Who’s Who: Biogen-Deutschland-Chef Thomas Mayer

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Gesundheit hat einen Wert und der wird gesellschaftlich unterschätzt. Thomas Mayer, Deutschland-Chef von Biogen, sieht Pharmaunternehmen deshalb in der Pflicht, Awareness zu gestalten. Allianzen statt Wettbewerb: Ein Business-Porträt über Verantwortung, Sinnstiftung und kollektive Führung.
Das Wichtigste in Kürze
Thomas Mayer, seit April 2026 Geschäftsführer der Biogen GmbH in Deutschland, will den gesellschaftlichen wie ökonomischen Wert von Gesundheit in den Fokus rücken. Aus seiner Sicht wird dieser Wert noch immer unterschätzt. Als Beispiel nennt er die postpartale Depression (Wochenbettdepression): Rund jede siebte Frau ist betroffen, doch das Bewusstsein für die Erkrankung ist gering und sie ist stigmatisiert. Biogen begleitet den Marktstart eines Produkts in dieser Indikation deshalb mit Aufklärung.
Seinen Start als Landeschef verortet Mayer in einer regulatorischen Umbruchphase. In seinen Augen verändert das GKV-BstabG (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz) das AMNOG-Verfahren nicht zum Besten. Es gäbe keinen verlässlichen Automatismus mehr, der sichere, dass Medikamente mit hohem klinischem Nutzen bei den Patientinnen und Patienten ankämen. Seine Antwort: aktiveres Mitgestalten der Rahmenbedingungen und engere Vernetzung im Gesundheitswesen. Als Führungskraft setzt der seit 2007 bei Biogen tätige Betriebswirt auf crossfunktionale Zusammenarbeit, gemeinsame Ziele und eine Kultur der Ansprechbarkeit. Anderen Menschen zum Erfolg zu verhelfen, nennt er seinen persönlichen Purpose.
Wie schaffen wir es, bei all den Themen, die die Gesellschaft derzeit verhandelt, den Wert von Gesundheit stärker auf die Agenda zu bringen? Diese Frage beschäftigt Thomas Mayer nicht erst seit seiner Ernennung zum Geschäftsführer der Biogen GmbH im April 2026, steht aktuell aber deutlich im Fokus seines Handelns. Der Wert von Gesundheit werde nicht vollständig erkannt, auch, weil es viele Erkrankungen gäbe, die in ihren Auswirkungen relativiert würden. Mayer verdeutlicht das mit einem Beispiel aus der Praxis. Gerade hat Biogen ein Produkt im Bereich der postnatalen Depression gelauncht. Gesellschaftlich gibt es in diesem Indikationsbereich blinde Flecken. Oder, um es mit Mayers Worten zu sagen: „Die Awareness ist unterausgeprägt. Wir gehen davon aus, dass jede siebte Frau von postnataler Depression betroffen ist.“ Und doch sei diese Erkrankung mit Stigmata belegt. In seinen Augen leiste Biogen mit dem Launch Pionierarbeit. Aufklärung und Aufmerksamkeit zu generieren, sei Teil davon. „Nur so schaffen wir die Grundvoraussetzung für Zugänge zu einer guten medizinischen Behandlung.“
„Das war prägend, weil ich hier gelernt habe, wie wichtig eine Unternehmenskultur ist.“
Gesundheit hat aber auch einen ökonomischen Wert. Das zusammenzubringen fällt Thomas Mayer nicht schwer. Studiert hat er Internationale Betriebswirtschaftslehre. Der erste Kontakt mit der Pharmabranche: ein Praxissemester bei Lilly. „Das war prägend, weil ich hier gelernt habe, wie wichtig eine Unternehmenskultur ist.“ Nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Umsetzung. „Damit hat man mich auf diese Reise geschickt.“ Er entschied sich bewusst gegen die Konsumgüterindustrie, der positive Impact eines Produkts sei ihm wichtiger „als dessen reine Präsenz im Supermarktregal“. 2007 stieg er bei Biogen ein, durchlief unterschiedliche Führungspositionen unter anderem im Bereich Vertrieb, Marketing und Kommunikation, konnte von Tag eins mitgestalten. Sich nicht an internen Strukturen aufzureiben, sondern die Möglichkeit, auch über die eigene Jobbeschreibung hinaus agieren zu dürfen, das schätzt er bis heute. Er verbrachte Zeit im Außendienst, ein Perspektivwechsel, der ihm half, die Lebensrealität der Zielgruppen außerhalb des „Elfenbeinturms“ zu verstehen. Vier Jahre war er für Gilead tätig, kehrte 2020 zu Biogen zurück, um den Geschäftsbereich Multiple Sklerose Deutschland zu leiten. 2023 übernahm er die Interimsleitung des deutschen Markts und anschließend die Funktion als General Manager von Biogen in der Schweiz und Österreich.
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See oder Berge? Winter: Berge; Sommer: See
Office. Tür auf oder zu? Keine Tür.
Desk. Clean Desk Typ oder organisiertes Chaos? Clean Desk mit ganz vielen Notizzetteln in der Tasche von Dingen, die ich über den Tag einsammle, an Kommentaren, Ideen oder Feedback.
Messaging, Textnachricht oder Sprache? Entweder anrufen oder texten, aber keine Sprachnachricht.
Der Morgen. Early Bird oder ein Late Bird? Ich bin eine absolute Nachteule. Ich kann abends sehr lange und sehr energiereich unterwegs sein. Die Kinder konditionieren einen aber auch auf den frühen Vogel, aber es zwitschert da noch nicht so gut bei mir.
Brauchen Sie Kaffee oder Tee, um besser zu zwitschern am Morgen? Kaffee, schon der Geruch ist fantastisch.
Competition? Wird überschätzt
Als Landeschef Deutschland startet er in einer dynamischen Phase. Das nationale Gesundheitssystem unterliegt vielen Umbrüchen. Mit den neuen Leitplanken, die das GKV-BstabG (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz) setze, gäbe es keinen verlässlichen Automatismus mehr, der sicherstelle, dass Medikamente mit hohem klinischem Wert auch tatsächlich bei den Patienten ankämen. „Als Pharmaunternehmen müssen wir uns umso aktiver einbringen in die Gestaltung von Rahmenbedingungen und uns stark vernetzen mit dem Ökosystem, in dem wir uns bewegen.“
Die Voraussetzung? Das richtige Mindset. „Competition wird überschätzt. Es braucht den gemeinsamen Fokus auf gemeinsame Interessen statt auf Unterschiede.“ Im eigenen Unternehmen schaut er als Führungskraft weniger auf starre Organigramme als auf die Mobilisierung kollektiver Energie. Sein Ziel: Ein Umfeld für crossfunktionale Zusammenarbeit zu fördern, in dem der übergeordnete Sinn und die Mission von Biogen für alle Teams klar erkennbar sind. „Nur dann können Menschen ihr volles Potenzial entfalten und Visionen entwickeln. Wenn sie sich trauen, Dinge offen auszusprechen und zu experimentieren.“ Von ihm verlangt das eine Politik der Ansprechbarkeit. Er setzt auf ein starkes Führungskollektiv und den direkten Austausch, etwa in einem Führungsforum oder bei Tagungen, um das Teamgefühl auch auf einer emotionalen Ebene, der „Bauchebene“, zu stärken. Sinnstiftend nennt er dieses permanente Feilen an der Unternehmenskultur. „Wenn ich andere Menschen in ihrer Entwicklung unterstützen und zum Erfolg verhelfen kann, ist das mein persönlicher Purpose.“
Das große Bild verstehen, Druck minimieren
Und wie geht er mit dem Druck um, unter dem er als General Manager stehen dürfte? „Ich zoome heraus, betrachte die langfristigen Zyklen von Forschung, anstatt mich auf den Moment eines Produktlaunches oder ein einzelnes Quartal zu fokussieren.“ Das große Ganze zu sehen, hilft ihm dabei, die tiefere Bedeutung seiner Arbeit zu erkennen. Wenn er strategische Entscheidungen und deren Nutzen für Patientinnen und Patienten nachvollziehen kann, kann er umso leichter auch schwierige Phasen durchstehen. Und die gibt es immer wieder. „Besonders, wenn Studien scheitern, ist die Branche ein emotionaler Rollercoaster.“ Dann nützten die sachliche Analyse und die Suche nach einer neuen Lösung, um zu handeln, statt zu resignieren. Könnte er seinem jüngeren Ich etwas mit auf den Weg geben, dann das: „Bleibe open-minded an Karrierewegen dran, folge deinem Talent und versuche, das Größte daraus zu machen.“
Da muss er durch. Er weiß ja, wofür
Klingt ehrgeizig, Thomas Mayer ist trotzdem kein Bucketlist-Typ. Für den Ironman zu trainieren oder den Mount Everest zu besteigen, gehört nicht zu seinen Zielen. Er liebt das Wandern in der Natur und genießt den Flow beim Skifahren. „Wenn ich mich ganz auf das Erlebnis konzentrieren und Hindernisse ausblenden kann.“ Drei Kinder im Alter zwischen acht und vierzehn Jahren hat er. Auch hier versteht er sich als Enabler. Beim gemeinsamen Wandern zum Beispiel geht es ihm nicht darum, einen Gipfel zu erreichen, sondern den Kindern die Möglichkeit zu geben, spannende Routen zu erklettern und ihre eigenen Grenzen zu testen. Dabei tankt auch er Energie. Familie ist zudem ein schöner Weg, die eigene Komfortzone zu verlassen. Auch wenn’s manchmal unbequem ist. Mayer ist eigentlich Spätaufsteher. Drei Kinder haben ihn ungewollt zum Anhänger der frühen Morgenstunde gemacht.
Muss er durch. Macht er gerne. Er weiß ja, wofür.
FAQ: Thomas Mayer, Geschäftsführer Biogen GmbH
Wer ist Thomas Mayer von Biogen?
Thomas Mayer ist seit April 2026 Geschäftsführer der Biogen GmbH in Deutschland. Der studierte Betriebswirt (Internationale Betriebswirtschaftslehre) ist seit 2007 bei Biogen und durchlief dort Führungspositionen unter anderem in Vertrieb, Marketing und Kommunikation; vor seiner heutigen Rolle verantwortete er den Geschäftsbereich Multiple Sklerose Deutschland sowie die Funktion des General Managers für die Schweiz und Österreich.
Wie positioniert sich Biogen unter Thomas Mayer im veränderten Gesundheitssystem?
Thomas Mayer, seit April 2026 Geschäftsführer von Biogen in Deutschland, sieht das Unternehmen in einem Gesundheitssystem im Umbruch verstärkt in der Rolle des Mitgestalters. Weil sich mit dem GKV-BstabG (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz) die Rahmenbedingungen des AMNOG-Verfahrens verändert haben, will Biogen sich aktiver in deren Ausgestaltung einbringen und sich enger mit den Akteuren des Gesundheitswesens vernetzen.
Was bedeutet das GKV-FinStG für den Marktzugang neuer Medikamente?
Mit dem GKV-BstabG (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz) haben sich die Rahmenbedingungen des AMNOG-Verfahrens verändert. Aus Sicht von Biogen entfällt damit der verlässliche Automatismus, der bislang sicherstellte, dass Medikamente mit hohem klinischem Nutzen die Patientinnen und Patienten erreichen – weshalb sich Pharmaunternehmen künftig aktiver in die Gestaltung der Rahmenbedingungen einbringen müssten.
Disclaimer: Die FAQ sind mithilfe von KI generiert worden.

