Was niedergelassene Fachärzte in Deutschland verdienen

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Statistisch gesehen verdienen nicht die Allgemeinmediziner, wie häufig angenommen wird, am wenigsten, sondern die Gynäkologen – zumindest wenn sie in einer Einzelpraxis tätig sind.

Mediziner gelten in der Bevölkerung gerne als Großverdiener. So mancher Allgemeinmediziner, der auf dem Land als Hausarzt vor allem Ältere und chronisch Kranke betreut, kann darüber nur müde lächeln. Fakten zu den Verdiensten niedergelassener Fachärzte liefert das Statistische Bundesamt, das alle vier Jahre eine Untersuchung zur Kostenstruktur von Arztpraxen durchführt.

Ein Allgemeinmediziner, der eine Einzelpraxis betreibt, nimmt demnach im Schnitt 284.000 Euro im Jahr ein. Nicht ganz die Hälfte seiner Einnahmen (48,4 %) gibt er für Aufwendungen wieder aus, den größten Posten stellen dabei die Personalkosten dar (24,5 %). Als Reinertrag bleiben dem Praxisbetreiber am Jahresende 146.000 Euro.

Ein Internist nimmt in der Einzelpraxis 345.000 Euro im Jahr ein. Die Aufwendungen machen 48,8 % der Einnahmen aus, der Anteil der Personalkosten liegt bei 23,8 %. Am Jahresende bleibt dem niedergelassenen Internisten ein Reinertrag von 177.000 Euro.

Niedergelassene Hautärzte führen die Gehaltsliste mit durchschnittlich 181.000 Euro Reinertrag/Jahr an.
Niedergelassene Hautärzte führen die Gehaltsliste mit durchschnittlich 181.000 Euro Reinertrag/Jahr an.

Als Gynäkologe nimmt man in Deutschland im Schnitt 278.000 Euro ein. Für Aufwendungen fließen 51,9 % der Einnahmen wieder ab, 23,6 % davon sind Personalkosten. Als Reinertrag bleiben dem Einzelpraxis-Inhaber 134.000 Euro.

Wer hierzulande eine Praxis für Kinderheilkunde betreibt, kann damit im Jahr 298.000 Euro einnehmen. Für das Personal fallen 25,3 % der Einnahmen weg, insgesamt machen die Aufwendungen 50.1 % aus. Als Reinertrag bleiben dem Praxisinhaber am Ende des Jahres 149.000 Euro.

In einer Praxis für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde verdient der niedergelassene Arzt im Schnitt 323.000 Euro. Für Personal gibt er 26,1 % davon wieder aus, insgesamt machen die Aufwendungen 54,7 % der Einnahmen aus. Als Reinertrag bleibt am Ende ein Betrag von 146.000 Euro.

Die Einnahmen niedergelassener Orthopäden in Einzelpraxis belaufen sich im Schnitt auf 399.000 Euro. Für Personal geht im Vergleich zu anderen Disziplinen etwas weniger Geld drauf, nämlich 19,1%. Nach Abzug aller Aufwendungen (55,9 %) bleiben als Reinertrag 176.000 Euro.

Ein Hautarzt, der eine Einzelpraxis betreibt, nimmt im Schnitt 377.000 Euro im Jahr ein. Etwas mehr als die Hälfte seiner Einnahmen (51,9 %) gibt er für Aufwendungen wieder aus, die Personalkosten machen 25,7 % der Aufwendungen aus. Als Reinertrag bleiben dem Praxisbetreiber am Jahresende 181.000 Euro.

Wer eine Praxis für Neurologie, Psychiatrie, Kinderpsychiatrie oder Psychotherapie betreibt, erwirtschaftet damit im Schnitt Einnahmen von 279.000 Euro. Die Aufwendungen belaufen sich auf 46,5 %. Die Personalkosten machen davon 22,4 % aus. Als Reinertrag bleibt am Ende des Jahres ein Betrag von 149.000 Euro.

Mit einer Einzelpraxis für Urologie nimmt man in Deutschland im Schnitt 340.000 Euro im Jahr ein. Für Aufwendungen fließen 55,9 % der Einnahmen wieder ab (Personalkosten 23,1 %). Als Reinertrag bleiben am Ende des Jahres 150.000 Euro übrig.

Das Statistische Bundesamt führt auch Erhebungen zu den Einnahmen von niedergelassenen Augenärzten, Chirurgen und Radiologen durch, gibt aber an, dass die Zahlenwerte in diesen Disziplinen nicht sicher genug gewesen seien, um verlässliche Angaben machen zu können.

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