Who’s Who: Karin Reichl, Managing Director health angels

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Porträt Karin Reichl, Managing Director bei health angels
Karin Reichl, Managing Director bei health angels

Anfang diesen Jahres ging die Agentur „health angels – powered by Hirschen Group“ in Hamburg an den Markt. Managing Director Karin Reichl hat sich primär ein Ziel gesetzt: Keine Restriktionen durch Denken in Disziplinen zuzulassen.

„Medical Education, Strategie, Digital, Kreation, egal. Wichtig ist für mich, dass wir eine Kommunikation erfinden, die Ärzte und Kunden weiterbringt und Probleme löst“, fasst Karin Reichl, Managing Director bei health angels, ihre Zielsetzung zusammen. Sie ist überzeugt: „Das Denken und Arbeiten in Disziplinen hemmt das kreative Potential. Das möchten wir überwinden.“

Seit über 21 Jahren ist Karin Reichl in der Healthcare-Kommunikation unterwegs. Drei Agenturen hat die 52-Jährige bereits geführt, die erste von ihnen, die pluspool GmbH, gründete die ehemalige Journalistin 1997. „Wenn man nach all diesen Jahren eine weitere Agentur aufbaut, stellt man sich schon die Frage, warum?“, sagt sie. Ihre Antwort: „Weil ich mit health angels die Möglichkeit habe, neue Wege in der Kommunikation, Tools und Intellectual Property zu entwickeln. Durch die Hirschen Group, zu der die Agentur gehört, habe ich ein Netzwerk von 800 Kollegen, deren Know-how ich auf meine Branche übertragen kann.“

„Die Richtung ist klar: Es geht um enge Markenführung. Patient- und Customer-Centricity haben sich als LeitgedankeN durchgesetzt. Jetzt müssen wir das nur noch auf die Staße kriegen.“

Übertragung, das ist das Stichwort. Das ist der Hebel, der Pharma-Marketing in Reichls Augen voranbringen kann. Denn, dass sich gerade die RX-Kommunikation in den letzten Jahren grundlegend verändert hat, ist unbestritten. „Ich habe meine Kreatividee, spiele das lustig in die Kanäle und am Ende messe ich ein bisschen, das gibt es nicht mehr. Das weiß die Branche aber auch.“ Der Schlüssel zum Erfolg liegt für Karin Reichl in dem Ideen-Transfer aus dem Consumer-Segment, in der Vernetzung und der Implementierung branchenfremder Mechanismen. Dazu braucht die Pharma-Industrie Mut, sie muss sich öffnen. „Aber daran mangelt es nicht. Ich erlebe die pharmazeutische Industrie als innovationsbereit. Es mangelt eher an der Erfahrung. Gerade im internationalen Vergleich hinken wir in Deutschland im Bereich Transfer hinterher.“ Partnerschaften und branchenübergreifende Kooperationen sind ein Weg, sich aus der eigenen Blase zu lösen. „Das können ergänzende, nicht in Konkurrenz stehende Organisationen wie Patientenvereinigungen, Tech-Unternehmen oder NGOs sein. Das wäre ein Gewinn für alle Beteiligten. Für den Patienten und die Unternehmen.“

Die Pharmazeutische Industrie muss also umdenken. Oder besser: Weiter denken, den 360-Grad-Blick entwickeln. Die Aufgabe von Agenturen sei es, diesen Wandel zu begleiten und undogmatische, neue Ansätze für Healthcare Marketing zu finden. „Die Richtung ist klar: Es geht um enge Markenführung. Patient- und Customer-Centricity haben sich als Leitgedanken durchgesetzt. Jetzt müssen wir das nur noch auf die Straße kriegen. Wir müssen Patient Journeys erstellen, Medical Insights auf Patientensicht übertragen. Wir müssen uns fragen: Wie kann ich dem Kunden einen strategischen Benefit geben?“

„Eines unserer Ziele für 2019 ist die verstärkte Einbindung von Medical Experts und Key Opinion Leaders in den Kommunikationsprozess vor der Implementierung.“

Die Voraussetzung für eine kundenzentrierte Kommunikation sind Insights. Ohne sie geht gar nichts. Und wer kann diese besser benennen als die Akteure im Gesundheitssystem selbst. Karin Reichl und ihr Team aus sieben Kollegen und Kolleginnen, denken diese Idee konsequent weiter. „Eines unserer Ziele für 2019 ist die verstärkte Einbindung von Medical Experts und Key Opinion Leaders in den Kommunikationsprozess vor der Implementierung. Und wir wollen noch weiter gehen: Wir möchten PTAs, Ärzte und Krankenschwestern in unser Agenturteam holen, damit diese ihr Know-how einbringen können. Diese sollten nicht nur als Wissensquelle dienen, sondern aktives Mitglied in der Kommunikation sein.“ Klingt einfach, ist es aber nicht. Denn die Agenturwelt hat mitunter nicht viele Überschneidungen mit dem Alltag in Kliniken oder Praxen. Dennoch sieht Karin Reichl viel Potential in dieser Strategie. „Um vorne dabei zu bleiben, braucht es neue Denkmuster und Strukturen“, sagt sie. Genau das ist es, was sie nach mehr als 20 Jahren Healthcare Kommunikation immer noch antreibt. „Dass wir im Team immer noch neue Tools entwickeln können. Und ich immer noch begeistert bei der Sache bin.“


Zur Person: Karin Reichl ist Managing Director bei health angels – powered by Hirschen Group. Die 52-Jährige ist studierte Journalistin, schrieb unter anderem für den Spiegel oder die Zeit, bevor sie Ende der 90er Jahre in die Healthcare-Kommunikations-Branche wechselte. „Man kann hier kreativer arbeiten als im Journalismus.“ Die Kunst- und Design-Liebhaberin ist in Hamburg, Düsseldorf, Karlsruhe und auf Mallorca zuhause.

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