Onboarding neuer Ärzte: Was Kliniken beachten müssen
E-Learning für neue Ärzte früh ansetzen

Dr. Lars Holldorf, © Dr. Holldorf Consult GmbH
Begrüßung durch Chefarzt und Willkommenspaten
„Einen großen Unterschied macht es, wenn der Chef den neuen Kollegen am ersten Tag persönlich begrüßt“, sagt Lars Holldorf. Ärzte fühlen sich damit direkt zu Beginn wertgeschätzt und gut aufgehoben. Darüber hinaus ist ein persönlicher Willkommenspate eine wichtige Anlaufstelle für Neuankömmlinge. Dieser stellt die Abteilung vor und beantwortet alle Fragen. Außerdem bespricht er den Einarbeitungsplan und sorgt dafür, dass der Neue Zugang zu allen Systemen hat. Auch auf die soziale Komponente kommt es an. Der Willkommenspate kümmert sich darum, dass die neue Ärztin erfolgreich ins Team integriert wird. Gemeinsame Events oder auch nur das Essen mit den Kollegen in der Kantine sind gute Ansatzpunkte. Im Idealfall sollte das Krankenhaus auch seine Willkommenspaten schulen und sie auf ihre Aufgabe vorbereiten (Beispiel Helios: Health Relations berichtete).Regelmäßige Feedbackrunden einplanen
Wer kennt das nicht von sich selbst? Ein kleines Lob zwischendurch lässt Mitarbeiter zur Höchstform auflaufen. Umso mehr, wenn die Rückmeldung vom Chef kommt. Gerade für Neuankömmlinge zeigen regelmäßige Feedbackgespräche mit Willkommenspaten und Vorgesetzten, dass sie wertgeschätzt werden. Je positiver und handlungsbezogener die Rückmeldung ist, desto motivierter geht der neue Kollege in seine Aufgabenfelder hinein. Aber auch konstruktive Kritik macht einen guten Arbeitgeber aus. Denn, was bringt es, wenn man Lob bekommt und letztendlich doch nicht akzeptiert wird? Wichtig ist es, direkt zu Beginn regelmäßige Termine festzuzurren. Hierin können auch die Erwartungen in beide Richtungen deutlich gemacht werden. Für einen umfassenden Eindruck nach einer gewissen Zeit bieten sich anonyme Umfragen im Sinne eines 360°-Feedbacks an. Diese geben ergänzend Aufschluss über Leistung und Integration des neuen Arztes. Die Gespräche mit dem Chef sollten dabei gewissen Spielregeln folgen. Dazu zählen beispielsweise Leitlinien, wie jederzeit sachlich zu bleiben, wertfreie Formulierungen zu wählen und wertschätzend zu kommunizieren. Pauschalisierungen sollten Vorgesetzte unbedingt vermeiden. Im Idealfall kann ein Chef seine Rückmeldung an konkreten Beispielen festmachen. Wenn Chefärzte ihren Mitarbeitern dabei das Gefühl vermitteln, dass Feedback keine Einbahnstraße ist, spricht das für eine offene Feedback-Kultur. Das kann die Arbeitgeberattraktivität eines Krankenhauses nachhaltig prägen.Hier lesen Sie Teil 1 unserer Serie "Onboarding in Kliniken": http://www.healthrelations.de/onboarding-krankenhaus


