Bimovis: Wissenschaftlich richtige Bilder in der Pharmakommunikation

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Neue Wirkstoffe, komplexe Wirkmechanismen, knappe Zeit. Pharmaunternehmen stehen vor der Frage, wie sich wissenschaftliche Inhalte schnell und präzise vermitteln lassen: im Außendienst, in der Schulung, aber auch im Gespräch zwischen Arzt und Patient. Das Biotechnologie-Startup Bimovis hat sich auf die Visualisierung molekularer Strukturen spezialisiert und erklärt, warum der Schlüssel oft nicht im Text liegt, sondern im richtigen Bild.
Das Interview in der Zusammenfasssung
BIMOVIS GmbH ist ein Biotechnologie-Startup mit Sitz in Heidelberg, das sich auf Dienstleistungen im Bereich der Strukturbiologie spezialisiert hat. Es visualisiert molekulare Strukturen und Wirkmechanismen für die pharmazeutische Kommunikation – wissenschaftlich korrekt, aber so aufbereitet, dass sie ohne Spezialkenntnisse verständlich sind. Die Formate reichen von statischen Grafiken über kurze Animationen bis zu interaktiven 3D-Modellen. Zielgruppen sind Medical Affairs, Außendienst und Schulungsteams, aber auch die Arzt-Patienten-Kommunikation. Für unterschiedliche Zielgruppen – Fachpublikum vs. Patienten – empfiehlt Bimovis bewusst unterschiedliche Darstellungsebenen auf derselben wissenschaftlichen Basis. KI wird als Werkzeug genutzt, um schneller und konsistenter zu arbeiten, die inhaltliche Verantwortung bleibt beim Team. Der praktische Nutzen: Kernbotschaften werden schneller verstanden, Gespräche effizienter und Missverständnisse seltener. Visualisierung ersetzt keine Evidenz – kann aber die Logik hinter einer Therapie so vermitteln, dass sie im medizinischen Alltag wirklich ankommt.
Health Relations: Herr Stieler, die Visualisierung von Molekülen ist Ihr Spezialgebiet. Von welchen Molekülen? Haben Sie einige Beispiele aus Ihrem aktuellen Portfolio?
Martin Stieler: Wir arbeiten mit den Molekülen, die hinter vielen modernen Therapien stehen – von klassischen Wirkstoffen bis hin zu komplexen biologischen Strukturen wie Antikörpern. Also genau den Bausteinen, die Ärztinnen und Ärzte heute in immer mehr Indikationen begleiten. Uns geht es dabei nicht darum, Moleküle einfach nur „schön“ darzustellen, sondern räumliche Zusammenhänge verständlich zu machen: Wo bindet ein Antikörper? Was blockiert er? Und warum ist das klinisch relevant? Solche Dinge lassen sich in Worten oft nur schwer greifen, in einer guten Visualisierung aber sehr schnell.
Health Relations: Wie genau visualisieren Sie die Moleküle, welche Möglichkeiten gibt es?
Martin Stieler: Wir visualisieren Moleküle immer so, dass es zum Kommunikationsziel passt. Manchmal braucht es ein einzelnes Bild, das in einem Artikel oder einer Präsentation sofort Orientierung gibt. Manchmal ist eine kurze Sequenz sinnvoll, die in wenigen Sekunden erklärt, was passiert. Und wenn das Format es erlaubt, kann man Strukturen auch interaktiv erlebbar machen, sei es als drehbares 3D-Modell auf dem Tablet oder sogar immersiv mit der 3D-Brille. Der gemeinsame Nenner ist aber immer derselbe: wissenschaftlich korrekt, aber so gestaltet, dass es für die medizinische Zielgruppe verständlich ist, ohne dass man Strukturspezialist sein muss.

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„Wir beginnen immer mit der Leitfrage: Was soll nach kurzer Zeit hängen bleiben?“
Health Relations: Wie sind Sie darauf gekommen, sich auf dieses Gebiet zu spezialisieren?
Martin Stieler:Bimovis kommt ursprünglich aus der Strukturbiologie. Wir beobachten seit Jahren, wie rasant die Zahl neuer Wirkstoffe steigt und wie wenig Zeit im Alltag bleibt, sich tief in die Details einzuarbeiten. Die Daten und das Wissen sind zwar vorhanden, die Übersetzung in eine klare, visuelle Sprache fehlt jedoch oft. Genau aus dieser Lücke ist unser Fokus entstanden: Wir wollen die Brücke schlagen zwischen komplexen, dreidimensionalen Informationen und der Frage, wie man sie so erklärt, dass sie im medizinischen Alltag wirklich ankommen.
Health Relations: An wen richtet sich Ihre Arbeit? Und was wollen Sie erreichen?
Martin Stieler: Unsere Arbeit richtet sich vor allem an Teams, die medizinisch-wissenschaftliche Inhalte vermitteln, etwa Medical Affairs, Training oder den medizinischen Außendienst. Unser Ziel ist, dass Informationen schneller verstanden werden und konsistenter bleiben. Es geht nicht darum, etwas zu vereinfachen, bis es beliebig wird, sondern Komplexität so zu reduzieren, dass die Substanz erhalten bleibt und Gespräche auf einem gemeinsamen Verständnis aufbauen können.
Health Relations: Schauen wir auf die Arztkommunikation. Ärztinnen und Ärzte haben wenig Zeit, die Zahl der Therapien und Wirkstoffe steigt. Inwiefern kann Ihre Arbeit dazu beitragen, dass Pharmaunternehmen beispielsweise mithilfe des Außendienstes die Wirksamkeit ihrer Therapien und Medikamente besser erklärbar machen?
Martin Stieler: Gerade weil die Zeit knapp ist, helfen Formate, die schnell Orientierung geben. Eine gute Visualisierung kann innerhalb weniger Sekunden klarmachen, worum es geht: Wo greift eine Therapie an, was ist die zentrale Idee, und was ist der entscheidende Unterschied zu anderen Ansätzen? Das kann Außendienstgespräche effizienter machen, weil man schneller bei den Fragen ist, die klinisch wirklich zählen. Wir würden nie behaupten, dass Visualisierung Evidenz ersetzt. Aber sie kann helfen, die Logik hinter einer Therapie schneller und präziser zu vermitteln.
„Was Visualisierung beitragen kann, ist die Kommunikationsseite: weniger Missverständnisse, klarere Kernbotschaften und ein besserer Wiedererkennungswert.“
Health Relations: Kann Wissen über Therapien so vielleicht sogar schneller in die „Fläche kommen“ und Präparate schneller in die breite Versorgung?
Martin Stieler: Ob Wissen schneller in die Fläche kommt, hängt von vielen Faktoren ab, wie Leitlinien, Erstattung und klinischer Erfahrung. Was Visualisierung beitragen kann, ist die Kommunikationsseite: weniger Missverständnisse, klarere Kernbotschaften und ein besserer Wiedererkennungswert. Wenn Inhalte konsistenter transportiert werden, kann das die Aufnahme neuer Informationen durchaus unterstützen.
Health Relations: Pharmaunternehmen können Ärztinnen und Ärzte auch unterstützen, indem sie Materialien zur Verfügung stellen, die die Arzt-Patientenkommunikation erleichtern. Muss man die Visualisierung dann anders aufziehen, weil Ärzte und Ärztinnen sich vielleicht fachlich nicht ernst genommen fühlen könnten, wenn man zu niedrigschwellig ansetzt? Also für einen Wirkstoff unterschiedliche Visualisierungen schaffen?
Martin Stieler:Ja, das ist aus unserer Sicht der richtige Weg. Ärztinnen und Ärzte brauchen einen Detailgrad, der sie ernst nimmt, mit sauberer Terminologie und einer klaren Einordnung. Patientinnen und Patienten brauchen eine Ebene, die alltagsnah und verständlich ist. Idealerweise baut man unterschiedliche Darstellungen auf derselben wissenschaftlichen Grundlage auf. Dann bleibt die Kernaussage identisch, aber Sprache und Detailniveau passen zur jeweiligen Zielgruppe. So wirkt es nicht „zu simpel“, sondern zielgruppengerecht.
Health Relations: Was glauben Sie, inwiefern können Visualisierungen, die Therapien für Patientinnen und Patienten begreifbar machen, den Erfolg einer Therapie verändern?
Martin Stieler: Wir würden nicht sagen, dass Visualisierungen die Wirksamkeit einer Therapie verändern. Aber sie können Faktoren beeinflussen, die im Alltag relevant sind, wie Verständnis, Vertrauen und Erwartungsmanagement. Wenn Patientinnen und Patienten besser nachvollziehen können, warum sie eine Therapie bekommen und was realistisch zu erwarten ist, kann das die Zusammenarbeit erleichtern und bei Themen wie Adhärenz unterstützen.

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Health Relations: Gibt es bereits Cases, um die Theorie mit der Praxis zu untermauern?
Martin Stieler: Ein anschauliches Beispiel ist der Vergleich zweier Antikörper, die dasselbe Zielprotein erkennen. In der Fachinformation klingt das oft identisch. In der Visualisierung sieht man jedoch den Unterschied: Der eine Antikörper blockiert den Zugang komplett, der andere verengt ihn nur. Dieser mechanische Unterschied erklärt die abweichende klinische Wirkung. In Textform bleibt das oft abstrakt, visuell wird es sofort greifbar und genau das ist der Mehrwert für die Arztkommunikation.
Health Relations: Wie sind Sie bei diesem Projekt vorgegangen, warum haben Sie sich für diese Form der Visualisierung entschieden?
Martin Stieler:Wir beginnen immer mit der Leitfrage: Was soll nach kurzer Zeit hängen bleiben? Dann reduzieren wir die Darstellung konsequent auf diese Kernbotschaft und wählen das Format so, dass es im Alltag funktioniert, also in Print, PDF oder Präsentationen. Eine digitale Ergänzung kann helfen, das Verständnis zu vertiefen, ist aber nicht immer zwingend. Entscheidend ist, dass die Visualisierung klar, fachlich korrekt und direkt einsetzbar ist.
Health Relations: Haben sich ihre Erwartungshaltungen erfüllt?
Martin Stieler:Das prüfen wir pragmatisch. Wir schauen, ob die Kernaussage schneller verstanden wird, ob man sie in eigenen Worten korrekt wiedergeben kann, und ob typische Rückfragen zu Grundprinzipien weniger werden. Wenn das gelingt, hat die Visualisierung ihren Zweck erfüllt.
Health Relations: Sie haben erwähnt, dass Teile Ihres Teams, speziell diejenigen, die in der Visualisierung arbeiten, keinen medizinischen Background haben. Das klingt zuerst wenig logisch. Sie sagen, im Gegenteil. Warum?
Martin Stieler: Weil Visualisierung eine eigene Disziplin ist. Es geht um Verständlichkeit, Reduktion und klare Darstellung. Menschen ohne „medizinischen Tunnelblick“ erkennen häufig schneller, wo eine Abbildung zu viel voraussetzt. Die Zusammenarbeit zwischen dem medizinischen Experten und dem Designer sorgt oft für die nötige Balance aus fachlicher Tiefe und Verständlichkeit. Die wissenschaftliche Richtigkeit sichern wir dabei natürlich durch enge Abstimmung und fachliches Review im Team ab.
Health Relations: Inwiefern spielen Ihnen bei Ihrer Arbeit KI und andere innovative Technologien in die Hände?
Martin Stieler: KI hilft uns vor allem dabei, schneller zu guten Entwürfen zu kommen und konsistent zu arbeiten, etwa bei der Erstellung von Varianten für verschiedene Zielgruppen. Wir nutzen KI jedoch als Werkzeug, die inhaltliche Verantwortung bleibt bei uns. Gerade in der Arztkommunikation ist es entscheidend, dass Visualisierungen präzise bleiben und keine Botschaften transportieren, die nicht sauber belegt sind.
FAQ: Molekulare Visualisierung
1.Was leistet molekulare Visualisierung in der pharmazeutischen Kommunikation? Molekulare Visualisierungen machen komplexe Wirkmechanismen in Sekunden begreifbar – ohne dass die Zielgruppe Strukturbiologie studiert haben muss. Sie helfen, die Kernlogik einer Therapie schnell zu erfassen: Wo greift ein Wirkstoff an, was blockiert er, und was unterscheidet ihn von anderen Ansätzen? Das macht Außendienstgespräche effizienter und Schulungsinhalte konsistenter.
2. Wie unterscheidet sich die Visualisierung für Ärzte von der für Patienten? Beide Zielgruppen brauchen dieselbe wissenschaftliche Basis, aber unterschiedliche Darstellungsebenen. Für Ärztinnen und Ärzte zählen präzise Terminologie und fachliche Tiefe. Für Patientinnen und Patienten steht Alltagsnähe und Verständlichkeit im Vordergrund. Werden beide Varianten konsequent auf derselben Grundlage aufgebaut, bleibt die Kernaussage identisch – nur Sprache und Detailgrad passen sich an.
3. Welche Formate gibt es für die Visualisierung von Wirkstoffen und Molekülen? Je nach Kommunikationsziel kommen unterschiedliche Formate zum Einsatz: statische Grafiken für Print und Präsentationen, kurze Animationen für digitale Kanäle sowie interaktive 3D-Modelle für Tablets oder immersive Anwendungen mit VR-Brille. Entscheidend ist nicht das Format selbst, sondern dass es im jeweiligen Alltag funktioniert.
4. Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz bei der Erstellung medizinischer Visualisierungen? KI beschleunigt die Entwicklung von Entwürfen und erleichtert die konsistente Erstellung von Varianten für verschiedene Zielgruppen. In der medizinischen Kommunikation bleibt die inhaltliche Verantwortung jedoch beim Menschen – fachliches Review und wissenschaftliche Präzision lassen sich nicht automatisieren.
(Disclaimer: Die FAQ wurden mit KI generiert.)

