5 Tipps für Online-Stellenanzeigen

92
© zakokor / iStock

Es gibt immer mehr Stellen, die online ausgeschrieben werden, gleichzeitig sind weniger Menschen in Deutschland auf Jobsuche. Deshalb ist es wichtig, Online-Stellenanzeigen so bewerberfreundlich wie möglich zu platzieren.

Recruiter im Healthcare-Sektor haben es besonders schwer, Personal zu finden, denn der Bewerbermarkt ist dünn und bewährte Methoden scheinen nicht mehr zu greifen. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Die Stellenanzeige steht auf der Recruitingskala immer noch auf Platz 1. Etwa 40 Prozent aller Job-Einstellungen wurden im letzten Jahr über eine Stellenanzeige (Print/Online) besetzt. Es könnte also ausreichen, den eigenen Online-Stellenmarkt aufzupolieren, um wieder mehr Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen zu erhalten. Hier kommen fünf häufige Probleme und ihre Lösungsmöglichkeiten:

1. Problem: Auf ausgeschriebene Stellen bewerben sich zu wenige Interessierte

Dies liegt aller Voraussicht nach daran, dass zu wenige Bewerber das Stellenangebot aufrufen, sprich: Es fehlt an Reichweite. Bitten Sie Recruiter, sich über Ihre Karriereseite zu bewerben und holen Sie sich ein ungeschöntes Feedback ein. Oft sind wichtige Lösungen nur ein paar Klicks entfernt. Überprüfen Sie, ob Sie die sozialen Netzwerke optimal nutzen. So gibt es bei Xing z.B. Fachgruppen, über die spezialisierte Mitglieder erreicht werden und Add-Kampagnen auf Facebook können die Reichweite von Posts mit wenigen Euro um ein Vielfaches steigern.

2. Problem: Die Ausschreibung ist nicht mobil optimiert

aerztestellen.de, der Online-Stellenmarkt des Deutschen Ärzteblatts, wird auch auf jedem Mobilgerät responsiv ausgespielt. @Screenshot_aerztestellen.de

„Die These: Mobile wird gewinnen, ist gar nicht mehr aktuell. Mobile hat gewonnen und wir müssen uns bei einer Anzeige grundsätzlich erst die Frage stellen, wie sieht sie mobil aus. Um dann zu gucken, was kann ich auf dem Desktop machen“, sagte Steffen Günder, Verkaufsleiter bei Monster worldwide auf der Personalmesse Zukunft Personal – Europe 2018. Es geht hier aber nicht nur um die Anpassung der Karriereseite für mobile Endgeräte mit ausreichend großen Klick-Buttons und responsiven Inhalten. Auch eine optimierte Darstellung der Stellenanzeige bzw. des Bewerbungsformulars ist wichtig. Gerade weil mobile so eine große Rolle spielt, kann auf smartphone-unfreundliche PDFs getrost verzichtet werden.

3. Problem: Das Stellenportal befindet sich auf der Seite eines Drittanbieters

Die Stellenanzeigen sollten möglichst als HTML-Code auf der eigenen Seite eingebunden werden und nicht über eine Drittsoftware verlinkt sein. Eine solche native Einbindung hat zwei entscheidende Vorteile: Erstens ist man nicht von externen Anbietern abhängig. Zweitens bewertet Google bei der Indexierung der Jobs die native Einbindung positiv. Mit anderen Worten: Wenn Ihre Website eine sehr hohe Reichweite hat und die Jobs nativ eingebunden sind, dann vergrößert sich auch die Reichweite der Stellenangebote. Gerade vor dem Hintergrund, dass Google for Jobs wohl auch bald in Deutschland eingeführt wird, ist eine googlefreundliche Positionierung der Karriereseite sinnvoll.

4. Problem: Das Bewerbermanagementsystem ist zu kompliziert

Prominent auf der Startseite ist die Stellensuche auf Operation Karriere platziert – dem Portal für Nachwuchsmediziner des Deutschen Ärzteverlags.

Jobangebote sollten nicht mehr als zwei Klicks von der Startseite entfernt sein oder bereits dort angezeigt werden. Wenn Sie ein Bewerbungsformular in die Site eingebunden haben, dann sollte es nicht mehr als neun Pflichtfelder enthalten. Versuchen Sie möglichst auf ein Bewerbermanagementsystem mit Loginzwang zu verzichten. Jede Anmeldung kostet Zeit, die von einer Bewerbung abschrecken könnte. Die Angabe von Kontaktdaten inklusive einer Mailadresse reicht für eine Bewerbung vollkommen aus.

5. Problem: Kein Detailwissen über Stellenbewerber

Dank kostenloser Analyse-Software wie beispielsweise Google Analytics ist es inzwischen sehr leicht möglich, die Pfade von Interessenten auf der eigenen Website nachzuvollziehen. So kann zum Beispiel festgestellt werden, bei welcher Seite die Bewerbung häufig abgebrochen wird, welche Stellenangebote oft aufgerufen werden und welche Inhalte Interessierte dazu veranlassen, sich zu bewerben. Die Installation von Monitoring-Software ist einfach und: sie lohnt sich. Bereits kleinen Anpassungen der Anzeigen können viel bewirken.

Jan Kirchner, ©Lukas Hoffmann

Jan Kirchner, Geschäftsführer der Personalmarketing-Softwarefirma Wollmilchsau, hat obige Lösungsvorschläge auf der Messe Zukunft Personal – Europe 2018 in einem Vortrag präsentiert

SCHREIBE EINEN KOMMENTAR

Please enter your comment!
Please enter your name here