Dentaler sprechen LOHAS an: Nachhaltigkeit als Marketingthema

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Mit neuen Produkten adressieren Dentalhersteller  gesundheitsbewusste Patienten. Jüngstes Beispiel: Unilever bringt die Zahnpasta „Zendium“ auf den Markt.

Slow-Food, Yoga-Retreats und ökologisch angebaute Lebensmittel in Deutschland gibt es immer mehr Menschen, die Wert auf einen gesundheitsbewussten Lebensstil legen. Nachhaltigkeit ist ein Megatrend. Im Marketing hat sich für diese Zielgruppe der Begriff LOHAS, „Lifestyles of Health and Sustainability“, etabliert. Diese Konsumentengruppe ist nicht zu verwechseln mit den Ökos der 80er Jahre. Die LOHAS von heute haben keine politische Botschaft, sie wollen beste Produkte aus besten Inhaltsstoffen und mögen gleichzeitig eine ansprechende Präsentation. Einkaufen mit reinem Gewissen. Bewusster Konsum. Natürlich statt künstlich.

Die Zielgruppe wächst. Rund 15 Prozent der Verbraucher zählen zur LOHAS-Gruppe. Die gesamte Zielgruppe ist zwischen 2007 und 2015 um rund ein Viertel gewachsen.

Trend: „Mundpflege im Einklang mit dem Körper“

© Unilever
© Unilever

Auch für die Dentalhersteller gewinnt die Zielgruppe an Bedeutung. Mit Unilever hat erstmals ein großer Player dieses Segment für sich erschlossen. Mit einer breit angelegten Kampagne launcht der FMCG-Hersteller seine Zahnpasta „Zendium“ im deutschen Markt. Die Besonderheit: Sie enthält Enzyme und Proteine, die die natürlichen Abwehrkräfte des Mundes stärken sollen. „Mundpflege im Einklang mit dem Körper“, nennt der Hersteller das Prinzip. Ein eigens produziertes Video erklärt, wie die Enzyme bzw. Proteine gegen krankheitserregende Bakterien wirken. Auf Youtube fordert ein weiteres Video dazu auf, den „Orangensaft-Test“ zu machen: Denn offenbar verändern die Inhaltsstoffe der Zahnpasta nicht den Geschmack des Saftes.

Der Hersteller trifft mit seinem Dentalprodukt klar den Zeitgeist. Der Hersteller trifft mit seinem Dentalprodukt auf eine hochrelevante Zielgruppe für Mediaplanung und Marketing. In vielen Healthcare-Bereichen werden Produkte entwickelt, die einen Einklang mit dem Körper und ein nachhaltiges Erlebnis versprechen.

© Humble Brush
© Humble Brush

Im Dentalbereich haben das eine Reihe von Start-ups erkannt. Beispiel „Humble Brush“. Wer die 100 Prozent biologisch abbaubare Bambus-Zahnbürste aus Schweden kauft, leistet einen Beitrag zum Umweltschutz Bambus ist ein schnell nachwachsender Rohstoff und die Verpackung besteht aus recyceltem Material. Und er tut Gutes. Denn für jede verkaufte Zahnbürste spendet das Unternehmen eine Zahnbürste. Auch die Firma Hydrophil stellt Zahnbürsten her, die wasserschonend und mit Farben ohne Mineralöle produziert wurden. Kaufen mit gutem Gewissen, das kennzeichnet die LOHAS und eröffnet Möglichkeiten für das dentale Nachhaltigkeitsmarketing.

Dentalhersteller werben mit vegan und nachhaltig

© Weleda
© Weleda (Screenshot)

Seit Jahren haben Hersteller wie Weleda, Lavera und alverde Zahnpasten im Angebot, die gezielt ihre Käufergruppen finden. Einige Hersteller werben für ihre Zahnpflegeprodukte speziell mit dem Attribut „vegan“. Dass viele Bio-Zahncremes regelmäßig in Tests durchfallen, weil sie kein Fluorid enthalten, hat der Beliebtheit der Marken bis dato offenbar keinen Abbruch getan.

Wichtig für Hersteller ist es, die Meinungen der Konsumenten frühzeitig wahrzunehmen, um auf veränderte Trends reagieren zu können.Wichtig für Hersteller ist es, die Meinungen der Konsumenten etwa in Blogs und Foren im Auge zu behalten. So können sie auf Entwicklungen reagieren. Kürzlich veränderte der Hersteller Dr. Liebe bei seinem Produkt „Pearls & Dents“ die Rezeptur. Mit dem Verzicht auf ein bestimmtes Kunststoffgranulat als Putzkörper sind seine Zahnpasten in Deutschland nun frei von Mikroplastik. Verbraucher und Umweltschützer hatten zuvor besorgt reagiert und Gefahren für Mensch und Umwelt gefürchtet.

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