API-Studie 2023: Mediziner:innen informieren sich multimedial, Print führt

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Arzt liest LA-MED
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Niedergelassene API informieren sich in verschiedenen Informationsquellen über berufsrelevante Neuigkeiten. Die Fachzeitschrift ist dabei nach wie vor das wichtigste Medium, praktisch kein Arzt/keine Ärztin verzichtet auf sie. Online-Angebote nutzt jede:r zweite intensiv.

Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle LA-MED API-Studie 2023, mit der die Arbeitsgemeinschaft LA-MED Kommunikationsforschung im Gesundheitswesen e.V. repräsentative Daten über die Mediennutzung niedergelassener Allgemeinmediziner:innen, Praktiker:innen und Internist:innen (API) vorlegt. Die 3 wichtigsten Informationsquellen sind: Fachzeitschriften (62,1 %), Tagungen/Kongresse/Vorträge (44 %) und Gespräche mit Kolleg:innen (43,8 %).

Die Daten zeigen auch die hohe Relevanz digitaler Angebote: Erstmals wurde in der diesjährigen Studie nach Fachwebsites, Fach-Communities und Newsletter differenziert.  Vor allem Fachwebsites (ca. 82 %) sind für die Niedergelassenen sehr wichtig. Jede:r dritte nutzt sie intensiv. Auch das Gespräch mit  Pharmareferent:innen spielt nach wie vor eine zentrale Rolle für die API: 72 Prozent erhalten von ihnen berufsrelevante Informationen.

Die meisten Titel mit moderatem Rückgang

Zwölf Fachzeitschriften und -zeitungen haben an der diesjährigen Studie teilgenommen. Ihre Reichweiten (Lesende pro Ausgabe, in %) sind bei fast allen Titeln im Vergleich zur Studie vor zwei Jahren leicht gesunken. Insgesamt zeichne sich jedoch ein „sehr stabiles Bild“ ab, so die LA-MED:  „Im Durchschnitt erreichen die Titel mit jeder Ausgabe nach wie vor mehr als ein Drittel der Zielgruppe, und für den niedergelassenen API gehören 4,1 der geprüften Titel zur regelmäßigen Fachlektüre.“ Zur stärkeren Differenzierung der Titel werden Ärzti:innen auch nach qualitativen Aspekten wie Aktualität und Glaubwürdigkeit befragt.

Zeitschriften haben als Fachlektüre für Mediziner:innen einen weiteren, wertvollen Effekt: Sie aktivieren zu weiterem Handeln. Wer beispielsweise in der Fachzeitschrift über eine neue Präparat-Empfehlung oder einen neuen Therapieansatz liest, bezieht diese Informationen in sein ärztliches Handeln ein. In dem sogenannten „Aktivierungscheck“ hat die Studie herausgefunden, dass nach dem Lesen einer Fachzeitschrift von 83,1 % der API neue Therapien in Erwägung gezogen wurden, 75 % an einer Fortbildung teilnahmen und 67,7 %  rezeptfreie Präparate empfahlen. Mehr als jeder zweite (54,1%) sprach den Pharmaaußendienst an.

Fachzeitschriften sind wichtigste Fortbildungsmöglichkeit

Fachzeitschriften sind für niedergelassenen API mit deutlichem Abstand die wichtigste Fortbildungsmöglichkeit (89,1 %) – gefolgt von Kongressen und externen Veranstaltungen.  Live-Webinare werden auch nach Ende der Corona-Pandemie gerne genutzt (67,5%). Ein nicht unerheblicher Teil der API (17,2 %) hört zudem gerne Podcasts, um sich beruflich auf dem Laufenden zu halten.

 

Über die Studie
Das Marktforschungsinstitut IFAK befragte im Auftrag der LA-MED mehr als 1.000 Ärztinnen und Ärzte, die Auskunft darüber gaben, wie sie sich beruflich informieren. Die LA-MED ist eine Arbeitsgemeinschaft von Unternehmen, Agenturen und Verlagen im Gesundheitswesen, die in Zusammenarbeit mit renommierten Marktforschungsinstituten in regelmäßig durchgeführten repräsentativen Studien die Relevanz und Wirkung von Print- und Online-Medien in den Bereichen Medizin und Pharmazie untersucht.

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