Leserbefragung: So suchen Ärztinnen und Ärzte nach einem neuen Job

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Arzt Stellenangebote
© Wavebreakmedia/FatCamera/Stadtratte, Getty Images/Canva
Der Arbeitsmarkt für Ärztinnen und Ärzte ist in Bewegung: Während viele Kliniken Schwierigkeiten haben, offene Stellen zu besetzen, sind 82 Prozent aller Ärztinnen und Ärzte offen für einen neuen Job. Das ist das Ergebnis einer Leserbefragung des Deutschen Ärzteverlags.

Der Ärztemangel ist schon jetzt ein Problem – und durch den demografischen Wandel, sinkende Wochenarbeitszeit und eine alternde Ärzteschaft wird sich die Situation in den kommenden Jahren noch verschärfen. Die gute Nachricht für Kliniken: Die große Mehrheit aller berufstätigen Ärztinnen und Ärzte ist grundsätzlich offen für einen neuen Job und einen anderen Arbeitgeber. 82,0 Prozent der Befragten zeigen sich wechselbereit. Davon suchen derzeit 15,4 Prozent aktiv nach einer neuen Stelle. Ein Großteil aller Ärztinnen und Ärzte kann als latent suchend bezeichnet werden: Gut zwei Drittel der Befragten (66,6 Prozent) sind nicht aktiv auf der Suche, aber wechselwillig, sofern sie das passende Angebot erhalten. Lediglich 17,9 Prozent der Befragten wollen den aktuellen Job auf jeden Fall behalten.

An der Spitze: Stellenmärkte in Fachzeitschriften

Und wo informieren sich Ärztinnen und Ärzte über vakante Stellen? An der Spitze liegen nach wie vor die Stellenmärkte in medizinischen Fachzeitschriften. 79,9 Prozent verschaffen sich hier einen Überblick. Besonders bei den latent Suchenden liegt diese Informationsquelle weit vorne: 37,3 Prozent nutzen die Printausgaben von Fachzeitschriften häufig, um sich über offene Stellen zu informieren.

Gefragt ist vor allem der Stellenmarkt des Deutschen Ärzteblatts: Die Printausgabe wird von 90,8 Prozent der Befragten genutzt, fast jeder Fünfte (19,7 Prozent) informiert sich dort sogar jede Woche. Insbesondere die aktiv Suchenden lesen den Stellenmarkt häufig (54,2 Prozent), aber auch unter den latent Suchenden lesen fast 42 Prozent beinahe jede Woche den Stellenmarkt im Deutschen Ärzteblatt.

Onlinejobbörsen gewinnen an Bedeutung

Daneben setzen viele bei der Jobsuche auch auf Onlinejobbörsen. 63,1 Prozent der Befragten nutzen diesen Weg häufig oder gelegentlich. Besonders aktiv sind die Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung: Hier liegen die Onlinebörsen mit 32,9 Prozent sogar vor den Fachzeitschriften (29,9 Prozent) als häufige Informationsquelle. Im Vergleich dazu sind Ärztinnen und Ärzte auf den höheren Hierarchiestufen deutlich seltener im Internet auf Jobsuche: 25,9 Prozent der Oberärztinnen und -ärzte nutzen Onlinejobbörsen häufig, bei den Chefärztinnen und -ärzten sind es 26,3 Prozent.

Vor allem die Onlinejobbörse ärztestellen.de, der Stellenmarkt des Deutschen Ärzteblatts, kommt bei den Befragten gut an. Insgesamt 80,3 Prozent geben an, die Website zu nutzen. Mehr als die Hälfte (61,8 Prozent) der aktiv Suchenden nutzt ärztestellen.de regelmäßig. Auch 26,8 Prozent der latent Suchenden schauen sich dort jede oder fast jede Woche nach neuen Stellenangeboten um. Dabei zeigt sich die überwiegende Mehrheit von 87,9 Prozent mit dem Angebot auf ärztestellen.de zufrieden: Als „sehr gut“ oder „gut“ werden die Nutzerführung/Navigation (62,9 Prozent), die Bedienung der Stellensuche (58,2 Prozent) und die Gestaltung (58,4 Prozent) bewertet. 43,6 Prozent der Befragten geben an, sich schon mindestens einmal auf eine Stellenanzeige im Deutschen Ärzteblatt oder auf ärztestellen.de beworben zu haben, bei 54,6 Prozent führte diese Bewerbung auch zu einer Anstellung.

Viele Ärztinnen und Ärzte suchen wohnortnah

Bei der geografischen Ausrichtung einer Stellensuche zeigen sich eindeutige Präferenzen: Mehr als zwei Drittel der Befragten (68,5 Prozent) geben an, in ihrer Region beziehungsweise wohnortnah nach einer neuen Stelle zu suchen. Immerhin mehr als jeder Zehnte (12,4 Prozent) sucht bundesweit. Das deutschsprachige Ausland, also Österreich und die Schweiz, kommen für etwas weniger Befragte (9,6 Prozent) infrage. Deutlich weniger Ärztinnen und Ärzte suchen auch innerhalb Europas (5,6 Prozent) oder international (3,7 Prozent) nach neuen beruflichen Herausforderungen.

Blickt man auf die Hierarchiestufen, zeigen sich Unterschiede: So suchen Ärztinnen und Ärzte beim Berufseinstieg überdurchschnittlich häufig in ganz Deutschland nach einer Stelle für die Facharztweiterbildung (16,5 Prozent). Nach der Facharztweiterbildung ist dagegen der Wunsch größer, vorerst in der Region zu bleiben: Mit 76,9 Prozent suchen Fachärztinnen und Fachärzte deutlich häufiger regional als der Durchschnitt der Befragten. Wer sich für eine Chefarztstelle interessiert, schaut dagegen häufiger auch im Ausland: 9,4 Prozent der Befragten in diesem Segment geben an, international nach Stellen zu suchen.

Erfolgreiches Recruiting: Auf Kanalmix setzen

Trotz der grundsätzlichen Offenheit der meisten Ärztinnen und Ärzte für einen neuen Job schaffen es viele Kliniken und Medizinische Versorgungszentren nicht, diese Erkenntnis zu ihrem Vorteil zu nutzen. Häufig setzen Recruiterinnen und Recruiter noch immer auf ein standardisiertes „One-Size-fits-all“ bei der Kanalauswahl. Die Umfrage zeigt jedoch: Es gibt nicht den einen idealen Kanal, um alle gleichermaßen zu erreichen. Während beispielsweise Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung gut über Onlinejobbörsen wie ärztestellen.de erreicht werden können, eignet sich der Stellenmarkt medizinischer Fachzeitschriften besser für höhere Positionen. Für ein erfolgreiches Recruiting lohnt es sich also, nach Zielgruppen zu differenzieren und auf einen Kanalmix zu setzen.

An der Leserbefragung nahmen zwischen dem 21. April und dem 24. Juni 2023 insgesamt 3 968 Ärztinnen und Ärzte teil. Die Befragung wurde nach 2016, 2018 und 2021 bereits zum vierten Mal im Auftrag des Deutschen Ärzteverlags vom Wissenschaftlichen Institut für Presseforschung und Publikumsanalysen (WIP) in Köln durchgeführt. Die Befragten sind im Schnitt 43,3 Jahre alt. 29,9 Prozent sind Ärzte/Ärztinnen in Weiterbildung, 27,8 Prozent sind Fachärzte/-ärztinnen, 29,4 Prozent sind Oberärzte/-ärztinnen und 6,6 Prozent sind Chefärzte/-ärztinnen. Mit 23,0 Prozent arbeiten die meisten Befragten in der Inneren Medizin, 14,8 Prozent sind in einem chirurgischen Fach tätig. Mit 13,9 Prozent steht die Anästhesiologie an dritter Stelle. 51,3 Prozent der Befragten sind männlich, 48,4 Prozent weiblich, 0,2 Prozent der Befragten gaben das Geschlecht als „divers“ an.

Die ausführlichen Umfrageergebnisse können Sie in Kürze anfordern unter: service@aerztestellen.de.

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