfeld setzen, das Nachprüfbarkeit und glaubwürdige Kommunikation unterstützt. Umgekehrt können intransparente Werbung, unzureichend belegte Aussagen und unklare Quellen das Vertrauen in den einzelnen Inhalt und möglicherweise auch in das publizierende Medium schwächen.

Zur Methodik

Die Online-Umfrage des Deutschen Ärzteverlags wurde im Juli 2026 durchgeführt. Insgesamt nahmen 3.179 Ärztinnen und Ärzte teil, die aerzteblatt.de und/oder die Newsletter-Angebote des Deutschen Ärzteblattes nutzen. Die Zahl der Antworten variiert je nach Frage. Die Befragten verfügen überwiegend über langjährige Berufserfahrung: Rund 71 Prozent sind seit mehr als 20 Jahren ärztlich tätig, etwa 15 Prozent seit 11 bis 20 Jahren und rund 14 Prozent seit bis zu 10 Jahren. Unter den abgefragten Fachgebieten waren die größten Gruppen die Allgemeinmedizin mit etwa 23 Prozent, die Psychiatrie mit rund 16 Prozent und die Anästhesiologie mit etwa 12 Prozent. Rund 42 Prozent der Teilnehmenden arbeiten in einer Klinik. Etwa 32 Prozent sind in einer Gemeinschaftspraxis oder einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) tätig, rund 26 Prozent in einer Einzelpraxis. Knapp 51 Prozent der Befragten waren männlich, 48 Prozent weiblich. Rund 1 Prozent machte keine Angabe oder ordnete sich als divers ein.

Hinweis: Da die Befragten aerzteblatt.de und/oder Newsletter des Deutschen Ärzteblattes nutzen, sind die Ergebnisse nicht repräsentativ für die gesamte Ärzteschaft.