Auf einen Blick

Die ärztliche Informationswelt wird digitaler und vielfältiger, aber klassische Fachzeitschriften und -zeitungen behalten ihre Stellung. Gleichzeitig entsteht mit KI ein neuer relevanter Touchpoint, gerade bei Informationen zu neuen Therapieoptionen. Das belegt die aktuelle LA-MED-Facharzt-Studie.

Wo informieren sich Fachärztinnen und Fachärzte heute über neue Therapien und inwieweit aktivieren Fachzeitschriften zu weiterem Handeln? Die LA-MED Facharzt-Studie 2026 zeigt, welche Kanäle im Berufsalltag zählen. Etablierte Fachmedien sind weiterhin verankert. Interessant ist, an welchen Stellen sich neue digitale Touchpoints zunehmend ihren Platz im Informationsmix sichern.

65,2 % nutzen medizinische Fachtitel intensiv

Fachärztinnen und Fachärzte orientieren sich beruflich vor allem an redaktionellen Fachmedien. Digitale Informationsangebote erreichen relevante Nutzungswerte, liegen bei der intensiven Nutzung aber hinter gedruckten Fachzeitschriften. Telefondienste und Hotlines werden hingegen sehr selten genutzt. Sehr wichtig sind hingegen Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen (61,3 %) sowie Tagungen, Kongresse und Vorträge (49,6 %).

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Neue Therapien? KI ist relevanter Touchpoint

Wenn es konkret um Informationen zu neuen medikamentösen Therapieoptionen geht, dominieren weiterhin Fortbildungen, Fachzeitschriften und der kollegiale Austausch. Bemerkenswert ist in diesem Jahr aber die Position von KI-Angeboten wie ChatGPT, Gemini oder Copilot: Bereits 46,0 % der Befragten bewerten sie hier als sehr oder eher relevant beziehungsweise nützlich. Das spricht dafür, dass KI inzwischen als relevanter zusätzlicher Informationsweg zu neuen Therapieoptionen wahrgenommen wird, klassische fachliche Informationsquellen aber deutlich wichtiger sind.

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Print aktiviert zu neuen Therapien und Fortbildungen

Medizinische Fachzeitschriften stoßen bei Ärztinnen und Ärzten konkrete Handlungen an. Besonders häufig führen sie dazu, neue Therapien zu erwägen (87,8 %) oder an Fort- und Weiterbildungen teilzunehmen (80,0 %); auch Kongressbesuche und Website-Nutzung werden deutlich aktiviert. Damit sind Zeitschriften mehr als reine „Informationsvermittler“, sie geben Ärztinnen und Ärzten Impulse für die Auseinandersetzung mit neuen Therapieoptionen und für weitere Informationen und Fortbildungen.

Auch bei der Fortbildung stehen etablierte Formate vorn. Die Befragten nutzen Fachzeitschriften am häufigsten, dicht gefolgt von Kongressen und Tagungen. Digitale Formate sind ebenfalls fest verankert, besonders Live-Webinare und Onlinefortbildungen. Podcasts erreichen mit 21,3 % immerhin jeden Fünften.

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YouTube und WhatsApp dominieren die Social-Media-Nutzung

Bei der Social-Media-Nutzung von Fachärztinnen und Fachärzten zeigt sich ein aus der LA-MED Facharztstudie 2024 vertrautes Bild: YouTube und WhatsApp liegen mit deutlichem Abstand vorn, während berufliche Netzwerke wie LinkedIn oder spezialisierte ärztliche Plattformen deutlich niedrigere Nutzungswerte erreichen. Neben allgemeinen Plattformen wie Instagram spielen auch DocCheck.de und Coliquio eine Rolle.

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Über die LA-MED Facharzt-Studie 2026

Alle zwei Jahre legt die Arbeitsgemeinschaft LA-MED Kommunikationsforschung im Gesundheitswesen e.V. neue Reichweitenzahlen vor. Die LA-MED Facharzt-Studie liefert aktuelle Daten über die Fachärztinnen und Fachärzte in Praxis und Klinik und zeigt ihre bevorzugten Fachmedien, ihr berufliches Informationsverhalten und ihre Fortbildungsgewohnheiten. Grundgesamtheit und Stichprobe: Befragt wurden niedergelassene Ärztinnen und Ärzte mit Facharztanerkennung sowie Chef- und Oberärztinnen und -ärzte in Deutschland aus acht Fachgruppen: Dermatologie, Gynäkologie, HNO, Innere Medizin, Nervenheilkunde/Neurologie/Psychiatrie, Orthopädie/Unfallchirurgie, Pädiatrie und Urologie. Insgesamt wurden 2.566 Netto-Interviews (auf Papierfragebögen und Online-Teilnahmen) realisiert.