Pharma und Agentur: Kommunizieren, was möglich ist und was nicht

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Kommunikation
Pharmaunternehmen sollten sich vorab ein Bild über Branchenkenntnis und Erfahrung der Kommunikationsberatung machen. Nur so können sie sicherstellen, dass ein Partner auch für die Aufgabe geeignet ist. © alotofpeople / Adobe Stock
„Als Pharmaunternehmen die richtige Kommunikationsberatung zu finden, ist ein wenig wie die Suche nach dem richtigen Partner“, sagt Julia Bressem, Senior Vice President bei FleishmanHillard. Warum Ehrlichkeit, Wertschätzung und Loyalität für eine erfolgreiche Pharma-Agentur-Beziehung so wichtig sind, erklärt sie in ihrem Beitrag für Health Relations.

Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Kommunikationsberatungen und Healthcare-Unternehmen ist eine gegenseitige Wertschätzung von großer Bedeutung. Wie diese zum Ausdruck gebracht wird, kann ganz unterschiedlich sein. Zum Beispiel durch regelmäßigen Austausch und ehrliches Feedback. Oder durch Transparenz und Anerkennung für gute Leistungen.

Das heißt: Beiden Partnern muss es möglich sein, Fragen zu stellen und auch mal den Finger in die Wunde zu legen. Oft hilft eine offene Kommunikation auf Augenhöhe auch dabei, Synergien zu schaffen, die Produktivität zu erhöhen und Probleme schneller zu lösen.

Das Blaue vom Himmel versprechen, ist nicht beraten

Manchmal erwarten Unternehmen, dass ihre Agentur Berge versetzt. Daher ist es umso wichtiger, ehrlich zu kommunizieren, was möglich ist und was nicht. Eine Beratung, die nicht berät, sondern allen Kundenwünschen zustimmt und das Blaue vom Himmel verspricht, ist kein empfehlenswerter Partner.

Auch sollten Pharmaunternehmen sich vorab ein Bild über Branchenkenntnis und Erfahrung der Kommunikationsberatung machen. Nur so können sie sicherstellen, dass ein Partner für die Aufgabe geeignet ist.

Gerade Branchenkenntnis ist im Healthcare-Umfeld unbedingt erforderlich. Denn: Unternehmenseigene Marketing-Teams stecken häufig in ihren eigenen Welten fest. Kaum verwunderlich also, dass sie oft die Fähigkeit verlieren, eine Strategie aus einem neutralen Blickwinkel zu bewerten, je länger sie an Bord sind.

Nicht nur im Hinblick auf eine Neupositionierung oder die Erschließung einer neuen Zielgruppe haben Objektivität und eine interdisziplinäre Sicht also große Bedeutung. Auch wenn es um die Nutzung unterschiedlicher Kommunikationskanäle oder die Relevanz eines neuen Marktes geht, ist ein versierter Blick von außen meist hilfreich.

Ehrlichkeit bewährt sich – Ein Praxisbeispiel

Ein Unternehmen plant eine große Disease-Awareness-Kampagne für die breite Öffentlichkeit. Neben der Aufklärung von Patient:innen, Angehörigen und interessierten Laien über ein bestimmtes Krankheitsbild ist es unerlässlich, auch Health Care Professionals (HCP) über Inhalte, Strategie und Ziele zu informieren. Denn sie sollten im Zweifel auf Fragen ihrer Patient:innen adäquat antworten können.

Die Einbindung der Fachzielgruppen haben viele Unternehmen an dieser Stelle jedoch nicht auf dem Radar. Sie werden daher im Plan oft gar nicht berücksichtigt oder gar entsprechend budgetiert. Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Agenturen mit Weitblick machen ihre Kunden bereits im Vorfeld auf diesen Punkt aufmerksam und passen die strategische Planung an.

Unternehmen bekommen so die Möglichkeit, ihre Finanzplanung entsprechend abzuändern. Das ist im ersten Moment vielleicht unbequem, fordert Zeit für Diskussionen und Argumente auf beiden Seiten. Langfristig wird aber damit das Fundament für ein nachhaltiges Vertrauensverhältnis zwischen Kunde und Agentur gelegt.

Fazit

Eine erfolgreiche Agentur-Unternehmensbeziehung setzt voraus, dass sich beide Partner auf Augenhöhe begegnen. Es ist kontraproduktiv, den anderen als Dienstleister bzw. Geldgeber abzustempeln. Auf beiden Seiten sitzen Experten:innen – die Brand oder Marketing Manager bringen das nötige Spezialwissen für ihr Produkt mit, die Berater:innen für den Markt. Eine offene und transparente Kommunikation ist daher für jede vertrauensvolle sowie erfolgreiche Geschäftsbeziehung essenziell – und macht es erst möglich, Projekte von beiden Seiten mit Spaß und Begeisterung voranzutreiben. Denn letzten Endes verbindet alle die Leidenschaft für gute Gesundheitskommunikation.

Über die Autorin
© FleishmanHillard

Julia Bressem ist Senior Vice President im rund 30-köpfigen Healthcare Team der Kommunikationsberatung FleishmanHillard. Sie hat mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Gesundheitskommunikation gesammelt, vor allem in den Bereichen Onkologie, Kardiologie, Neurologie und Medizintechnik, und ist strategische Ansprechpartnerin für nationale sowie internationale Kunden.

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