Mobility Trends: So leben und arbeiten Sie in 10 Jahren

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Die Generation Y bevorzugt einen technologie-affinen Lebensstil. Besitz ist out, Sharing ist in. Der Arzt von morgen ist mobil und digital. Inwiefern beeinflusst das die medizinische Arbeitswelt der Zukunft?

Schon in acht Jahren werden die sogenannten Millennials – also die zwischen 1980 und 1999 Geborenen – 75 Prozent der arbeitenden Bevölkerung ausmachen. Und dass diese Generation andere Ansprüche an ihren Beruf hat, haben wir schon öfter besprochen. Eine neue Studie zu den „Mobility Trends“ kommt nun von den Versicherern Allianz Worldwide Partners (AWP) und der französischen Innovationsplattform SoonSoonSoon. Die Ergebnisse wurden auf www.reinventmobilty.com bereitgestellt.

Relational Mobility

Mobility TrendsEin Trend der Zukunft ist der Bedeutungsverlust des persönlichen Besitzes, die „Sharing Economy“ wird sich immer mehr durchsetzen. Künftig werden wir etwa unsere Autos nicht alleine nutzen, sondern sie auch anderen Menschen zur Verfügung stellen – und das ist nur ein Aspekt der sogenannten Relational Mobility, also der Erschließung neuer Sozialkontakte auf Basis gleicher Bedürfnisse. In Zukunft teilen wir uns ein Auto, ein Büro, unsere Werkzeuge oder auch unseren Arbeitsplatz mit verschiedenen Nutzern und tauchen so im Laufe eines Tages in viele verschiedene Kontaktgruppen ein.

Modulares Leben

Mobility Trends

Flexibles Arbeiten mit Smartphone und Laptop unabhängig von Ort und Zeit ist heute schon keine Seltenheit. Aber auch das Wohnen könnte bald modular sein, zumindest zeitweise: Dann gehen Sie mit dem Hotelzimmer im Gepäck auf Geschäftsreise. Das Schweizer Architektur- und Designbüro Conceptual Devices hat schon 2013 mit „Hotello“ ein Vier-Quadratmeter-Zimmer entworfen, das in einen großen Koffer passt – einschließlich Bett, Schreibtisch und Kleiderschrank.

Und finden Sie nicht auch, dass Hotello fast wie ein Kranken- oder Behandlungszimmer aussieht? Tatsächlich wird der Arzt in Zukunft leichter zu erreichen sein, allerdings mit dem Unterschied, dass sich weder Arzt noch Patient bewegen müssen: Telemedizin ist das Stichwort und ein weiterer Punkt in der AWP-Studie.

Wenn Arzt und Patient zu Hause bleiben können: Telemedizin

Das französische Unternehmen H4D etwa bietet die weltweit erste Telemedizin-Kabine an, die für zwei Behandlungsszenarios erhältlich ist: für die Konsultation und fürs Monitoring. Diese Zellen werden heute schon in einigen Seniorenunterkünften in Frankreich eingesetzt. Ein anderes Telemedizin-Projekt ist Medgate in der Schweiz, und auch in Baden-Württemberg dürfte da was zu erwarten sein (wir berichteten).

In Deutschland tut sich jetzt schon was in dieser Richtung, allerdings werden hier andere Objekte „behandelt“: „MARTA“ steht für „Mobile Augmented Reality Technical Assistance“ und ist eine Art Ferndiagnose für den Volkswagen XL1. Dabei hält der Autobesitzer die Kamera seines Tablets auf das Auto, und die App zeigt die nötigen Arbeitsschritte auf dem Tablet-Bildschirm via AR an. Es braucht nicht viel Fantasie, um sich eine ähnliche Anwendung am Menschen vorzustellen. Eine OP am offenen Herzen ist dann aber vielleicht der Fortgeschrittenen-Level.

Flexibles Leben in allen Bereichen

„Mobility“ wird laut der Studie aber auch in andere Lebensbereiche einziehen. Sie werden Ihren Flugplatz nach aktueller Stimmung umbuchen, Ihre sportlichen Aktivitäten nach der aktuellen Luftqualität ausrichten und Ihre „Wohnkapsel“ dorthin mitnehmen können, wo Sie sie gerade brauchen. Schöne neue Welt!

 

Illustration: © obs/Allianz Global Assistance/© AWP – www.reinventmobility.com
Hotello- und Titelbild: © Conceptual Devices unter der Lizenz CC-BY-NC-SA 2.5

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