Who’s who: Mike Rogers, Geschäftsführer Kreation von Serviceplan Health & Life

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Serviceplan Health & Life Geschäftsführer Mike Rogers berichtte in der Serie Who's who für Health Relations über seinen Werdegang in der Healthcare-Branche
Serviceplan Health & Life Geschäftsführer Mike Rogers über seinen Weg in die Healthcare-Branche. Foto: Serviceplan

„Jeder Preis, den wir erhielten, wurde mit Schweiß und Blut gewonnen.“ Das sagt Mike Rogers, Geschäftsführer Kreation von Serviceplan Health & Life. In unserer Reihe „Who’s who“ verrät er, worauf es ihm in seinem Job ankommt.

Angefangen hat alles mit einem kleinen Fläschchen mit Avon-Logo darauf. Genau diese Kosmetikflasche entdeckte Mike Rogers im Bad seiner Mutter. Der Brite hatte gerade sein Studium in Blackpool, einem kleinen Badeort an der Irischen See, abgeschlossen. Er hielt das Produkt in den Händen, wurde neugierig – und bewarb sich dort. Tatsächlich hatte man einen Job für ihn. Im Marketing. Das war Rogers’ Einstieg in die Werbebranche. Heute ist der Brite Geschäftsführer Kreation von Serviceplan Health & Life in München. Seine Agentur gehört zur Serviceplan Gruppe – und zählt damit zu den Schwergewichten in der Branche. In den Jahren 2013 bis 2018 belegte sie den ersten Platz im Healthcare-Marketing-Kreativ-Ranking. Beim Comprix 2018 ergatterten die Münchener mit insgesamt neun Awards die meisten Auszeichnungen unter allen Teilnehmern. „Unser Lieblingsplatz ist das Podest“, heißt es selbstbewusst auf der Agentur-Homepage. Auch beim diesjährigen Comprix setzt Mike Rogers aufs Gewinnen. „Wir wollen zu den Top 3 gehören. Oben mit dabei zu sein, ist eigentlich immer unser Ziel“, sagt er. „Letztes Jahr war ein außergewöhnliches. Das in diesem Jahr zu halten, wird nicht leicht.“


Sixpack: Sechs Entscheidungsfragen

1.) Analog vs digital: Wie lesen Sie? Digital.
2.) Musik: Rasant-laut oder leise-entspannend? Ich mag beides. Ich bin Gitarrist, habe in England in einer Band gespielt. Wir waren bedingt erfolgreich. Aber ich habe viele Gitarren zuhause, die ich hobbymäßig spiele.
3.) Fahrrad oder Auto? Ihr Transportmittel? Auto. Klingt negativ heutzutage, aber ich bin tendenziell eher mit dem Auto unterwegs.
4.) Risiko oder Sicherheit? Wie schätzen Sie sich selber ein? Risiko. Volle Pulle. Ich bin ein Bauchmensch.
5.) Feierabendprogramm: Sport oder Couch?  Ich bin kein Sportler, aber eine Couch haben wir auch nicht daheim. Ich mag Bewegung. Sobald es wieder schöner draußen wird, bin ich wieder im Garten aktiv.
6.) Was gilt für Sie: Morgenstund hat Gold im Mund oder der frühe Vogel kann mich mal?
Ich bin Frühaufsteher. Ich bin morgens deutlich wacher als abends.


Man kann nicht immer oben auf dem Treppchen stehen. Auch das weiß Mike Rogers, er kennt die Branche. Seine Karriere startete in den 80er Jahren, der goldenen Ära für Werbeagenturen. Fantastische Zeiten wären das gewesen, sagt Rogers. Damals war er im Kosmetik- und Beauty-Sektor für Avon unterwegs. Ende der 80er Jahre baute er in München eine nationale Dependance für das Unternehmen auf. Die Stadt gefiel ihm, er beschloss, zu bleiben. 1987 holte ihn Peter Haller in sein Unternehmen zu Serviceplan. Er blieb dort für ein paar Jahre, zog für einen Zwischenstopp nach Wien, machte sich mit seiner eigenen Agentur adpool selbstständig – und kehrte 1993 als Kreativdirektor zu Serviceplan zurück. Er feiert Erfolge, das hustende Wasserglas aus der ACC-Akut-Kampagne geht auf sein Konto. „Eine Idee, die 20 Jahre trägt“, sagt er stolz.

Doch das Leben ist manchmal eine Achterbahn: 2008 erschütterte die Finanzkrise die Agenturszene – auch Serviceplan wurde von ihr kalt erwischt. „Ich war zu diesem Zeitpunkt Geschäftsführer Kreation der vierten Serviceplan-Agentur, machte viel im OTC- und Consumer-Healthcare-Bereich. Da diese thematische Überschneidungen mit der damaligen Healthcare Unit Serviceplan Vital hatte, beschlossen wir, zu fusionieren.“

Von Anfang an war es das Ziel, eine Firma zu gründen, die den gesamten Healthcare-Markt anspricht. Bis heute ist diese Strategie aus Rogers’ Sicht die einzig richtige gewesen. „Das“, sagt Mike Rogers, „unterscheidet uns von anderen Healthcare-Agenturen auf dem Markt. Sie sind reine Pharma-Agenturen. Wir machen viel mehr, von Consumer-Care bis RX-Kommunikation. Zu unseren Kunden zählen Novartis, Roche, viele Unternehmen im OTC-Segment bis hin zu MedTech, beispielsweise Hörgeräte für Siemens.“ Es ist diese Mischung, die aus Rogers’ Sicht den Erfolg von Serviceplan Health & Life ermöglicht. Sie verhindert den Trichterblick. Und natürlich schadet es auch nicht, Teil eines internationalen Agenturnetzwerks zu sein. „Jeder Geschäftsführer deutscher Healthcare-Agenturen weiß, das Geschäft ist deutlich härter geworden. Wir sind dauerhaft unter Druck, agieren zwischen kreativer Höchstleistung, Pitches und Projektarbeiten. Und wir alle wissen: Nur weil man einen Pitch gewonnen hat, ist das kein Garant für eine weitere Zusammenarbeit. Das setzt uns unter Druck. Das ist kein Klacks. Man braucht Taktik und Systematik. Man braucht finanzkräftige Unterstützung – das haben wir mit der Serviceplan-Gruppe. Das hilft uns sehr im globalen Geschäft.“

Ein Großteil des Agenturgeschäfts sind laut Rogers globale Kampagnen. Kein Wunder, dass er großen Wert darauf legt, auch bei Wettbewerben auf internationalem Level mitzuspielen und dass die Ernennung zum Jury-Vorsitzenden bei den Cannes Lions Health 2017 zu seinen persönlichen Höhepunkten in seiner Karriere zählt. „Höher geht es nicht“, sagt er.

Rogers ist ehrgeizig, weiß aber auch: In Deutschland tickt der Markt konservativer, auch wenn gerade Veranstaltungen wie der Comprix zeigen, dass sich die Branche bewegt. Kunden fordern verstärkt Kreativität ein, und die Mitbewerber lernen schnell. Heißt, auch Serviceplan Health & Life muss um sein Plätzchen auf der Sieger-Treppe kämpfen. Dafür braucht es gute Leute, die für die Kommunikation brennen. Die den Wettbewerb wollen und suchen. „Wir sind für junge Talente interessant, weil wir thematisch breit aufgestellt sind. Weil wir Abwechslung bieten können. Der Job ist kein Ponyhof. Er braucht Energie. Aber er gibt auch welche. Denn das ist der Pfeffer, den diese Leute brauchen und wollen.“


Zur Person: Mike Rogers wuchs im Nordwesten Großbritanniens, im Lake District, auf. Er studierte Kommunikation, Grafikdesign und Fotografie in Blackpool, bevor es ihn Ende der 80er Jahre nach München trieb. Die Stadt – und seine Frau Petra – sollten den Briten langfristig nicht mehr loslassen. Rogers ist Familienmensch. Ein Ankerort ist für ihn wichtig. Diesen hat das Paar in einer alten Stadtvilla am Rande Münchens gefunden. Das Haus stammt aus dem Jahr 1901, über zehn Jahre dauerte die Renovierung. Ihr Sohn und ihre Tochter (20 und 24 Jahre alt) sind hier groß geworden. Wenn Rogers zur Entspannung nach langen Arbeitstagen oder Reisen nicht im Garten arbeitet oder Gitarre spielt, sitzt er mit seiner Frau im Auto: Die beiden haben gemeinsam den englischen Motorsport als Hobby für sich entdeckt.

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