Nach einer Marketing-Ausbildung zog es ihn in die Welt hinaus: Adrian Haack verbrachte Jahre in den Niederlanden und China, bevor er in die Berliner Start-up-Szene eintauchte. Heute ist er zurück in seiner Heimatstadt Frankfurt und verantwortet die Internationalisierung von WEFRA LIFE. Die Geschäftsführung teilt er sich mit seinem Vater und Cousin. Auf Familienfesten kommen trotzdem andere Themen auf den Tisch.

Adrian Haack denkt gern über Grenzen hinaus: Seit 01. Oktober ist er Teil der Geschäftsführung der WEFRA LIFE Gruppe und verantwortet dort maßgeblich deren weitere Internationalisierung. Haack baut den internationalen Fußabdruck der Agenturgruppe aus, mit dem Ziel, Kunden auch auf globaler Ebene erfolgreich führen zu können. Hintergrund ist, dass die Budgets auf Kundenseite immer stärker zentralisiert werden, erklärt er: „Die großen Pharmakonzerne schreiben ihre Budgets nicht nur auf lokaler, sondern vor allem auf internationaler Ebene aus. Für uns ist die Internationalisierung also eine riesige Wachstumschance.“

Familiengeführt in vierter Generation

Die Geschäftsführung der WEFRA LIFE teilt sich Adrian Haack mit seinem Vater Matthias Haack und seinem Cousin Niklas Kurz. Seit vielen Jahrzehnten ist die Agenturgruppe familiengeführt, inzwischen in vierter Generation. Die Aufgaben sind dabei klar verteilt: Neben der Internationalisierung teilt sich Adrian Haack mit Niklas Kurz die Kundenführung und -entwicklung. Letzterer ist außerdem für das operative Tagesgeschäft zuständig. Matthias Haack verantwortet die strategische Weiterentwicklung der Agentur. Da drängt sich natürlich die Frage auf: Kommt bei Familienfesten auch mal die Arbeit auf den Tisch? „Nein“, lacht Adrian Haack, „wir schaffen es gut, das trennscharf auseinanderzuhalten. Über die Agentur sprechen wir in der Agentur und natürlich auch mal außerhalb. Aber auf Feiern oder beim Abendessen darf es um andere schöne Geschichten gehen.“

„Die Lernkurve während meiner Jahre im Ausland war absolut steil.“

Dass er mal in die WEFRA LIFE Gruppe einsteigen würde, war für Haack immer eine Option. Das Wann und Wie aber war lange offen. Seine berufliche Laufbahn startete er bei Serviceplan, machte dort eine Ausbildung zum Kaufmann für Marketingkommunikation. Nach diesem frühen Start im Agenturgeschäft wollte er sein Spektrum und seinen Weitblick vergrößern. Und los ging es mit der Internationalisierung: Haack entschied sich für ein internationales Studium und verbrachte vier Jahre in den Niederlanden und in China. Eine prägende Zeit, wie er erzählt: „Ich habe in diesen Jahren so viel gelernt – in den Kursen natürlich, aber auch im Austausch mit Menschen, die ich dort kennengelernt habe. Alle Semesterferien habe ich für Praktika genutzt, war mal in einem Verlag, mal bei einem Early-Stage-Investor und mal in einer Digitalagentur, konnte die Transformation in einen Großkonzern miterleben. Die Lernkurve während meiner Jahre im Ausland war absolut steil.“

Perfektes Thema, perfekter Moment

Nach Abschluss seines Studiums ging Haack nach Berlin und war dort in der Start-up-Szene unterwegs. Haack: „Das ist eine sehr schnelllebige Welt und auch da habe ich sehr viel gelernt: Wie wächst ein Start-up? Worauf achten Investoren? Wie verankert man eine Partnerschaft?“ Das fand er nicht nur persönlich spannend, sondern hatte zu dieser Zeit schon den Gedanken im Hinterkopf, später zur WEFRA zu gehen. Einige Zeit später eröffnete sich mit der geplanten Internationalisierung von WEFRA LIFE ein neues Handlungsfeld innerhalb der Agenturgruppe – für Adrian Haack der perfekte Moment und das perfekte Thema, in das familiengeführte Unternehmen mit einzusteigen.

Sixpack: Sechs Entscheider-Fragen

  • Schreibtisch:Struktur oder Chaos? Struktur.
  • Morgens kreativ oder abends produktiv? Morgens kreativ.
  • Stadt oder Land? Stadt.
  • Sport oder Couch? Sport.
  • Nie wieder fliegen oder nie wieder Autofahren? Ohje (überlegt)…nie wieder fliegen.
  • Ein Jahr ohne Social Media würde für mich bedeuten: Zeit für viel mehr anderes! Fun Fact, vor einem Jahr bin ich persönlich aus allen üblichen Social-Media-Kanälen ausgetreten. In der Agentur bekomme ich eh alles mit. Das sollte eigentlich nur eine Pause werden, aber die Pause werde ich fortführen. Man hat einfach viel mehr Zeit für so viele andere – und schönere! – Sachen.

International arbeiten heißt, lokales Wissen zu generieren

In der Agenturgruppe gestartet ist Haack bereits vor anderthalb Jahren als Director International Markets. Unter seiner Leitung übernahm WEFRA LIFE unter anderem die französische Healthcare-Mediaagentur Conseil Média Santé (CMS). Damit eröffnete sie sich Frankreich als großen und attraktiven Healthcare-Markt in Europa. Von London aus erschließt eine Mitarbeiterin gerade den britischen Markt. WEFRA LIFE streckt also die Fühler aus, doch damit ist es nicht getan: „Gleichzeitig erweitern wir unser Produktportfolio, um die unterschiedlichen Marktgegebenheiten bedienen zu können“, so der Managing Partner weiter.

„Die Nordics sind zu 90 Prozent digital unterwegs, während bei uns in Deutschland Print noch immer bei mehr als 50 Prozent liegt.“

Angefangen hat WEFRA LIFE mit den EU5-Ländern – Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und das Vereinigte Königreich. Mit seinem Team baut Haack gezielt Wissensbasen für diese Länder auf, um die Kunden dort in gleicher Qualität betreuen zu können. „Das Mediennutzungsverhalten ist zum Beispiel je nach Land völlig unterschiedlich; die Nordics sind zu 90 Prozent digital unterwegs, während bei uns in Deutschland Print noch immer bei mehr als 50 Prozent liegt. Dieses Know-how gilt es zusammenzutragen und zu nutzen, etwa, indem wir unser programmatisches Tool entsprechend weiterentwickeln“, so Haack.

Neuer Job, alte Heimat

Mit dem Einstieg bei WEFRA LIFE verbunden war für ihn auch ein Umzug: von Berlin zurück in seine Heimatstadt Frankfurt. Haack hat seine Kindheit in der Main-Metropole verbracht, „und irgendwie bin ich froh, wieder hier zu sein. Ich habe in so vielen Städten, in so vielen Ländern gelebt. Hier habe ich jetzt endlich mal ein Zuhause.“ Ein weiterer Pluspunkt für Frankfurt: Er kann überall mit dem Fahrrad hinfahren. Vor einigen Jahren hat Adrian Haack den Ausdauersport als Ausgleich für sich entdeckt: Triathlon, Laufen und insbesondere seine Leidenschaft fürs Rennrad.

Im Sommer radelt er damit gern auch mal die 13, 14 Kilometer ins Büro. Dort ist er in der Regel fünf Tage die Woche, wenn nicht gerade Termine außerhalb anstehen. Die 200 Mitarbeitenden der WEFRA LIFE arbeiten hybrid und komplett nahtlos über die Standorte in Frankfurt und München hinweg. Mit der CMS in Frankreich läuft die Zusammenarbeit vor allem projektbasiert.

Was macht KI mit dem magischen Dreieick?

„Cultural clashes“ innerhalb der Agenturgruppe gibt es dabei nicht, sagt er, „dafür arbeiten wir schon zu lange zusammen und kennen uns zu gut“, erzählt der Managing Partner weiter. „Aber was andere Länder angeht, beschäftigen wir uns durchaus mit der Frage, welche kulturellen Feinheiten es zum Beispiel in der Kommunikationsarbeit zu beachten gibt. Oder auch bei strukturellen Themen, wie Prozesse und Herangehensweisen laufen. Da habe ich zum Beispiel in einem Pitch mit spanischen Kolleginnen und Kollegen ganz viel dazugelernt und fand das total spannend. Das ist ein Teil der Vorarbeit, die wir in Sachen Internationalisierung leisten.“

„KI ist einer der größten technologischen Umbrüche unserer Zeit.“

Neben letzterer steht bei der WEFRA LIFE im Moment ein zweites Thema ganz weit oben auf der Agenda: Die Agenturgruppe verfolgt eine konsequente AI-First-Strategie. Erste Kampagnen hat sie bereits komplett mit KI-Unterstützung umgesetzt: Nicht nur die Teams der Kreativ- und Content-Unit arbeiten mit Künstlicher Intelligenz, sondern auch der Media-Bereich, insbesondere im Bereich Performance & Data. „KI ist einer der größten technologischen Umbrüche unserer Zeit und unsere Kunden profitieren enorm davon“, erzählt Haack. „Das wird schnell klar, wenn man sich das berühmte magische Dreieck vor Augen führt – Qualität, Zeit und Geld. Früher mussten die Kunden sich für zwei davon entscheiden. Heute, mit KI, sind alle drei möglich.“

Den Kompetenzen im Team Raum geben

Internationalisierung, AI first, bedeutet das nicht auch einen großen Umbruch für die Mitarbeitenden? „Absolut“, sagt Haack, „das ist ein echter Change-Prozess. Wir haben AI Champions, die sich für sehr für die neuen Technologien begeistern, quasi von Anfang an täglich mit KI arbeiten und das Thema auf positive Weise in die Teams tragen. Für andere war KI erstmal recht neu und da ist es entscheidend, die Leute wirklich abzuholen. Wie funktionieren die Tools? Aber auch: Warum gehen wir diesen Schritt? Ich finde es wichtig, das offen mit den Kolleginnen und Kollegen zu besprechen und zu diskutieren.“

Überhaupt führt Haack am liebsten im Team. Jedes Projekt sieht er als Gemeinschaftsleistung. „Es ist extrem wichtig, immer im Bewusstsein zu haben, was wir für Kompetenzen und Expertisen im Haus haben. Und den Leuten den Raum zu geben, das auch zu entfalten“, so Adrian Haack. „Am Ende geht es darum, dem Team zu vertrauen. Und dass wir in Neu-Isenburg, Frankfurt und München ein so tolles Team haben, das macht mich wirklich stolz und froh.“