Ein Buddy erleichtert Neuankömmlingen den Einstieg im Klinikum

Mitarbeiter kündigen vor erstem Arbeitstag

Veit Lemke, Onboarding-Experte der Haufe Group © Haufe Group
Ein Pate als Ansprechpartner für neue Mitarbeiter
Effektives Onboarding setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen: Auf der einen Seite stehen effiziente administrative Prozesse, so sollte beispielsweise der Arbeitsvertrag möglichst schnell nach der Zusage beim künftigen Mitarbeiter eintreffen. Außerdem sollte der Mitarbeiter am ersten Arbeitstag alles Erforderliche an seinem Arbeitsplatz vorfinden, dazu gehören auch notwendige Berechtigungen und Ausweise. Daneben darf auch die soziale Komponente im Onboarding nicht fehlen, z. B. sollte dem Neuankömmling ein Pate oder Buddy zur Seite gestellt werden, der als Ansprechpartner für alle Themen fungiert. Auch ein Welcome Day für neue Mitarbeiter gibt die Möglichkeit, Fragen zu stellen und neue Kontakte zu knüpfen. Durch die Vielzahl der Angebote entsteht beim Mitarbeiter insgesamt der Eindruck, willkommen an seinem Arbeitsplatz zu sein und sich für den richtigen Arbeitgeber entschieden zu haben. Doch viele Kliniken setzen diese Maßnahmen noch nicht konsequent um. „Personaler und Führungskräfte unterschätzen immer noch oft, wie wichtig die Eindrücke sind, die ein neuer Mitarbeiter von der ersten Kontaktaufnahme, dem reibungslosen administrativen Ablauf sowie der Unternehmens- und Willkommenskultur bekommt“, erklärt Veit Lemke, Onboarding-Experte der Haufe Group. Es sei deshalb ein No-Go, neue Mitarbeiter aufgrund mangelhafter Einarbeitung zu verlieren.Mangelndes Onboarding schadet dem Employer Brand
Ein schlechtes bzw. fehlendes Onboarding kann auch dem Employer Brand schaden. Fühlt sich der Mitarbeiter ungenügend informiert, kann das zu einem Leistungsabfall und zu einer Mehrbelastung der anderen Kollegen führen, die ihrerseits auch unzufriedener werden. Schlechte Erfahrungen tragen die Mitarbeiter nach außen – übrigens immer schneller als gute Erfahrungen – und schaden so auch dem Arbeitgeber. Im schlimmsten Fall muss der Arbeitgeber einen neuen Recruiting- und Onboarding-Prozess starten, weil Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.Technische Unterstützung einbeziehen
Doch wie können Arbeitgeber ihr Onboarding noch weiter verbessern? Ein möglicher Aspekt sind digitale Hilfsmittel wie das Remote-Onboarding. Laut Onboarding-Studie nutzen bereits 23 Prozent der Unternehmen digitale Tools wie z. B. eine Onboarding-Software oder eine App zur Digitalisierung und Strukturierung ihrer Onboarding-Prozesse. Mittels beispielsweise einer Onboarding-App können Mitarbeiter schon vor dem ersten Arbeitstag mit dem zukünftigen Arbeitgeber und den neuen Kollegen in den Austausch treten. „Diese App kann auf jedes Smartphone geladen werden und die Klinik befüllt sie mit Informationen, die für den jeweiligen Mitarbeiter relevant sind und nutzt sie als Kommunikationskanal. Dort kann sich dann beispielsweise auch das gesamte Team vorstellen, wenn die Kollegen in feste Schichten eingeteilt sind und keine Durchmischung stattfinden soll, es können virtuelle Kaffeepausen stattfinden, aber auch Dienstpläne eingestellt werden sowie Weiterbildungen absolviert werden“, erklärt Veit Lemke. Eine Onboarding-App ersetzt langfristig natürlich nicht den persönlichen Kontakt, sehr wohl kann sie diesen aber gezielt fördern und unterstützen.Wer ist für das Onboarding zuständig?
Es ist wichtig, feste Zuständigkeiten für das Onboarding zu etablieren. Bisher geben laut Studie 14 Prozent der Befragten an, dass in ihrem Unternehmen niemand für das Onboarding zuständig ist. In 76 Prozent der Fälle zeichnet sich die HR verantwortlich. Ein gutes Onboarding nutzt eine Mischung aus digitalen und analogen Möglichkeiten. Mehr als die Hälfte der in der Onboarding-Studie befragten HR-Verantwortlichen nutzen als Preboarding-Maßnahmen einen persönlichen Ansprechpartner und eine Begrüßungsmappe oder ein Willkommensschreiben für neue Mitarbeiter. Dabei sollten Arbeitgeber nicht vergessen, dass solche Maßnahmen nicht mit dem ersten Arbeitstag enden sollten, wenn eine dauerhafte Mitarbeiterbindung das Ziel ist.Hilfreiche Onboarding-Tipps
- Remote Kommunikation Online-Meetings und Chats können für mehr Dynamik im Team sorgen und dem Onboardee so ein Gefühl für das neue Team vermitteln. Zwischenmenschliches und Humor sollte nicht fehlen. Netzwerke unter Neuankömmlingen können zudem eine rasche interne Vernetzung vorantreiben.
- Virtueller Welcome Day An einem gemeinsamen Welcome Day kann das Unternehmen allen Newbies die Unternehmensleitlinien, die Firmenkultur und das Produktportfolio vorstellen. Virtuelle Lösungen per Live-Übertragung oder als Teilnehmer einer Videokonferenz sind genauso möglich.
- Feedback & Mitarbeitergespräche Im Mitarbeitergespräch werden beispielsweise Aufgaben und Ziele besprochen und bisherige Arbeitsergebnisse ausgetauscht. Auch Rückmeldungen des neuen Mitarbeiters sind für Unternehmen ein wichtiges Gut, die vielleicht die ein oder andere Möglichkeit zur Prozessoptimierung bieten.
- Onboarding-Software zur Unterstützung Hier sollten der Kommunikationskanal und die technische Ausrüstung stimmen. Neue Mitarbeiter werden zum oder vor dem Start via Onboarding-App virtuell abgeholt und lernen so die Firmenkultur kennen. Für die Einarbeitung können Informationen, Aufgaben und Termine remote hochgeladen werden.
Quelle: Haufe

