Social Listening als Tool: Wie gut komme ich bei meinen Mitarbeitern an?

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© Julia Tim / Adobe Stock

Mit Social Listening können Krankenhäuser herausfinden, was in den sozialen Medien über sie gesprochen wird und wo sie Optimierungspotenzial haben.

Wer qualifizierte Fachkräfte von sich überzeugen will, braucht auch einen guten Ruf. Doch woher weiß man, welche Reputation das eigene Krankenhaus hat? Hier kommt Social Listening ins Spiel. Dabei lauscht man in den digitalen Sozialen Medienkanälen, um herauszufinden, wie über das eigene Unternehmen, ein Produkt oder eine Marke im Netz diskutiert wird.

Definition Social Listening

Der Begriff Social Listening  beschreibt einen Vorgang, bei dem auf Sozialen Plattformen und in Foren Informationen zu einem Unternehmen, einer Marke oder einem Produkt erfasst werden. Die gewonnen Daten werden analysiert. Dies passiert mit dem Ziel, Trends vorauszusehen und Insights zum eigenen Unternehmen und seinem Auftreten nach außen zu gewinnen. Die Erkenntnisse können für die Optimierung von Geschäftsabläufen, Marketingprozessen oder Produkteinführungen genutzt werden.

Eben diese Methode des Social Listenings hat das IMWF-Institut im Auftrag des F.A.Z.-Instituts angewendet, um u.a. die begehrtesten Arbeitgeber im Gesundheitswesen zu ermitteln. Ziel war es, die Reputation eines Unternehmens als Arbeitgeber zu ermitteln. Dazu wurden riesige Datenmengen erhoben und mithilfe von Künstlicher Intelligenz ausgewertet. Warum eignet sich dazu das Social Listening so besonders gut als Methode? „Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Äußerungen von Personen besonders dann eine hohe Güte haben, wenn sie ohne eine fokussierte Fragestellung und befreit von einem Umfeld gegeben werden, das einen sozialen Druck erzeugen könnte“, sagt Pressesprecher Jörg Forthmann und fährt fort: „Diesen Effekt nutzen wir, indem wir öffentliche Aussagen zu Arbeitgebern im deutschsprachigen Internet sammeln und auswerten. Über die extrem hohe Zahl an Aussagen stellen wir sicher, dass die Ergebnisse auf einer tragbaren Basis beruhen.“

Zuhören und ehrliche Meinungen erfahren

Mit anderen Worten: Im Netz sagen die Menschen, was sie wirklich über ein Krankenhaus denken. Im Gegensatz zu Mitarbeiterbefragungen, muss man hier die Teilnehmer nicht davon überzeugen, dass die ehrliche Meinungsäußerung keine negativen Konsequenzen mit sich bringt.

Wer gut hinhört, bekommt ein besseres Bild davon, welche Themen Patienten oder Mitarbeiter umtreiben und wie man diese am besten angeht. Auf Bewertungsportalen wie Kununu und Glassdoor kommentieren Arbeitnehmer anonym. Für Kliniken ist es wichtig, sich über die eigene Reputation  im Klaren zu sein und aktiv darauf einzuwirken. So sollten negative Einlassungen nicht unkommentiert bleiben. Kritische Kommentare können konstruktiv genutzt werden, um Verbesserungen umzusetzen und bahnt sich etwa ein Shitstorm an, bleibt er nicht unbemerkt.

Jeder kann Social Listening betreiben

Das Tool Social Listening bietet die Chance, rechtzeitig gegenzusteuern. Doch auch positive Bewertungen sind hilfreich, geben sie doch eine Rückmeldung, dass die Klinik auf einem guten Weg ist – nach dem Motto: „Finde heraus, was gut läuft und mach mehr davon!“ Außerdem lassen sich solche Ergebnisse hervorragend nutzen, um beim Recruiting auf den guten Ruf des Hauses zu verweisen.

Social Listening kann im Grunde genommen jedes Krankenhaus betreiben. Die Größe spielt keine Rolle. Es ist eher eine Frage des Aufwands. Inzwischen gibt es verschiedene Anbieter, die das für ihre Kunden übernehmen. Alternativ können sich Kliniken spezielle Monitoring-Software zulegen, die den Aufwand in Grenzen hält.

Freie Journalistin im Medizin- und Gesundheitsjournalismus. Für Health Relations berichtet sie über digitale Entwicklungen, Marketing und die neuesten Trends in der Pharmabranche.

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