5 Gründe, warum Personalgewinnung Teamaufgabe ist

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Gruppe Meeting Klinik
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Recruiting? Dafür ist doch die Personalabteilung zuständig, oder? Ja, durchaus. Allerdings ist Recruiting Teamaufgabe. Wir zeigen, warum alle mit anpacken müssen.

Wer zeigt sich für die Personalbeschaffung in Kliniken verantwortlich? Ist es die Klinikleitung und die Personalabteilung? Sind es die Chefärzte und die Pflegedienstleitungen? Tatsächlich tragen letztlich alle Mitarbeiter zum erfolgreichen Recruiting bei. Denn im Zuge der Candidate Journey, also der Reise des Bewerbers, gibt es etliche Kontaktpunkte – auch abseits der Personalabteilung. Und diese wirken sich darauf aus, ob sich ein Kandidat für ein Unternehmen als Arbeitgeber entscheidet oder eben nicht.

5 Gründe, warum Recruiting als Teamaufgabe zu verstehen ist

1. Mitarbeiter als Markenbotschafter

Die glaubwürdigsten Fürsprecher für Sie als guter Arbeitgeber sind Ihre eigenen Mitarbeiter. Deswegen ist es so wichtig, genau diese als Botschafter für das Unternehmen zu gewinnen. Sie leben die Unternehmenskultur, sind Teil davon und wissen sehr gut um die Vorteile und Besonderheiten des Arbeitgebers. Wie die Botschafter aktiv sind und in Erscheinung treten, kann ganz unterschiedliche Ausprägungen haben, zum Beispiel

  • in Form von Mitarbeiter-Stories, die auf der Karriereseite und als Social-Media-Content verwendet werden
  • als Micro-Influencer, die den Arbeitgeber im eigenen Umfeld bekannt machen (Whitepaper „Influencer Marketing“)
  • als Testimonials in Stellen- und Imageanzeigen
  • als Protagonisten in Arbeitgebervideos
  • als Ansprechpartner auf Jobmessen und Karrieretagen

Unternehmen, wie beispielsweise der Onlinehändler Otto, bilden Mitarbeiter gezielt zu „Jobbotschaftern“ aus, um folgend die richtigen Talente anzusprechen und für sich zu gewinnen.

2. Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programme

Sind wir ehrlich: Personalgewinnung durch persönliche Weiterempfehlung ist eigentlich ein alter Hut. Faktisch sind Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programme aber auch noch heute eine wichtige Säule in der Personalgewinnung. Gerade in Zeiten, in denen sich die Mitarbeitersuche über klassische Kanäle zunehmend schwieriger gestaltet.

Das funktioniert aber nur, wenn die Mitarbeiter bereit sind, ihr eigenes Netzwerk zu nutzen. Eine Prämie mag sicherlich ein attraktiver Ansporn sein. Bedeutender ist jedoch, dass Mitarbeiter ihre Motivation aus ihrer Überzeugung und Identifikation mit dem Unternehmen schöpfen. Der große Vorteil für Arbeitgeber liegt auf der Hand: Eine persönliche Empfehlung (mit einem bekannten Gesicht als Ansprechpartner) wird immer mehr Eindruck hinterlassen, als ein weitestgehend anonymes Jobangebot.

3. Unterstützung durch die Fachbereiche

Die Fachbereiche beziehungsweise Stationen und Abteilungen sind wichtige Unterstützer im Recruiting-Prozess. Sie kennen das Arbeitsumfeld, die Aufgaben und die Herausforderungen en détail. Sie können am besten beurteilen, welcher Kandidat / welche Kandidatin die Position ideal besetzt und das Team bereichern wird.

Erforderlich ist zwangsläufig, dass die Personalabteilung und der Fachbereich sich gleichermaßen für die Mitarbeitergewinnung verantwortlich fühlen und demgemäß Hand in Hand agieren. Sei es bei der Vorbereitung der Ausschreibung, der Vorauswahl, bei Kennenlerngesprächen etc. Punkten können diejenigen, die sich offen zeigen und Recruiting interdisziplinär denken.

4. Unterstützung durch die Geschäftsführung

Kein Recruiting wird auf Dauer rundlaufen, wenn die Geschäftsführung nicht mit im Boot ist. Im Zweifel mangelt es an Akzeptanz, Verständnis, Manpower, Zeit und monetären Mitteln. Das wird Recruitern, Personalern und den Mitarbeitern, denen es an unterstützenden Kollegen mangelt, Kraft, Nerven sowie Motivation kosten. Und es wird zulasten guter und sinnvoller Personalmarketing-Aktionen gehen.

Holen Sie die Geschäftsführung ab, verschaffen Sie sich Gehör. Klar, das sagt sich leichter, als es getan ist. Sie werden andernfalls aber immer wieder an Grenzen stoßen, die Ihre Arbeit handicapen. Viel mehr noch: Sie werden dem Unternehmen zum Nachteil gereichen. Ein Unternehmen muss in die eigenen und zukünftigen Mitarbeiter investieren, um handlungsfähig und erfolgreich zu bleiben.

5. Workshops / Events / Schnuppertage

Als Unternehmen sind Sie idealerweise für potenzielle Bewerber nahbar und zeigen, was Sie im Besonderen auszeichnet. Schnuppertage, Workshops oder Recruiting-Events bieten dafür die ideale Bühne. Zum einen natürlich als Kennenlernplattform. Zum anderen, um als Team zu agieren oder vielleicht auch schon gemeinsam mit den Talenten an Lösungen zu arbeiten.

Die Teilnehmer können ihre Kompetenzen unter Beweis stellen – die methodischen und sozialen gleichermaßen. Derart offenbart sich sehr schnell, ob es persönlich und beruflich passt (Stichwort: Cultural Fit). Vermutlich sogar deutlicher, als es im klassischen Vorstellungsgespräch der Fall wäre.

 Dabei sind Schnuppertage, Workshops oder Recruiting-Events keine Veranstaltungen, die mal eben durch die Personalabteilung allein gestemmt werden können und sollten. Hier ist die Expertise der Fachbereiche gefragt; ganz ähnlich wie im Recruiting-Prozess: Was ist wirklich wichtig für die Zielgruppe? Events, Workshops oder Schnuppertage lassen sich mit Unterstützung der Kollegen so deutlich zielgerichteter organisieren und durchführen.

Recruiting als Teamaufgabe zu verstehen, hat übrigens gleich mehrere Vorteile:

  • Sie finden eher und schneller die richtigen Kandidaten für die Vakanzen.
  • Die Wertschätzung für die Aufgaben und Herausforderungen des jeweils anderen wächst.
  • Das Teamgefühl wird gestärkt – und zwar über Abteilungen und Fachbereiche hinaus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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