Rotkreuz-Kliniken Frankfurt führen 35-Stunden-Woche ein – bei vollem Gehalt

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Feiern die 35-Stunden-Woche: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung stationäre Pflege an den Rotkreuz-Kliniken Frankfurt.
Foto: Rotkreuz-Kliniken Frankfurt

Seit Januar 2019 haben die Rotkreuz-Kliniken Frankfurt e.V. die 35-Stunden-Woche für stationäre Pflegekräfte eingeführt – und setzen damit konsequent ihre mutige Employer-Branding-Strategie fort.

„Wir sind ein inhabergeführtes Krankenhaus, das unter der Trägerschaft der Frankfurter Rotkreuz-Schwesternschaften steht“, sagt Gunnar Sevecke, MBA und Geschäftsführer Finanzen & Strategie an den Rotkreuz-Kliniken Frankfurt. „Den Krankenschwestern gehört also das Krankenhaus, deswegen liegt uns die Pflege ganz besonders am Herzen, und wir möchten sie weiter stärken.“ Die Rede ist von der Einführung der 35-Stunden-Woche bei vollem Gehaltsausgleich für die stationären Pflegekräfte. Seit Jahresbeginn greift die neue Regelung; sie ist zunächst auf zwei Jahre befristet.

Gunnar Sevecke von den Rotkreuz-Kliniken Frankfurt über die Einführung der 35-Stunden-Woche auf healthrelations.de
Gunnar Sevecke. Foto: Rotkreuzkliniken Frankfurt

Mit dieser Entscheidung möchte das Unternehmen die Pflegekräfte im täglichen Betrieb entlasten, auch vor dem Hintergrund, dass dieser aufgrund steigender Fallzahlen und mehr administrativen und dokumentarischen Aufgaben arbeitsintensiver geworden ist. Neben der Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit stehen auch die Themen Employer Branding und Fachkräftemangel im Raum. „Wir hatten bereits in der Vergangenheit eine hohe Arbeitgeberattraktivität, die sich in den kaum freien Stellen, der hohen Mitarbeiter-Zufriedenheit von 78 Prozent sowie der Zertifizierung ‚berufundfamilie‚ widerspiegelt“, erläutert Sevecke. „Wir glauben, dass sich die Entscheidung, die 35-Stunden-Woche bei vollem Gehaltsausgleich einzuführen, nachhaltig auf die Mitarbeiterzufriedenheit auswirkt – und sicherlich unsere Arbeitgeberattraktivität weiter erhöht.“

Probleme im alltäglichen Ablauf auf den Stationen sieht das Krankenhausmanagement nicht: Da sich die Entscheider seit längerer Zeit mit der Idee der 35-Stunden-Woche und den personellen Auswirkungen beschäftigt haben, wurden die Stellenpläne der Stationen weitestgehend bereits im Vorfeld angepasst. Auch auf die erfahrungsgemäß höhere Krankheitsquote (Erkältungszeit) in den ersten drei Monate im Jahr ist das Personalmanagement eigenen Angaben zufolge eingestellt.

Die Rotkreuz-Kliniken Frankfurt haben in der Vergangenheit schon öfter für positive Schlagzeilen gesorgt. In Sachen Recruiting und Employer Branding gehen die Verantwortlichen moderne Wege. Ihre Employer-Branding-Kampagne „Teamgeist erleben“ wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem KU Award „Employer Marketing“. Für das Unternehmen fuktioniert Employer Branding von unten. Anders: Die Mitarbeiter machen die Marke. So werden aus Angestellten Fans des eigenen Unternehmens, die das positive Renommee untermauern und ihre Identifikation mit dem Klinikbetrieb bis in die sozialen Netzwerke hineintragen und sich höchstpersönlich in die Planung und Umsetzung des digitalen Contents einbringen.

Auch die aktuelle Entscheidung feiern die Rotkreuz-Kliniken Frankfurt im Netz, genauer auf Facebook. Im Januar und Februar posten das Führungsgremium, der Betriebsrat und Beschäftigte des stationären Pflegebereichs Beiträge zur 35-Stunden-Woche auf ihrem Facebook-Kanal.

https://www.facebook.com/rotkreuz.kliniken/posts/1068520523321657

Sie schildern, welchen Mehrwert die Einführung der 35-Stunden-Woche für die Kliniken hat – und wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die gewonnene Zeit nutzen. Eine Maßnahme, die nach innen und außen wirkt und sicherlich dazu beiträgt, sich als Arbeitgeber auf einem umkämpften Markt zu positionieren und neue Mitarbeiter zu gewinnen. Die werden auch bald benötigt: Im Zuge der 35-Stunden-Woche werden voraussichtlich elf Stellen neu geschaffen.

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