Patrick Ackmann, WEFRA LIFE: „Überall ist eine Chance drin“

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Patrick Ackmann Wefra Life
Seit sechs Jahren Kreativchef bei WEFRA LIFE: Patrick Ackmann. © priv.

Patrick Ackmann leitet seit sechs Jahren den Kreativbereich bei WEFRA LIFE. Zuvor war er unter anderem im Automotive-Bereich unterwegs. Was hat den erfolgreichen Kreativchef in die Healthcarebranche getrieben und was motiviert ihn? Ein Business-Porträt.

Der Freitag ist noch jung, Patrick Ackmann hat bereits die ersten zwei Meetings absolviert. Ab neun Uhr am Morgen brummt sein Rechner und es klingelt sein Telefon. Deshalb mag der Kreativchef der Neu-Isenburger Agentur WEFRA LIFE auch die Zeit zwischen acht und neun Uhr, wenn alles noch ruhig ist und der Tag leise beginnt, Form anzunehmen. „Dann ist man noch autark, eine wertvolle Zeit“, sagt der 36-Jährige. COVID-19 hat auch ihn ins Home-Office getrieben, dem Daily Business schadet das nicht. „Corona macht die interne und externe Kommunikation teils sogar menschlicher. Weil alle zu Hause arbeiten, lernen wir uns anders kennen.“ Die Videotelefonie ist eine Art Fenster, das einen kleinen Blick in den Privatbereich des Gesprächspartners erlaubt. „Da laufen Kinder oder Hunde durchs Bild oder der Paketbote klingelt. Wir werden lockerer im Umgang.“

„Wir spüren, dass – auch aufgrund von Corona – neue Lösungen der Kommunikation, aber auch neue Geschäftsfelder gesucht werden.“

Lockerer im Umgang, das heißt nicht, dass bei WEFRA LIFE vollkommene Entspannung herrscht. Change Prozesse und die digitale Transformation beschäftigen die Agenturmitarbeiter positiv. „Wir erweitern das klassische Agenturgeschäft unter anderem um strategische Beratung, technisches Know-how und Daten“, sagt Patrick Ackmann. Viele Pläne würden derzeit geschmiedet werden. Beispielsweise eigene Produkte für den Markt in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern zu entwickeln. Das Augenmerk läge hier nicht auf dem Launch von eigenen Medizinprodukten, sondern auf der technischen Optimierung vom Arzt-Patienten-Dialog und Erweiterungen um Marketingmaßnahmen. „Wir spüren, dass – auch aufgrund von Corona – neue Lösungen der Kommunikation aber auch neue Geschäftsfelder gesucht werden, insofern stecken wir viel Energie in zukunftsgetriebene Projekte, anstatt nur same-same-but different zu machen.“

Sixpack. 6 Fragen, 6 Antworten
Reise: Meer oder Berge? Meer. Das habe ich lange nicht mehr gesehen.
Morgens: Kaffee oder Tee? Tee. Kaffeetrinker sind Suchtis. (lacht)
Schreibtisch: Aufgeräumt oder Häufchenstruktur? Eher aufgeräumte Häufchen.
Work: Home-Office oder lieber Büro (wenn man die Wahl hätte)? Die Mischung aus beidem, mit ein bisschen mehr Büro dabei. Der persönliche Kontakt macht emotional mehr Spaß.
Auf die Ohren: Podcast oder Musik? Podcast. Ich empfehle den OMR-Podcast. Für Eltern: „Die Furzkanone“.
Krankenhaus: Chefarztbehandlung oder lieber „Standard“? Indikationsbezogen. Beim Beinbruch würde denke ich, auch Standard reichen.

„In Pharma kann man viel bewegen“

Patrick Ackmann kommt das hohe Tempo entgegen, er ist keiner, der gerne stillsteht. Das sieht man auch seinem Lebenslauf an: Mit 16 hat er bereits ein erstes kleineres Unternehmen, eine Beratung für Website-Gestaltung, aufgebaut. Nach der Schule ging er für ein Jahr nach London, danach stieg er bei Saatchi & Saatchi ein. Ein Uniabschluss? Für ihn ein Umweg. Er wollte machen, direkt einsteigen. Diese Energie hat er bis heute nicht verloren. „Ich denke, ich kann gut zuhören und Kundenbedürfnisse herausarbeiten. Dieser Dialog und Erkenntnisse sind wichtigste Basis. Ich möchte dann aber auch schnell ins Doing wechseln.“

Seit sechs Jahren ist er jetzt als Executive Creative Director bei WEFRA LIFE tätig. Er kam damals von der Agentur Havas und war unter anderem im Automotive-Bereich unterwegs. Die Entscheidung, in die Healthcare-Branche zu wechseln, hat er gut überdacht. Wie kreativ kann man in diesem Sektor arbeiten? Das fragte er sich und setzte sich intensiv mit der Healthcare-Kommunikation auseinander, schaute sich nationale und internationale Arbeiten an. Sein Fazit: „Deutschland kann in Sachen Kreativität im internationalen Vergleich nicht immer mithalten. Gemeinsam mit Matthias Haack (Inhaber der Agentur, Anm. der Red.): haben wir dann beschlossen, wenn wir zusammenarbeiten, dann auf internationalem Niveau.“ Eine Ansage, die gefiel; Patrick Ackmann stieg in die Agentur ein und hat dies nicht bereut. „Auf den teils ausgetretenen Pharmawegen gibt es super viel Potenzial, etwas Frisches zu machen. Hier kann man viel bewegen, überall ist eine Chance drin.“ Es war eine innere Challenge, die ihn damals in seiner Entscheidung bestärkte – neben den Bedingungen, die er bei seinem neuen Arbeitgeber vorfand. „Bei WEFRA wird jedes Jahr eine neue Rakete gezündet. In den letzten dreieinhalb Jahren hat sich zudem auch innerhalb unserer Strukturen viel verändert, Silos wurden aufgelöst, neue Methoden in der Zusammenarbeit implementiert, um uns interdisziplinär schnell zu vernetzen.“

Patrick Ackmann work Wefra Life
„Was beschreibt mich am besten? Meine Arbeiten“, sagt Patrick Ackmann. 2018 vertrat er Deutschland in der Jury der Cannes Lions Health. Eines seiner Ziele: Mit WEFRA einen Löwen gewinnen.

Agilität heißt das Stichwort. Das Management Board teilt Ackmann sich mit Maria Zollitsch und Frank Krabbenhöft. Zu dritt leiten sie ein 70-Köpfe-Team, darunter 15-20 Kreative, das sich aufgabenbezogen und projektorientiert immer wieder in kleine Coreteams neu zusammensetzt. So können alle für das Projekt notwendigen Anforderungen von der PR, Programmierung bis zur Kreation besetzt werden.

Patrick Ackmann ist ein überzeugter Teamplayer. Den kreativen Austausch liebt er, das Organisatorische drumherum beherrscht er. Ganz oben auf der Liste seiner Lieblingstätigkeiten steht letzteres aber nicht. So ist denn auch kein Wunder, dass er die Frage nach seinen beruflichen Zielen wie folgt beantwortet: „Endlich wieder das nächste Teamevent und in den direkten Austausch gehen.“ Die digitale Kommunikation könne vieles, auch so könne man ein Team pushen. „Aber die spontane, gemeinsame Idee, die Du hast, wenn Du Dich mit den Kollegen zum Café oder auf einen Drink triffst, die braucht Gemeinschaft. Und manchmal sind das eben die besten Ideen.“

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