Mit „GUT connected“ will Takeda Ärztinnen in der Viszeralmedizin gezielt fördern und vernetzen. Im Interview erklären Sumita Sarkar und Sabine Hengst, wie das Netzwerk die Versorgung von Patienten und Patientinnen nachhaltig stärken soll.

Health Relations: Was genau steckt hinter der Initiative „GUT connected“ und welches Ziel verfolgen Sie damit?

Sumita Sakar:Der Name ist bewusst ein Wortspiel. „GUT connected“ heißt für uns gut vernetzt, gleichzeitig spielt das Englische Wort „gut“ (Darm) natürlich auf die Viszeralmedizin an. Ziel der Initiative ist es, die Versorgung von Patienten und Patientinnen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen nachhaltig zu verbessern, indem wir engagierte und qualifizierte Ärztinnen miteinander vernetzen.

„Ärztinnen sind stark vertreten, bekommen aber oft nicht die Sichtbarkeit, die sie verdienen.“

Health Relations: Warum ist ein eigenes Netzwerk aus Ihrer Sicht so wichtig?

Sabine Hengst:Weil wir sehen, dass Ärztinnen in der Viszeralmedizin zwar stark vertreten sind, aber oft nicht die Sichtbarkeit bekommen, die sie verdienen. Mit dem Netzwerk wollen wir gezielt Räume schaffen, in denen Austausch, Vernetzung und Weiterentwicklung möglich sind.

Health Relations: Auf welche Unternehmens- oder Marketingziele zahlt „GUT connected“ ein?

Sabine Hengst:Für uns zahlt das klar auf bessere Versorgung und Disease Awareness ein. Gleichzeitig geht es darum, uns als verlässlichen Partner für die Ärzteschaft zu zeigen. Nicht kurzfristig, sondern mit einem langfristigen Ansatz.

Health Relations: Was war der ausschlaggebende Impuls für „GUT connected“ und warum gerade jetzt?

Sumita Sakar: Es kamen mehrere Dinge zusammen. Wir hatten viel Input von Patientinnen und aus der Gastroenterologie: Das Interesse an gendersensibler Behandlung wächst. Gleichzeitig sehen wir, dass Frauen zwar wissenschaftlich aktiv, in höheren Positionen und auf Kongressen aber kaum repräsentiert sind. Gerade jetzt ist der ideale Zeitpunkt, weil Chancengleichheit zunehmend diskutiert wird und wir gezielt Strukturen schaffen können, die Ärztinnen fördern und sichtbar machen.

Health Relations: Welche Rolle spielt Gender-Medizin bei CED?

Sumita Sakar: Es gibt Hinweise darauf, dass Patientinnen mit CED häufig später diagnostiziert werden und später eine fortgeschrittene Therapie erhalten. Genau solche Unterschiede werden aktuell intensiver untersucht, zum Beispiel in der DORO-Studie aus Hannover.

„Direkte Vernetzung ist ein großer Mehrwert für Ärztinnen.“

Health Relations: Gibt es seit dem Start der Initiative bereits erste Rückmeldungen?

Sabine Hengst: Ja, und die waren wirklich sehr positiv. Aus dem ärztlichen Entscheidungsgremium kam viel Begeisterung. Bei der Auftaktveranstaltung war die Stimmung offen und sehr kollegial. Die Ärztinnen konnten sich direkt vernetzen, viele kannten sich vorher nicht, obwohl die Community überschaubar ist. Genau dieses direkte Vernetzen wurde als großer Mehrwert empfunden.

Health Relations: Woran messen Sie den Erfolg von „GUT connected“?

Sumita Sakar: Am Anfang ganz klar qualitativ. Gibt es Bedarf, bringt es den Teilnehmerinnen etwas, wollen sie dabeibleiben? Sichtbarkeit ist ein zentrales Thema und viele Ärztinnen sagen ganz klar, dass sie auch als Referentinnen stärker wahrgenommen werden möchten. Der Kreis an spezialisierten Expertinnen ist aktuell noch überschaubar. Genau hier kann ein Netzwerk Türen öffnen.

„Viele Ärztinnen möchten auch als Referentinnen stärker wahrgenommen werden.“

Health Relations: Welche Rolle nimmt Takeda innerhalb des Netzwerks ein, und welche Impulse kommen von Ihnen?

Sabine Hengst: Wir sehen uns klar als Partner auf Augenhöhe. Innerhalb klarer Kodex-Regeln und mit dem Anspruch, gemeinsam etwas aufzubauen. Wir stellen Strukturen, Organisation und Plattformen bereit und die Inhalte kommen aus der Ärzteschaft selbst.

Health Relations: Es handelt sich um ein industriefinanziertes Projekt. Inwiefern trägt Vernetzung dazu bei, Vertrauen aufzubauen?

Sabine Hengst: Vertrauen entsteht dann, wenn ein Projekt erkennbar einen Nutzen für die Versorgung hat. Bei Takeda stehen die Werte Patienten, Vertrauen und Reputation im Mittelpunkt. Wenn partnerschaftliche Zusammenarbeit gelingt und Mehrwert entsteht, wächst auch die Glaubwürdigkeit.

Health Relations: Welche weiteren Maßnahmen ergänzen das Format in der Arztkommunikation?

Sumita Sakar: Ein Beispiel ist die GI Academy. Dort bringen wir junge Experten und Expertinnen über einen längeren Zeitraum zusammen, um wissenschaftlichen Austausch und Vernetzung zu fördern. Das ergänzt „GUT connected“ auf medizinischer Ebene sehr gut.

Frauen sichtbar machen: Mit "GUT connected"

Frauen stellen rund 70 Prozent der Medizinstudierenden. In der Viszeralmedizin sind sie in Führungsrollen und auf Kongressbühnen dennoch deutlich unterrepräsentiert. Mit der frisch gestarteten Initiative „GUT connected“ will Takeda Ärztinnen in Gastroenterologie und Viszeralchirurgie gezielt fördern, vernetzen und sichtbar machen. Das übergeordnete Ziel: die Versorgung von Patienten und Patientinnen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) nachhaltig stärken. Im Doppelinterview sprechen Sumita Sarkar (Lead of Field Medical Advisor Gastroenterology & Rare Gastroenterology, Medical Department) und Sabine Hengst (Head Strategy & Marketing, Business Unit Gastroenterologie) über Impulse, Ziele und erste Erfahrungen.