Zukunftsszenario Telemedizin: Wie arbeiten Ärzte in zehn Jahren?

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Die Gesundheitsversorgung aus der Ferne, die sogenannte Telemedizin, wird die Medizin der Zukunft vorantreiben. So könnte dann der Arbeitsalltag eines Arztes aussehen.

Es wird künftig selbstverständlich für Ärzte sein, sich in mit anderen Ärzten, beispielsweise Spezialisten, telemedizinisch auszutauschen, um eine Diagnose zu optimieren. Auch wird es üblich sein, kranke Patienten trotz räumlicher Distanz zu überwachen. In einzelnen Herzzentren in Deutschland wird die telemedizinische Überwachung bereits eingesetzt. Bei Patienten, denen ein Schrittmachersystem eingepflanzt wurde, werden die Funktionsdaten des Schrittmachers regelmäßig an das betreuende Herzzentrum übertragen und dort ausgewertet. Störungen können so schnell erkannt werden und wenn alles reibungslos läuft, muss der Patient seltener zur Nachsorge in die Klinik reisen.

Ist eine komplizierte Operation notwendig, der Patient aber nicht transportfähig, wird die OP selbstverständlich vom zugeschalteten Spezialisten aus der Ferne geleitet oder zumindest unterstützt. Ebenso ist es vorstellbar, dass Operations-Roboter alltäglich oder zumindest vereinzelt eingesetzt werden. Schon heute ist die robotergestützte Chirurgie keine Seltenheit mehr. Die Verfahren sind schneller, zuverlässiger und teilweise sogar kostengünstiger geworden.

Online-Sprechstunde mit dem Hausarzt

Diese Szenarien liegen nicht etwa in ferner Zukunft, bereits im Jahr 2025 wird so die Gesundheitsversorgung dank digitaler Technologien aussehen, davon sind nahezu alle Pharmaunternehmen überzeugt, die der Branchenverband bitkom in der Studie „Digitalisierung in der Medizin und Pharmabranche“ befragt hat.

Geht es darum herauszufinden, unter welcher Erkrankung ein Patient leidet, ist der Arzt nicht mehr allein auf sein Wissen angewiesen. Bei der Diagnose und Behandlung unterstützen ihn Computer, die mit medizinischen Datenbanken verbunden sind und ihm so Diagnose- und Therapievorschläge machen. Naheliegend ist da die Frage: Ist der Arzt dann überflüssig? Immerhin ein Viertel der Befragten sagt „Digitale Technologien werden Ärzte in vielen Fällen ersetzen“.

Beunruhigend? Immerhin können sich die meisten nicht vorstellen, dass der medizinische Wandel derart gravierend sein wird. Aber es ist durchaus denkbar, dass sich der Arzt-Patienten-Kontakt verändern wird. So könnte die Online-Sprechstunde zwischen Arzt und Patient die persönliche Sprechstunde ersetzen oder ergänzen. Beispielsweise erprobt die Techniker Krankenkasse gerade in einem Pilotprojekt eine Online-Video-Sprechstunde. Patienten ersparen sich lange Wege und Wartezeiten, Ärzte das volle Wartezimmer und deswegen gestresste Patienten.

Berichtet über Trends in der Medizin und Zahnmedizin sowie über Clinical Recruiting und leitet die Health Relations-Redaktion.

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