Who’s who: Alexander Scholz, Geschäftsführer von medentis medical

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Der Firmengründer von medentis medical ist leidenschftlicher Motorsportfahrer.
©medentis medical

Alexander Scholz ist der Firmengründer von medentis medical. Sein beruflicher Werdegang verlief nicht immer gerade, legte aber den Grundstein für den Erfolg des Unternehmens.

Alexander Scholz hat gerne alles unter Kontrolle. „Ich bin kein Teamplayer. Das war ich nie, und ich werde das auch nie sein“, beschreibt sich der Geschäftsführer von medentis medical GmbH. Darum sei es für ihn nur natürlich gewesen, sein eigenes Unternehmen zu gründen. Denn dann muss er niemandem Rechenschaft über geschäftliche Entscheidungen ablegen und kann flexibel auf Marktbewegungen reagieren.

Seine Flexibilität wird, so glaubt Alexander Scholz, jetzt wieder gefordert sein, wenn es darum geht, angemessen auf die Digitalisierung zu reagieren. Seiner persönlichen Einschätzung nach werden CAD/CAM-basierte Fräsmaschinen, mit denen Labore aus vorfabrizierten Rohlingen individuelle Abutments herstellen können, der nächste große Trend in der Dentalbranche. Der 51-Jährige hat das erkannt und gewohnt schnell reagiert: Anlässlich der IDS 2019 stellte medentis medical die Fräsmaschine ICX-Independent Center vor. Damit kommen alle ICX-Abutments aus dem Katalog per Klick in das Labor. Der Kunde muss nur die Artikelnummer eingeben. Die Lösung ist für den Kunden einfach zu bedienen und unkompliziert. Später soll das Portfolio auch auf andere Systeme ausgeweitet werden.

Die starke Ausrichtung an Kundenwünschen ist eine Marketingstrategie des Unternehmens. Bei Reklamationen wird nicht lange diskutiert, sondern umgetauscht. „Wir glauben den Kunden, wenn sie sagen, dass etwas kaputtgegangen ist. Bisher hat das noch nie jemand ausgenutzt.“

Geschäftsinstinkt und Verkaufstalent

Die Idee für sein Unternehmen kam Alexander Scholz schon vor mehr als 25 Jahren in seiner Zahntechnikermeisterausbildung. „Damals wurde mir klar, dass Implantate die Zukunftsmotoren der Dentalwelt werden“, sagt der Firmengründer. Um Kontakt zu potenziellen Kunden für seine Firma aufzubauen, arbeitete er zunächst im Außendienst eines Zahnimplantatherstellers. Er entdeckte sein Vertriebstalent, stieg auf, wechselte zu anderen Unternehmen. Schließlich war er als Business Development Manager DACH für Nobel Biocare tätig und später in einer Zahnarztpraxis, als einer der ersten Praxismanager in Deutschland.

Doch der Wunsch, selbständig zu arbeiten war stärker: 2005 gründete Alexander Scholz medentis medical. Dabei profitierte er von seiner umfangreichen beruflichen Erfahrung in der Zahntechnik, in der Dentalindustrie und im Zahnarztpraxismanagement. Das gesammelte Wissen hilft ihm bis heute bei der Entwicklung eines guten Geschäftsmodells.

Seine Idee: Ein eigenes Implantatsystem, das die Vorzüge von bereits bestehenden Systemen vereint. Angeboten zu einem „unschlagbar günstigen Preis, bei dem die Qualität dennoch mit der Konkurrenz mithalten kann.“ Und er ergänzt: „Ich kannte durch meine vorherige Arbeit alle bestehenden Rabatte. Das habe ich mir zunutze gemacht.“ Schon während der Entwicklungsphase setzte der Firmengründer den Preis für sein Produkt auf 59 Euro fest. 2005 ging er mit seinem „Volksimplantat“ an den Markt. 2008 führte medentis medical dann das ICX-Implantat ein.

Keine Kompromisse

Er lässt sich nicht gerne reinreden, wenn es ums Geschäft geht. Lange musste er gegen das Billig-Image seiner Produkte ankämpfen. „Ich habe oft gehört, dass die Qualität schlecht sein muss, wenn der Preis so günstig ist.“ Der Geschäftsführer hielt dennoch hartnäckig an seinem Konzept und seinem Motto „keine Preiserhöhung für das gleiche Produkt“ fest. Das war auch möglich, weil er sich als Firmeneigner vor niemandem rechtfertigen musste.

Das soll sich auch nicht ändern, wenn Henry Schein die Mehrheit (70 Pozent) an medentis medical übernimmt. „Die Übernahme durch CAMLOG (einer 100-prozentigen Tochter von Henry Schein) ist von allen Gremien genehmigt worden und verbindlich abgeschlossen“, so Alexander Scholz. Er wird seine Rolle als Geschäftsführer beibehalten und die durch den neuen Partner hinzugewonnenen finanziellen Möglichkeiten für weitere Expansion nutzen.

Inzwischen ist medentis medical auf ein international operierendes Unternehmen mit 100 Mitarbeitern in Deutschland und weiteren 300 Mitarbeitern im Ausland angewachsen. Wenn es nach ihm geht, werden noch welche dazukommen. Für seine Unternehmenspläne, vor allem die Digitalisierung betreffend, braucht er gut ausgebildetes Personal. Das ist aber schwer zu kriegen. Darum plant er eine eigene Ausbildungsreihe. Gibt es weitere Pläne?  „Ich habe immer irgendwelche Pläne. Aber wenn sich etwas ändert, reagieren wir immer auf den Markt.“ Und das, wie immer, schnell und flexibel.


medentis medical ist ein international tätiges Unternehmen mit Schwerpunkt in der dentalen Implantologie, der ästhetischen Zahnmedizin und der CAD/CAM gefertigten Prothetik mit Sitz in Bad Neuenahr-Ahrweiler bei Bonn. Seit 2004 verkauft das Unternehmen als Hersteller des ICX-Zahnimplantat-Systems und mit dem ICX-Denta5-System für patienten-individuelle Abutments in mehr als 40 Ländern.

Freie Journalistin im Gesundheit- und Medizinbereich. Für Health Relations berichtet sie über die Themen Pharma, Dental, Klinik und Recruiting.

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