Wie sich Boehringer Ingelheim für Nachhaltigkeit einsetzt

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Um umweltfreundliche Verhaltensweisen und Abläufe im Unternehmen zu fördern, nutzt Boehringer Ingelheim die nachhaltige Gestaltung von Konferenzen und Meetings mit dem Konzept: Green Meetings. © piyaset/ istock

Als erstes Pharmaunternehmen wurde Boehringer Ingelheim von Bundesumweltministerin Svenja Schulze in den Kreis der „Klimaschutz-Unternehmen“ aufgenommen. Das Unternehmen setzt sich seit langem für mehr Nachhaltigkeit ein.

Dass sich das  Unternehmen  schon lange mit diesen Themen beschäftigt, hat auch etwas damit zu tun, dass es sich um ein Familienunternehmen handelt. „Boehringer Ingelheim plant in Generationen“, sagt  Lars Murawski, Vizepräsident für Umwelt, Gesundheit und Sicherheit und Nachhaltigkeit, Mitinitiator der BE GREEN-Initiative.

Boehringer Ingelheim setzt sich für Nachhaltigkeit und Klimaschutz ein
Lars Murawski, Vizepräsident für Umwelt, Gesundheit und Sicherheit und Nachhaltigkeit,
Mitinitiator der BE GREEN-Initiative © Boehringer Ingelheim

Boehringer Ingelheim will die Welt zu einem „besseren Ort für heutige und zukünftige Generationen machen und die idealen Voraussetzungen für einen gesunden Planeten schaffen.“ Das klingt sehr idealistisch, aber Lars Murawski wird konkreter: „Als forschendes Pharmaunternehmen ist der Umweltschutz und nachhaltiges Handeln von besonderer Bedeutung, weil es einen direkten Zusammenhang zwischen Klimaschutz und unserem Kerngeschäft als Gesundheitsunternehmen gibt.“  Die logische Konsequenz: „Die Gesundheit von Menschen und Tier zu verbessern, kann nur mit einer gesunden Umwelt gelingen – ein gesünderer Planet bedeutet gesündere Menschen und Tiere.“

 

Boehringer Ingelheim engagiert sich für Umweltschutz
Klimaschutz und Nachhaltigkeit wurden in den letzten Jahren immer mehr zu einer Art von Trendthemen. Für Boehringer Ingelheim sind sie dagegen seit einigen Jahren fester Bestandteil der Firmenstrategie. Das Unternehmen hat sich schon früh damit auseinandergesetzt:

• In Ingelheim wird seit 2006 aus Biomasse (Altholz-) Energie erzeugt. Die Brennstoffumstellung von Kohle auf Holzhackschnitzel im Kraftwerk erzielt seitdem eine enorme Einsparung von ca. 90.000 t CO2/a im Jahr – das entspricht dem durchschnittlichen Ausstoß von 10.000 deutschen Haushalten.

• Außerdem kooperiert Boehringer Ingelheim mit ClimateSeed, einem gemeinnützigen Unternehmen, das international zertifizierte Projekte zur Co2-Kompensation in mehr als 20 Ländern umsetzt und die Unternehmen mit nachhaltigen Projekten verbindet, die CO2-Emissionen erfassen oder vermeiden.

• Am zweitgrößten deutschen Unternehmensstandort Biberach wird seit einigen Jahren ein besonderes klimafreundliches Kältespeichersystem eingesetzt. Zudem wird eine Energiezurückgewinnung bei den Lüftungsanlagen in diversen Gebäuden erzielt.

• Zukünftig soll die Beleuchtung am Standort Dortmund vollständig auf LED-Beleuchtung umgestellt werden, um so 114 MWh/a einzusparen. Gebündelt und gesteuert werden alle Projekte durch die 2011 gegründete, übergreifende Initiative namens „BE GREEN“.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit auch im Marketing

Die Anforderungen an das eigene Unternehmen in Sachen Klimaschutz steigen, berichtet Lars Murawski. Um umweltfreundliche Verhaltensweisen und Abläufe im Unternehmen zu fördern, nutzt Boehringer Ingelheim die nachhaltige Gestaltung von Konferenzen und Meetings mit dem Konzept: Green Meetings. Ein Grünes Meeting beginnt bereits mit der Anreise der Teilnehmenden und endet mit der Abreise. Bevorzugt werden nachhaltige Veranstaltungsorte, die auf Ihre Energieeffizienz und auf den schonenden Umgang mit Tagungsmaterialien und Energie achten.

Für das Marketing bedeutet das konkret, dieses Konzept auch auf Kongressen oder Industrieausstellungen zu übertragen bzw. abzuleiten. Angefangen bei dem Messebau, der mit nachhaltigen Materialien ausgestattet wird, der Vermeidung von Einwegverpackungen bei der Verpflegung, der Verzicht auf Give-Aways bis hin zu papierlosen Informationsmaterialien.

Boehringer Ingelheim setzt sich für Nachhaltigkeit und Klimaschutz ein
Umweltministerin Svenja Schulze überreicht Dr. Gregor Strauch, Leiter des Hauptstadtbüros, die Urkunde. © Boehringer Ingelheim

Mit der firmeneigenen BE GREEN-Initiative arbeitet Boehringer Ingelheim ständig an neuen Ideen und Konzepten, um auch in Zukunft neue Projekte anzustoßen. Lars Murawski  nennt ein paar Beispiele: „Wir wollen unsere Flugemissionen reduzieren und teilweise kompensieren, Einwegplastik aus unseren Büros und Kantinen verbannen und Grüne Meetings etablieren. Letzteres bedeutet konkret, nachhaltige Hotels auszuwählen die zum Beispiel auf den schonenden Umgang mit Tagungsmaterialien und Energie achten, regionale Nahrungsmittel verarbeiten und gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind.“

Boehringer Ingelheim engagiert sich für Nachhaltigkeit
•Außerhalb des Unternehmensgeländes investiert Boehringer Ingelheim in umweltpolitische Bildung – beispielsweise werden Veranstaltungen wie die „Klimaexpedition“ an Schulen unterstützt.

• Bereits seit vier Jahren übergibt Boehringer Ingelheim ausgemusterte IT- und Mobilgeräte an Europas größtes gemeinnütziges IT-Unternehmen „Arbeit für Menschen mit Behinderung“ (AfB). Die AfB bereitet gebrauchte IT-Hardware wieder auf und führt diese in den Wirtschaftskreislauf zurück. So werden Ressourcen geschont und Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung geschaffen.

Nachhaltigkeit spielt inzwischen entlang der gesamten Wertschöpfungskette eine große Rolle. Das eigene Engagement gilt es auch, nach Außen zu tragen. Denn auch die Anforderungen der Kunden an Pharmafirmen steigen. Die Anzahl derer, die einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und der Umwelt erwarten, steigt. Nicht zuletzt sind es die  Patienten, die die umweltbedingten Folgen der Industrialisierung wie Feinstaub oder hohe Ozonwerte direkt zu spüren bekommen. Boehringer Ingelheim setzte ein Viertel seines Geschäfts mit Medikamenten für die Lunge um. Dieses Organ ist unmittelbar von klimaschädlicher Luftverschmutzung betroffen.  „Diese Tatsache macht deutlich wie stark Gesundheit und Umwelt miteinander zusammenhängen“, so Lars Murawski.

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