New Work: So macht sich MCG fit für hybrides Arbeiten

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Nicole Tappée, MCG
Nicole Tappée, Geschäftsführerin der MCG Medical Consulting Group, will vor allem über viel Flexibilität das Thema New Work mit Leben füllen. © MCG/Markus Müller Saran

Wie wird neues Arbeiten in Healthcare salonfähig und auf lange Zeit produktiv? Mit dieser Frage beschäftigen sich gerade viele Healthcare-Unternehmen und -Agenturen. Für die MCG Medical Consulting Group manifestiert sich die neue Arbeitskultur weniger in schicken Büros. Die Düsseldorfer Agentur möchte New Work über andere Wege mit Leben füllen.

In diesem Artikel lesen Sie:
• Wie die MCG zeitliche Flexibilität umsetzt
• Warum Vertrauensarbeit ein Herzstück von New Work für die Healthcare-Agentur ist
• Wie räumliche Flexibilität in der Healthcare-Agentur aussieht
• Was die MCG tut, um Mitarbeitende mit gewachsener Eigenverantwortung nicht alleinzulassen
• Wie Flexibilität und Effizienz in einer Agentur zusammengehen
• Welche Grenzen hybrides Arbeiten und Remote-Work haben

An erster Stelle der New-Work-Kultur bei MCG Medical Consulting Group steht die „extrem hohe Flexibilität“, so Geschäftsführerin Nicole Tappée. Denn das ist es, was Mitarbeitende sich wünschen und womit man mit Blick auf die Arbeitgeberattraktivität punkten kann, davon ist die Agenturchefin überzeugt.

Die MCG bietet daher verschiedenste Teilzeitmodelle an. Und das nicht nur „stereotyp für Mütter“, so Nicole Tappée. Gerade in Coronazeiten sei der Wunsch, auch noch etwas anderes im Leben zu machen, stark gewachsen. Eine Mitarbeiterin hat beispielsweise einen Blog, um den sie sich stärker kümmern möchte. Ein anderer Kollege macht eine berufsbegleitende Fortbildung. Die Mitarbeitenden können dazu etwa 4-Tage-Wochen in Anspruch nehmen. Andere gehen früher oder arbeiten nur vormittags.

Weg von projektbezogener Zeiterfassung, hin zu Vertrauensarbeit

Die Basis für das moderne Arbeitsmodell ist eine jüngst eingeführte Zeiterfassung. Denn gerade hier möchte Nicole Tappée einen entscheidenden Unterschied machen. Die MCG setzt daher nicht auf die in vielen Agenturen übliche projektbezogene Joberfassung. Voraussetzung: Die Kundenprojekte lassen diese Freiheit zu. Denn aus eigener Erfahrung weiß Nicole Tappée: „Mitarbeiter fühlen sich häufig gegängelt in der 15-minütigen Tätigkeitsdokumentation.“ Für die Geschäftsführerin ein entscheidender Grund, hier auf mehr Vertrauenskultur zu setzen.

Dabei ist – neben der zeitlichen Flexibilität – die räumliche Ungebundenheit wichtiger Teil der neuen Arbeitskultur bei der MCG. Gemeinhin gilt die Faustregel: mindestens zwei Tage Büro in der Woche. Aber auch das ist nicht in Stein gemeißelt. Sechs Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen arbeiten komplett remote – aus Kiel, Erlangen, Hamburg oder aus dem Ausland.

In den vergangenen Jahren verlegten zwei Kolleginnen ihren Lebensmittelpunkt nach Italien und Österreich. Ihren Job wollten sie dabei nicht missen. Für die Agentur hieß das erst einmal viel Organisation und Bürokratie. „Aber letzten Endes hat es sich gelohnt“, sagt Nicole Tappée. Seither kommunizieren die beiden Mitarbeiterinnen komplett digital mit Team und Kunden – als Eventmanagerin in Vollzeit und Medical Writerin in Teilzeit.

Flexibilität und Effizienz – wie gelingt der Match?

Flexibilität heißt für Unternehmen und Agenturen, nicht nur im Healthcare-Bereich, mehr Arbeitgeberattraktivität – das dürfte klar sein. Aber: Mehr Freiheit heißt gleichzeitig auch Kontrollverlust. Gerade im Homeoffice. Wie lässt sich das mit der Effizienzmessung in Agenturen kombinieren?

„Zum einen geben übergeordnete Zahlen Aufschluss. Aber vor allem braucht es Gespür und Vertrauen“, sagt Nicole Tappée. Fähigkeiten, die sie in dem Maß auch erst einmal wieder erlernen musste. In ihrer 44-köpfigen Agentur gelinge das gut. Die Geschäftsführerin kennt jeden Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin. Untereinander arbeiten die Teams eng zusammen. Daher hat sie Vertrauen in das eigenverantwortliche Arbeiten. Wenngleich das heißt: Jede:r einzelne muss sich innerhalb der Vorgaben selbst koordinieren. Das eigene Arbeitsmodell also so gestalten, dass man sich selbst, dem Unternehmen und dem Kunden gerecht wird.

Der Knackpunkt sei häufig aufhören können zu arbeiten und nicht Überstunden gehäuft anzusammeln. Denn trotz aller Flexibilität führte das coronabedingte Homeoffice auch zu dem neuen Phänomen eines Work-Life-Blending. Gemeint damit ist die Vermischung von Privatem und Arbeitsalltag.

Um die Mitarbeitenden mit der gewachsenen Aufgabe der Selbstführung nicht alleinzulassen, bietet die MCG „Teatime Workshops“ an. Ein aktuelles Thema ist hier etwa: Wie können Prozesse effizienter ablaufen? Wie können die Teams untereinander ihre Zusammenarbeit verbessern?

Neue Arbeitsmodelle und Remote haben ihre Grenzen

Trotz aller positiver Erfahrungen hat das Digitale auch seine Schattenseiten. Die Einarbeitung von Neuzugängen braucht einfach die Nähe im Büro, das hat Nicole Tappée aus der Coronazeit mitgenommen. Die hauseigene Trainee-Akademie findet daher vorwiegend im Office statt und soll künftig auch für Junior-Berater und -Beraterinnen offenstehen. Denn: Der Austausch im Büro ist nach wie vor wichtig – nicht nur in der Ausbildung.

Eine komplette Agentur auf Remote? Technisch sei das kein Problem, ist Nicole Tappée überzeugt. Aber emotional nicht machbar. „Auch wir als Führungskräfte können dann nicht mehr nah genug dran sein“, so die Geschäftsführerin. „Gerade, wenn jemand introvertiert ist, und sich von selbst nicht meldet, bekommen wir Probleme nicht mit.“

Wenn auch die Flexibilität das Herzstück moderner Arbeitsmodelle bei der MCG ist, sollen auch die Räumlichkeiten schrittweise an die neuen Anforderungen angepasst werden. Die Planung dazu ist bereits gestartet.

Freie Journalistin aus Köln. Für Health Relations berichtet sie über Trends der Pharma- und Klinikbranche und über die Corporate News des Deutschen Ärzteverlages.

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