Generation Z: Was wollen die neuen jungen Ärzte?

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Generation Z
© ribkhan / Adobe Stock

Die Generation Z ist noch sehr jung, doch die Anfang 20-Jährigen kommen nun nach und nach auf den Arbeitsmarkt. Um als Klinik auf den Medizinernachwuchs vorbereitet zu sein, lohnt es sich, die Generation Z genauer unter die Lupe zu nehmen.

Rüdiger Maas
Rüdiger Maas © Adrian Beck

Zur Generation Z zählen diejenigen, die zwischen 1994 und 2010 zur Welt gekommen sind. „Die Generation Z übernimmt Ansichten der Eltern, jedoch nicht deren Lebensweise“, charakterisiert Rüdiger Maas, Vorsitzender des Instituts für Generationenforschung, den Nachwuchs. Eine eigene Familie  gründen, ein Eigenheim besitzen, Karriere machen – das alles hat für sie keine Priorität. Die Zler werden auch viel länger bei ihren Eltern wohnen, als die Generation zuvor, prognostiziert der Forscher. „Die konservative und konventionelle Haltung kommt viel mehr aus der Überbehütung ihrer Eltern und der Unsicherheit in der analogen Welt.“

In der Studie „Generation Thinking“ stellte der Psychologe fest, dass beruflich für die GenZ vor allem eine gute Arbeitsatmosphäre zählt: „Die Befragung der Jugendlichen hat ergeben, dass etwa 88,5 % der Befragten eine gute Arbeitsatmosphäre als wichtig bis sehr wichtig erachten. Das ist schon ein sehr großer Anteil.“ Für die jungen Ärzte und Ärztinnen muss ihre Arbeit Sinn ergeben und sie möchten mit ihrer Arbeit etwas bewegen.

GenZ tickt anders als die GenY

Wer denkt, die GenZ tickt genauso wie die GenY, irrt. Sie lehnt viele Dinge ab, die die jetzigen Mitdreißiger von ihrem Arbeitgeber noch gefordert haben. Home-Office zum Beispiel ist ihnen weniger wichtig als der Generation zuvor. Stattdessen bevorzugen sie laut Rüdiger Maas „klare Arbeitszeiten und eine Trennung von Arbeit und Freizeit. Sie wollen auch nicht so lange arbeiten wie die Generation Y.“ Auch hinsichtlich der Flexibilität unterscheiden sich die beiden Generationen. „Die Generation Y wünscht sich mehr Flexibilität als die Generation Z. Die Zler möchten lieber klare Strukturen.“

Typisch für die Generation Y war auch ein späterer Start ins Berufsleben. Aufgrund der vielen Praktika, die sie absolvierten, starteten sie meist später als die neuen Jungen.

Was sind die Anforderungen der Generation Z?

  • Gute Arbeitsatmosphäre
  • Sichere Anstellung
  • Work-Life-Separation
  • Klare Strukturen
  • Feste Arbeitszeiten
  • Privatsphäre am Arbeitsplatz
  • Nähe des Arbeitsplatzes zu der Familie und den Freunden
  • Schnelle und authentische Kommunikation
  • Transparentes Unternehmen

Generation Z: Bewertungsportale ernst nehmen

Die Generation Z ist permanent online. Auf digitalem Weg sind die Zler daher besonders gut zu erreichen. Eine gute Karrierewebsite ist daher Pflicht. Um sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren, muss man jedoch nicht unbedingt auf die sozialen Medien Facebook oder Instagram zurückgreifen. „Die Generation Z bevorzugt den konventionellen Weg“, erklärt der Rüdiger Maas. Er rät den Arbeitgebern dazu, Portale wie XING und LinkedIn zu nutzen, um mit der Generation Z in Kontakt zu treten. Auch bei Messen und Börsen sollte das Unternehmen vertreten sein.


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Nach dem ersten Kontakt mit dem Unternehmen, googeln die Zler meist das Unternehmen und greifen bei ihrer Informationssuche gerne auf Bewertungsportale zurück. Wissen Sie, wie Ihr Klinikum auf Portalen wie beispielsweise kununu.de von Mitarbeitern, Ehemaligen und Bewerbern bewertet wird?

Medizinstudierende sind verpflichtet, einige Praktika während ihres Studiums zu absolvieren. Das ist eine große Chance, sie nach ihrem Abschluss als Arbeitnehmer für sich zu gewinnen.  „Man sollte darauf achten, nicht allzu sehr den Chefarzt raushängen zu lassen. Auch mit Kritik sollte man vorsichtig sein. Das mag die Generation Z nämlich eher weniger“, so Rüdiger Maas.

Lea Martens studiert an der Universität Bielefeld Gesundheitskommunikation mit dem Ziel, im Journalismus zu arbeiten. Seit November 2019 ist sie für den Deutschen Ärzteverlag tätig.

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