Der Honorararzt in der Klinik gehört der Vergangenheit an – was heißt das für Personaler?

Kritik und Erleichterung
Von Seiten der Honorarärzte gab es Kritik, aber auch Erleichterung über die Klärung des lange als unsicher geltenden Rechtsverhalts: "Wir sind darüber selbstverständlich nicht glücklich, trotzdem erlöst es uns von der seit Jahren bestehenden Rechtsunsicherheit. Honorarärzte wird es auch weiterhin in Deutschland geben, und die Versorgungsprobleme – insbesondere im ländlichen Raum – werden auch zukünftig nicht kleiner werden", heißt es in einem Statement des Bundesverbands der Honorarärzte e.V. (BV-H). Der Verband verweist darauf, dass sich in den folgenden Monaten zeigen wird, wie sich die vom Fachkräftemangel betroffenen Kliniken behelfen werden und wie viele Honorarärzte in die Zeitarbeit bzw. Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ) wechseln werden. "Die Firmen dieser Branche dürften die eigentlichen Gewinner des Richterspruchs aus Kassel sein", so die Schlussfolgerung des BV-H.
Lars Huning, Operative Geschäftsführung, Hire a Doctor Group © Hire a Doctor Group
"Der Honorararzt gehört der Vergangenheit an."Health Relations: Wird die Arbeit als Honorararzt für die Ärzte jetzt unattraktiver?Lars Huning: Noch ist das Urteil des Bundessozialgerichts nicht im Wortlaut bekannt. Doch grundsätzlich ist die Richtung klar vorgegeben: Der Honorararzt gehört der Vergangenheit an. Wer heute im Rahmen von Zeitarbeit oder Kurzzeitanstellungen Vertretungseinsätze übernehmen möchte, hat im Vergleich zu Honorartätigkeiten einiges an zusätzlichem administrativen Aufwand zu leisten: Natürlich müssen wie immer Urkunden wie die Approbation vorgelegt und Verträge unterzeichnet werden. Aber hinzu kommen diverse Dokumente, an die man im ersten Moment vielleicht nicht denkt. Unterweisungen gehören dazu, die Befreiung aus der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht muss neu beantragt werden, ein Führungszeugnis, betriebsärztliche Vorsorge – die Liste ist lang. Doch das betrifft nur die Vorbereitungen. Auch bei der Bezahlung gilt es, sich umzustellen. Während Honorarärzte oft an einen wöchentlichen Zahlungsrhythmus gewöhnt waren, werden Arbeitnehmerentgelte nur einmal im Monat gezahlt. Sozialversicherungsbeiträge und Steuern sind dann schon abgezogen – auch das ist anders im Vergleich zur Honorarzahlung. Die Arbeit in der Patientenversorgung selbst ist von dem Urteil nicht berührt. Hier sollte es keine Änderungen geben. Doch die Bürokratie rings um das Arbeitsverhältnis mag unattraktiver erscheinen. Health Relations: Wird die Anstellung von Honorarärzten für Krankenhäuser jetzt unattraktiver?Lars Huning: Hier gilt: Es gibt keine Honorarärzte in Krankenhäusern mehr. Und damit steigt in jedem Fall auch der Aufwand für Krankenhäuser. Wer eine ärztliche Vertretung über eine Kurzzeitanstellung abwickelt, hat für einen befristet tätigen Mitarbeitenden den vollen administrativen Aufwand, den das Personalmanagement mit sich bringt. Zwei Optionen stehen Krankenhäusern zur Verfügung: Die erste Option ist, Ärzte selbst anzustellen, das volle Arbeitgeberrisiko zu tragen und das Personalmanagement selbst zu leisten. Die zweite Option ist der Einsatz von Ärzten im Rahmen der Zeitarbeit. Hier übernimmt ein Personaldienstleister wie die Hire a Doctor Group die Rolle des Arbeitgebers, trägt das Arbeitgeberrisiko und kümmert sich um das gesamte Personalmanagement. Damit ist der bürokratische Aufwand im Krankenhaus minimiert. Im Vergleich zum Einsatz von Honorarärzten muss also die Entscheidung getroffen werden, ob ein Krankenhaus die zusätzlich benötigte Zeit im Personalmanagement selbst erbringen oder dies als zusätzliche Leistung einkaufen möchte. Health Relations: Sie sagen, der Honorararzt gehört im Krankenhaus der Vergangenheit an. Ist er in anderen Bereichen noch denkbar?Lars Huning: Wir gehen im Moment davon aus, dass der Begriff "Honorararzt" gänzlich verschwinden wird. Zumindest gibt es aber klare Kriterien, unter denen Vertretungs-Notärzte NICHT der Sozialversicherungspflicht unterliegen. Im Wesentlichen muss der Vertretungs-Notarzt hierfür einer regelmäßigen sozialversicherungspflichtigen
Die Hire a Doctor Group unterstützen Krankenhäuser, (Reha-)Kliniken, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und Rettungsdienste durch die Vermittlung von Interimskräften bei Personalengpässen. Hire a Doctor vermittelt Ärzte aller Fachrichtungen, Pflege- und Rettungsfachpersonal sowie andere medizinische und therapeutische Fachkräfte für kurzfristige Vertretungen in Arbeitnehmerüberlassung, Kurzzeitanstellung oder auf Honorarbasis. Außerdem unterstützt Hire a Doctor Krankenhäuser bei der Besetzung von Fach- und Führungspositionen im ärztlichen Bereich.

