„Es ist höchste Zeit für digitale Angebote für den Tierarzt“

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Digitale Tiermedizin, Digitalisierung, Tierarzt
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Tierärztin Pascale Huber ist Chefredakteurin des Fachportals Vets online. Mit Health Relations sprach sie darüber, was bei Tierärzten digital gut ankommt und wie sich Unternehmen als Partner der Tierärzte positionieren.

Pascale Huber, Chefredakteurin vetproduction, © vetproduction
Pascale Huber, Chefredakteurin vetproduction, © vetproduction

In der Tiermedizin ist Digitalisierung ein großes Thema. Ein Digitalpionier ist das Kölner Unternehmen vetproduction, das vor zwei Jahren ein Fachportal exklusiv für Tierärzte und Tiermedizin-Studenten gegründet hat. Nur wer durch seine Approbationsurkunde nachweisen kann, dass er Tierarzt ist, darf sich auf Vets online registrieren. Hier laden die User anonymisierte Befunde hoch und tauschen sich mit Kollegen aus. Das Portal bietet Fachinformatinen rund um Kleintiere, Nutztiere, Politik, Praxis und Studium sowie einen Veranstaltungskalender und eine Stellenbörse. „Jüngere Generationen von Tierärzten sind mit digitalen Entwicklungen aufgewachsen und wollen diese auch nutzen. Es ist allerhöchste Zeit, dieser Nachfrage auch Angebote entgegenzusetzen“, ist Chefredakteurin Pascale Huber überzeugt.

Für welche Themenfelder interessieren sich Tierärzte digital? „Besonders sind Themen gefragt, die einen praktischen Nutzen bieten. Das können Fachbeiträge zur Diagnostik und Therapie wichtiger Erkrankungen sein, aber auch Beiträge mit Tipps, die die Praxisorganisation erleichtern“, sagt Pascale Huber. Sie legt Wert darauf, dass auch Inhalte von Werbepartnern nicht produktzentriert sind. „Mit diesem Fokus auf Content Marketing unterscheiden wir uns eindeutig von klassischer Werbung. Zudem findet ein Großteil der Werbung in einem separaten Bereich statt, dem sogenannten Info-Desk. Dadurch ist den Tierärzten direkt klar, dass sie es mit einem gebrandeten Beitrag zu tun haben.“

Content Marketing: Inhalte erstellt das Redaktionsteam

Dabei ist der redaktionelle Aufwand für den Werbekunden gering: Ein medizinisches Fachjournalisten-Team von Vets online erstellt die Inhalte in Absprache mit dem Unternehmen. Attraktiv für Tierärzte sind zum Beispiel Informationen zum Download oder ein Quiz mit Fortbildungscharakter „das weckt den Spieltrieb“. Gleichzeitig wird dabei die Unternehmensmessage vermittelt und das Wissen erweitert. Außerdem können Werbungstreibende auf Vets online Umfragen durchführen, um mehr über ihre Zielgruppe zu erfahren.

Ergänzend zum Portal für Tierärzte hat vetproduction eine Community für die Tiermedizinische Fachangestellte gelauncht und 2011 schon ein Portal für Patientenbesitzer, das Tiermedizinportal. Letzteres richtet sich vor allem an die Halter von Hunden, Katzen, Pferden und Heimtieren. „Gut informierte Patientenbesitzer verbessern die Compliance und steigern damit den Behandlungserfolg“, sagt Pascale Huber. Das TFA-Portal bietet die Möglichkeit zum Austausch, zur Prüfungsvorbereitung und enthält praktische Arbeitstipps. „Wir haben es hier mit überwiegend jungen, weiblichen Usern zu tun, dementsprechend ist die Ansprache lockerer und das Angebot verspielter. Die medizinische Qualität der Inhalte ist dabei genauso hochwertig wie bei den Tierärzten.“


Vetproduction ist ein Online-Spezialist für Tiermedizin und Tiergesundheit. Unter dem Dach von Vetproduction hat Geschäftsführer Dr. med. Martin Waitz drei veterinärmedizinische Portale gegründet: Vets online ging 2016 an den Start und verzeichnet rund 6.000 registrierte Tierärzte sowie 2.250 Fans auf Facebook. Das 2017 gelaunchte TFA-Portal hat etwa 2.600 registrierte TFAs sowie 2000 Fans auf Facebook. Das Tiermedizinportal, das sich an die Tierhalter richtet, ist seit 2011 am Markt. Die Seite besuchen laut Unternehmen jeden Monat rund 500.000 Tierhalter. Auf der Social-Media-Präsenz hat das Tiermedizinportal mehr als 5.000 Fans.

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