Unterschätztes Potential: Employer Branding mit Podcasts

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Podcasts sind längst keine Nischenprodukte mehr; vielmehr haben sie das Zeug zum digitalen Superstar. Auch im Clinic Recruiting stellt Audio-Content ein überaus erfolgsversprechendes Tool im War of Talent dar.

Es mag irritieren, aber trotz der hohen Schlagkraft von Bildern und Videos in den Socials liegen Online Podcasts voll im Trend. In den USA verzeichnet das digitale Audio-Format seit Jahren steigende Nutzerzahlen. Und auch wenn Deutschland noch ein wenig zaghaft ist bei diesem Thema, zeichnet sich  hier ein klares Wachstum der User-Zahlen ab. Laut einer Studie von ARD und ZDF konsumieren 13 Prozent der deutschsprachigen Onliner ab 14 Jahren Podcasts. Und auch die Online Marketing Rockstars-Konferenz prophezeiten den Siegeszug der Podcasts.

Das hat viele Gründe. Zum einen ist gut gemachter Audio-Content generationsübergreifend grundlegend sympathisch: Weil wir mit Hörspielen und Co. großgeworden sind. Zum anderen sind Podcasts günstig in den Herstellungskosten, haben ein hohes Identifikationspotential, lassen sich leicht im Alltag konsumieren und bieten vielfältige Weiterentwicklungs-Möglichkeiten, was Konzeption und Narration angeht. Sie funktionieren wunderbar als Nischenprodukt für jedes Oberthema, von Musik über Finanzen bis hin zu Job- und Business-Fragen.

Gute Podcasts brauchen vor allem eines: eine gute Story

Beruf und Berufung, ein Thema, das sich in so manchem Podcast wiederfindet. Der „StartUp“-Podcast zum Beispiel beschäftigt sich mit der Gründerszene und porträtiert Macher und deren Ideen. In der ersten Staffel war Moderator Alex Blumberg selber Hauptfigur des Geschehens: Er nahm die Zuschauer mit auf den Weg zu seiner eigenen Firmengründung. Die Audio-Reality-Show hat durchschnittlich 1 Million Hörer im Monat. Derzeit am Durchstarten ist auch der Podcast „The Call“. Erica Williams Simon interviewt Kollegen und Jobsuchende und gibt Tipps aus ihrem eigenen Leben. Die Mission: Den eigenen Weg im Beruf finden. Und der eigenen Stimme folgen. Die Thematik zieht und interessiert eine große Hörerschaft. Es geht um Sinnfindung und -stiftung, um Inhalte, zu denen fast jeder eine Meinung hat.

Beide Beispiele zeigen, was einen erfolgreichen Podcast ausmacht: Eine Identifikationsfigur, die erzählen kann und den roten Faden innerhalb der Folgen darstellt, und eine abwechslungsreiche Narration, die Interviews, Erzählungen und O-Töne zu einem spannenden Ganzen kombiniert. Ein packendes Storytelling, das den Hörer bindet.

Podcasts im Clinic Recruiting. Wahre Geschichten aus dem Leben

Genau das kann auch im Clinic Recruiting ein geschickter Kunstgriff sein, um Talente im Netz zu erreichen und auf das Unternehmen aufmerksam zu machen. Warum nicht eine Interview-Serie mit jungen Ärzten führen und diese über ihre erste Herausforderung in ihrem Job berichten lassen? Kombiniert mit O-Tönen aus dem Krankenhaus und einer Moderation, die durch das Unternehmen führt, kann das eine spannende Geschichte sein. Möglich wäre auch eine Reality-Doku aus der Notaufnahme oder aus der Chirurgie. Oder das Tagebuch einer Ärztin in Ausbildung.

Es gibt viele Möglichkeiten, Podcasts innerhalb der digitalen Recruiting-Strategie einzusetzen. Allerdings braucht ihr Erfolg oftmals ein wenig Zeit. Wichtig sind Kontinuität und der sprichwörtliche rote Faden in den einzelnen Folgen, damit der Hörer auch dauerhaft dran bleibt und Teil der Community wird. Im Netz – und in real life. Als Teil des Unternehmens. Als neuer Mitarbeiter.

Beitragsbild: © istock.com/sestovic
Journalistin und Online-Redakteurin. Schreibt über Marken und Markenmacher, über Pharma- und Social-Media-Kommunikation, Digitalisierung, Influencer-Marketing & Clinic Recruiting.

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