Mitarbeiter als Markenbotschafter: Fotoshooting für die perfekte Stellenanzeige

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© GCShutter/ Adobe Stock

Bei einem Mitarbeiter-Fotoshooting entstehen hochwertige Bilder aus dem Klinikum. In Stellenanzeigen wirken diese Fotos persönlicher und authentischer als jedes Stock-Bild. Worauf es dabei ankommt, erläutert Daniel Hadam, Leiter HR-Design, bei der Agentur WESTPRESS.

Health Relations: Welche Rolle spielen Bilder in Stellenanzeigen?

„Eine Anzeige mit Bild suggeriert eine gewisse Wertschätzung“

Hadam: Key-Visual, Stopping Power etc. – wir alle kennen die Begriffe aus Werbung und Marketing. Diese sind natürlich ebenso auf die Personalanzeige oder den Recruiting-Bereich im Allgemeinen anzuwenden. Die Stellenanzeige ist oftmals der erste Touchpoint eines potentiellen Mitarbeiters mit Ihrem Unternehmen – wie möchten Sie also auftreten oder in Erinnerung bleiben? Generell gilt: eine Anzeige mit Bild – speziell im Printbereich – suggeriert erst einmal eine gewisse Wertschätzung für die zu besetzende Position. Nicht zuletzt gibt ein Bild Ihrer Anzeige bzw. Ihrem Unternehmen ein „Gesicht“ und das erzeugt Persönlichkeit. Sie haben also schon hier die Möglichkeit, sich auf eine bestimmte Art zu positionieren.

Gilt das auch für Online-Stellenanzeigen?

Hadam: Bei Online-Personalanzeigen verhält sich das etwas anders. Hier gilt in erster Linie, den Inhalt suchmaschinenoptimiert zu gestalten. Denn was nützt mir das hübscheste Bild oder die beste Gestaltung, wenn meine Anzeige nicht gefunden wird? Ein sowohl technisch als auch emotional durchdachter Text und die Verschlagwortung innerhalb des Textes sind im Onlinebereich wichtiger als ein ansprechendes Design. Beides zusammen ist der Königsweg. Bei einer breiter ausgelegten Kampagne ist es wichtig, einen Widererkennungswert zu schaffen und die Gestaltung – sowohl grafisch als auch textlich – auf alle Kanäle übertragen zu können. So wäre es zum Beispiel ratsam, Bilder aus der Stellenanzeige auch auf der unternehmenseigenen Karriereseite wiederzufinden.

Gerne werden auch Mitarbeiterfotos und Bewerbungsgespräche fotografisch inszeniert und dann genutzt, um damit Stellenanzeigen zu bebildern. Was halten Sie davon?

„Eine natürliche Einstellung zu dem, was man auf einem Foto darstellen soll, ist die halbe Miete für ein erfolgreiches Mitarbeiter-Shooting.“

Hadam: Persönlich bin ich ein Freund davon, die Mitarbeiter im Unternehmen dahingehend zu motivieren, sich mit dem eigenen Arbeitgeber zu identifizieren. Wenn sie dann auch noch dazu bereit sind, als eine Art Markenbotschafter zu fungieren oder gar im Rahmen einer großen Kampagne das Gesicht des Unternehmens (im Recruitingbereich) zu werden, umso besser. Authentizität ist hier das Schlüsselwort. Sollten Sie in Ihrem Unternehmen darüber nachdenken, Ihre Mitarbeiter als Protagonisten zu verwenden, zwingen Sie diese nicht in Rollen oder Situationen, in denen sie sich unwohl fühlen. Eine natürliche Einstellung zu dem, was man auf einem Foto darstellen soll, ist die halbe Miete für ein erfolgreiches Mitarbeiter-Fotoshooting.

Ansprechend: Das Klinikum Vest in Recklinghausen verwendet in der illustrierten Stellenanzeige das Foto einer Mitarbeiterin. © Klinikum Vest

Mitunter zeigen Stellenanzeigen das Bild eines Mitarbeiters mit Namen, Funktion und ggf. einem Zitat. Wie gut funktioniert das?

Hadam: Da gehen die Meinungen mitunter auseinander. Die einen schwören darauf und wieder andere sagen „das interessiert den Bewerber doch gar nicht“. Kampagnen, die sich eines solchen Mittels bedienen, haben einen persönlicheren Charakter, als diejenigen, die darauf verzichten. Es kann also auch Vorteile haben, Namen und Positionen zu nennen. Frau Meier aus dem Bereich Intensivpflege könnte schließlich die neue Kollegin werden. Man kann also sowohl das Arbeitsumfeld der Position als auch den Umgang untereinander kommunizieren. Allein schon die Art der Ansprache kann viel über den Umgangston verraten. Bei der Verwendung solcher Testimonials sollte man darauf achten, dass die Position des abgebildeten Mitarbeiters zu der ausgeschriebenen Stelle passt.

Was muss das Unternehmen rechtlich dabei beachten?

Hadam: Ich bin kein Jurist, also kann ich natürlich auch keine rechtlich verbindliche Aussage treffen. Es gibt allerdings auch nicht den einen Weg, Bilder zu verwenden. Die Art und Weise hängt von vielen Faktoren ab – Budget, Unternehmensgröße etc. Im Großen und Ganzen stehen uns drei Wege zur Verfügung. Stock-Material, ein Shooting eigener Mitarbeiter oder ein Shooting mit semi-professionellen Models. Letzteres bringt zum Beispiel den Vorteil, dass die gebuchten Models im Vorfeld genau wissen, wofür sie gebucht sind. Die Nutzungsrechte können somit eindeutig festgelegt werden.

„Bei eigenen Mitarbeitern besteht ein Risiko, dass der- oder diejenige das Unternehmen verlässt und die Bildrechte mitnimmt.“

Bei eigenen Mitarbeitern besteht natürlich immer ein gewisses Risiko, dass der- oder diejenige das Unternehmen verlässt und die Bildrechte gleich mitnimmt. Dies kann man aber im Rahmen einer Nutzungsvereinbarung mit dem Mitarbeiter festlegen. Noch einmal der Hinweis – ich bin kein Jurist. Zu guter Letzt kann auch ein Stock-Foto bei einem kleinen Unternehmen mit geringem Budget zum Erfolg führen. Nicht allen Stock-Bildern sieht man ihre Herkunft auch an.


Daniel Hadam
Daniel Hadam © WESTPRESS

Daniel Hadam ist Kommunikations- und Mediendesigner und leitet das HR-Design bei WESTPRESS in Hamm. Die Agentur für Personalmarketing unterstützt seit 1953 Unternehmen aus allen Branchen bei der ganzheitlich angelegten Personalsuche. Als Spezialist für alle Themen rund um Personalmarketing, E-Recruiting und Employer Branding greift WESTPRESS mit mehr als 150 Mitarbeitern auf alle Services inhouse zurück: von der Analyse über die Idee bis hin zur Konzeption und Umsetzung.

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